Das Kinderstreichorchester geniesst den verdienten Applaus. Bilder Sibylle Suter
Das Kinderstreichorchester geniesst den verdienten Applaus. Bilder Sibylle Suter
Das Stiftsschul- und Jugendorchester ist an der «Arbeit».
Das Stiftsschul- und Jugendorchester ist an der «Arbeit».

Musik

Konzert Kinderstreichorchester sowie Stiftsschul- und Jugendorchester

Die Jugend hat im schönen Barocksaal des Klosters Einsiedeln bei ihrem Konzert gezeigt, was sie kann. Und zwar sehr viel: Das Kinderstreichorchester sowie das Stiftsschul- und Jugendorchester bewiesen, dass es in Einsiedeln um den Streichernachwuchs gut bestellt ist.

Heiss und schwitzig war es am letzten Samstag, als die jungen Musiker zum Konzert luden. Umso schöner, dass doch eine ansehnliche Gruppe Zuschauer dem Konzert beiwohnte. Gerne bediente man sich des Programmblattes, um sich damit beim Fächern etwas Kühle zu verschaffen. Nachdem Musikschulleiter André Ott einige Worte ans Publikum gerichtet hatte, konnte es losgehen. Da nach jahrelanger Tätigkeit an der Musikschule Meinrad Küchler im letzten Dezember den Dirigentenstab weiter an seine beiden Nachfolger gab, wartete man gespannt auf den Konzertbeginn unter der neuen Leitung. Den Anfang machte das Kinderstreichorchester, bestehend aus acht jungen Damen und einem jungen Herrn. Unter der sicheren und ruhigen Leitung von Bernard Corazolla gaben sie zwei Sätze aus der Bauernkantate von J. S. Bach zum Besten. Die Kinder spielten sehr konzentriert und im Saal war es mucksmäuschenstill. Weiter gelangten zwei Sätze aus dem «Kongress der Gartenzwerge» zur Aufführung. Die Jüngsten zeigten ihre Fortschritte, ihr Können und ihre Freude am Musizieren. Die vielen Übungsstunden hatten sich gelohnt. Das Publikum spendete reichlich Applaus.

Nahtloser Übergang

Nahtlos überliessen die Kinder ihre Plätze den Jugendlichen. Die musikalische Leitung lag in den Händen von Michael Köck. Sicher und exakt geführt, eröffneten sie ihr Konzert mit einem imposanten, ausdrucksstarken Orchesterklang. Die jungen Streicher begeisterten bereits beim ersten Einsatz, dem «fünf Volkstänze für Streichorchester» von Béla Bartok, ein unterhaltsames, abwechslungsreiches und hörfälliges Werk. Bei der rumänischen Polka zwickte es sicher manchen Zuhörer in den Beinen. Vergessen war die Hitze. Der beschwingte Rhythmus lud geradezu ein, das Tanzbein zu schwingen. «Ein Abend auf dem Lande» entführte das Publikum in ruhige, ländliche Gefilde. Müde von der Arbeit und den Temperaturen des mediterranen Sommerwetters tauchte man bei ruhigen, sanften Klängen ab in eine Traumwelt von unendlich weiten Landschaften und idyllischem Bauerndasein. Nur gut, dass der letzte Satz, ein Schnell-Tanz, auch den letzten Träumer wieder zurück in die Realität holte.

Liebe und Fall

Herzstück des Abends war sicher die Suite aus der Oper Dido and Aeneas. Henry Purcells Oper aus dem Jahre 1689, die zu den bedeutendsten Werken der Barockzeit zählt, handelt von der Liebe der sagenhaften Karthagerkönigin Dido zum Helden Aeneas. Purcell hat die im mythischen Karthago spielende Geschichte der Königin Dido, die von Aeneas verlassen wird, in bewegende Töne gekleidet. Gekonnt führte der Dirigent seine Schützlinge durch die verschiedenen Rhythmen und Tempi. Für das Publikum waren die vorgetragenen Textpassagen zwischen den Sätzen zur Oper sehr hilfreich und interessant. In der Ouverture wähnte man sich gleich selbst auf der Flucht und konnte den flinken Fingern auf den Griffbrettern kaum mit den Augen folgen. Schnell und stürmisch wurde musiziert. Mit majestätisch, würdevollen und verliebten Klängen ging es weiter. Das orchestrale Zusammenspiel war gut. Rhythmus, Schwung und Feuer gingen auf die Zuschauer über. Nach der Liebe kam der Fall. Aeneas bricht Dido im Satz «Aria ostinato» das Herz. Ein wunderbar vorgetragenes Geigensolo, eingebettet in eine dezente Orchesterbegleitung und liebliche Klänge der Harfe, liess die verwundete Seele der Dido erahnen, die bald von ihrem Geliebten verlassen wird. Dem Herzschmerz wurde innig Ausdruck verliehen.

Gute Akustik fürStreicher

Die gute Akustik im Barocksaal kam den Streichern entgegen. Das Thema Abreise stand im darauf folgenden Satz bevor. In «the Sailors» bereiten sich Aeneas und seine Leute nach einem Triumphzug durch die Stadt auf das Segeln vor, um dann anschliessend auszulaufen. Auch dieser Satz feinfühlig und gekonnt musikalisch umgesetzt. Mit dem dramatischen Selbstmord von Dido endete die Oper und gleichzeitig das Konzert der Streicherjugend. So traurig das Thema, so leidmütig und bekümmert die Mienen der Musikerinnen und Musiker. Diese hellten sich jedo

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

03.07.2012

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