Stefan Meyer spielt die Melodie seines Chorwerks auf dem Klavier. Bild Fredy Stäheli
Stefan Meyer spielt die Melodie seines Chorwerks auf dem Klavier. Bild Fredy Stäheli

Musik

Meinrad-Lienert-Gedicht neu vertont

Für das diesjährige Schweizer Gesangfest entstand eine Neukomposition. Der Leiter des Schwyzer Kantonal-Chorverbands hat für ein Gedicht von Meinrad Lienert eine neue Komposition geschaffen. Die Vertonung von Stefan Meyer ist im Singbuch für das diesjährige Gesangfest in Meiringen publiziert.

Der Einsiedler Stefan Meyer hat aus der 1893 erschienenen Gedichtsammlung «Jodler vom Meisterjuzer: 60 Lieder in Einsiedler und Yberger Mundart» ein Gedicht neu vertont. Eingerichtet hat er es für gemischten Chor, beziehungsweise für Männerchor. Publiziert ist es im Songbook des Schweizer Gesangfests in Meiringen. Dort steht es zusammen mit 36 anderen Liedkompositionen zur Auswahl.

Grosse Auswahl

Die 450 am Gesangfest teilnehmenden Chöre können aus dieser Sammlung wählen, welche Lieder sie vortragen oder auch gemeinsam mit anderen Chören singen wollen. Herausgegeben wird das Songbook vom Verlag Schweizer Singheft. Stefan Meyer hofft, dass einer der Chöre sich auf die Neukomposition einlässt. Er schätzt die Chance dafür bei den rund 200 Chören, die ohne Bewertung auftreten, höher ein. Beitrag für den Kanton Schwyz

Neben Klassikern

Die Komposition verfasst hat Meyer im Auftrag der Schweizerischen Chorvereinigung. Im Songbook steht seine Komposition neben bekannten Liedklassikern wie dem Guggisberg-Lied «S'isch äbe ne Mönsch uf Ärde», «Vo Luzärn uf Wäggis zue», «Das Munotglöcklein» oder am «Am Himmel stoht es Stärnli». Die Idee sei es gewesen, eine musikalische Reise durch die Kantone der Schweiz zu ermöglichen. Meyers Aufgabe war es, eine neue Komposition für den Kanton Schwyz zu kreieren.

Gedicht selber ist musikalisch

Dass dabei die Wahl auf Meinrad Lienert fiel, war kein Zufall. «Es gibt nichts Besseres», sagt der Komponist. Lienert-Gedichte seien melodiös, weil der Dichter seine Verse sorgfältig rhythmisch gestaltet habe. Zudem habe Lienert ein Flair für Lautmalerisches. Bewusst ausgewählt hat Meyer das Gedicht «Häst mi nümme gäre» aus mehreren Gründen. In Frage gekommen seien auch zwei weitere Gedichte aus der «Liedsammlung». Doch «Häst mi nümme gäre» habe den Vorteil gehabt, dass sich eine der vier Strophen als Refrain eignete.

Beschwingte Melodie gefunden

Angesprochen hat Meyer aber auch das Thema des Gedichts. Da werde einerseits der Schmerz des Liebhabers um den Verlust der Geliebten geschildert, andererseits werde aber auch deren Temperament und Schönheit gefeiert. Das hat Meyer inspiriert, den Refrain als Tango zu gestalten, um für das Sehnsüchtige dieser Zeilen den entsprechenden musikalischen Ausdruck zu finden. Entstanden ist eine Komposition, die beschwingt wirkt, Spannungsbögen aufweist und doch eingängig ist. Komponiert hat er das Lied für Gemischten Chor oder für Männerchor. Für Frauenchor sei das Lied wegen des kleineren Stimmenumfangs nicht geeignet. Zudem sei der im Gedicht Handelnde ein Mann. Von daher wirke das komisch, wenn es von Frauen gesungen werde. Mitgespielt für die Wahl von Meinrad Lienert für die Komposition habe natürlich auch das Jubiläums-Jahr, sagt Meyer. Und er wünschte sich, dass es auch eine Gelegenheit gibt, dass die Komposition aufgeführt wird.



Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

16.01.2015

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schwyzkultur.ch/cNXkgj