Der musikalische Abend «Lanzig» zog viele Zuhörer an. Hier singen alle Formationen zusammen mit den Zuhörern. Bild Wolfgang Eberle
Der musikalische Abend «Lanzig» zog viele Zuhörer an. Hier singen alle Formationen zusammen mit den Zuhörern. Bild Wolfgang Eberle

Musik

Lienert war auch «Ton-Dichter»

Noch bevor die Vernissage zur Ausstellung «Auf der Suche nach Meinrad Lienert» stattfindet, lud der Fram-Club am vergangenen Samstag zu seiner ersten Veranstaltung «Lanzig» zum Jubiläumsjahr des Waldstattdichters ein.

Wohl gegen hundert Personen folgten dem Aufruf und konnten einen wunderbaren, schönen Konzertabend in der «Fram» erleben. Der Präsident des Gönner-Clubs, Walter Kälin, begrüsste die gespannte Zuhörerschaft und erwähnte, dass sich am 21. Mai der 150. Geburtstag unseres Waldstattdichters jähre.

Lanzig

Als er auf seinem Computer das Wort Lanzig eingab, spuckte das Korrekturprogramm die Namen «Danzig» oder «Tanzig» aus. In der Tat gehe es bei Meinrad Lienerts Gedichten «tanzig» und frühlingshaft zu und her. Weiter erwähnte er, dass es für einen solchen Abend nicht nur Clubmitglieder und Sympathisanten brauche, sondern auch Künstler, und diese habe man mit Nadja Räss, Willi Valotti, dem Familienterzett Reichlin und dem Jodlerclub Alpenrösli bestimmt gefunden.

Selber vertont

Nadja Räss hat für diesen Abend auch Texte des Waldstattdichters ausgelesen, die noch nicht vertont waren und hat dies dann gleich selber gemacht. Abwechslungsweise traten die Familie Styger-Reichlin einmal als Duett, einmal als Terzett, dann Nadia Räss und Willi Valotti als Duo sowie der einheimische Jodlerclub Alpenrösli auf. Räss' Stimme, bekannt für naturnahe und urtümliche Klänge, aber auch die reinen Töne des Terzetts Styger-Reichlin und des Jodlerclubs Alpenrösli begeisterten das Publikum.

Zum Mitsingen animiert

Nadja Räss, in ihrer zusätzlichen Rolle als Moderatorin des Abends, erzählte, wie sehr sie sich über die Anfrage für diesen Abend gefreut habe und erwähnte, dass Meinrad Lienert nicht nur dichtete, sondern auch ton-dichtete, obwohl er immer wieder sagte, wie wenig er von Musik verstehe, dann aber oft mit der Gitarre zuerst die Melodie komponierte und dann nach und nach den Text dazu gefertigt habe. Dazwischen sangen die drei Gesangsformationen immer wieder Lieder aus Meinrad Lienerts Repertoire und Nadja Räss bereicherte den Abend mit kurzen Gedichten, so Auszügen aus dem «Schwäbelpfyffli», wo der Dichter einmal sagte: «S'Gäld tue's nüd i Sparkasse, äs treit jo doch kei Zys.» Diese damalige Aussage könnte wohl aktueller gar nicht sein.

Aktuell

Das Schlusslied plante Nadja Räss für alle und machte sogleich eine Probe aufs Exempel. Sie übte mit den Anwesenden das von ihr komponierte Lied «Wett i wär ä Vo gel, wie dr Blitz se gschwind, nähmt äs Alperöisli, traitis höich i Wind.» Nach den Worten der Moderatorin tönte dies wunderbar «hallig» in den hohen Räumen des Museums.



Einsiedler Anzeiger (we)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

14.04.2015

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