Fast unglaublich, so viele Konzertorganisten im selben Kloster! Vier sind es aktuell (von links): Pater Lukas, Pater Ambros, Pater Theo und Pater Basil. Bild Archiv EA
Fast unglaublich, so viele Konzertorganisten im selben Kloster! Vier sind es aktuell (von links): Pater Lukas, Pater Ambros, Pater Theo und Pater Basil. Bild Archiv EA

Musik

Mit Jubiläen am laufenden Band

Der kulturelle Sommer in Einsiedeln ist ohne den Zyklus der Orgelkonzerte in der Klosterkirche kaum mehr vorstellbar.

Die Konzerte finden jeweils an sechs aufeinander folgenden Dienstagen zwischen Mitte Juli und Ende August im Anschluss an die Komplet (Nachtgebet) der Mönche statt. Vielleicht ist es dieses spezielle Ambiente in der prachtvollen Wallfahrtskirche, ein Orgelkonzert mit vorausgehendem schlichten Mönchsgesang, was den Einsiedler Klosterorganisten Jahr für Jahr ein treues und begeistertes Publikum beschert.

Eigentlich im letzten Jahr

Eigentlich hätte dieser Artikel letztes Jahr unter dem Titel «50 Jahre Einsiedler Orgelkonzerte» geschrieben werden sollen. Aber im Kloster hat niemand daran gedacht, dass 1963 zum ersten Mal ein Zyklus von Orgelkonzerten gespielt wurde. Wenn man aber bedenkt, dass in den «orgellosen» Jahren 1985 bis 1987 keine Konzerte stattfinden konnten, dann müsste man vielleicht sogar noch zwei weitere Jahre warten, bis es fünfzig volle Konzertjahre ergibt. Doch wir wollen da nicht so zimperlich sein und stehen dazu, dass wir das Jubiläum schlicht verschlafen haben. Wir wollen es 2014 nachholen, zumal noch weitere anstehen, die teils vorausgenommen, teils ebenfalls verpasst, teils aber auch wirklich dieses Jahr fällig sind.

Chororgel ist 260 Jahre alt

Die historische Chororgel im Oberen Chor wird heuer 260 Jahre alt. Seit der letzten Renovation werden nächstes Jahr dreissig Jahre vergangen sein. Die Marienorgel könnte sich beklagen, dass man ihren 25. Geburtstag gedankenlos vorübergehen liess. In diesem Jahr sind es 240 Jahre her, seit an ihrem Standort mit dem Bau der Vorgängerorgel begonnen wurde. Schliesslich ist da noch die mit gutem Grund jubilierende Mauritiusorgel. Sie wird am 30. Oktober dieses Jahres zwanzigjährig. Mit ihr feiert auch Pater Theo Flury, der am gleichen Tag als Nachfolger von Pater Daniel Meier zum Stiftsorganisten ernannt wurde und für die Gestaltung der Einsiedler Orgelkonzerte der letzten zwanzig Jahre die Hauptverantwortung trägt.

Es kündigen sich zusätzlich einige runde Geburtstage an: Während der Schreibende diesen Herbst einen solchen feiern wird, ist es im nächsten Jahr bei Pater Theo Flury genauso wie beim Senior der Einsiedler Klosterorganisten, Pater Ambros Koch, so weit. An Jubiläen fehlt es wahrhaft nicht, sofern man sich ihrer erinnert!

Beeindruckende Anfänge

Ein Blick auf die Anfänge der Einsiedler Orgelkonzerte lässt uns heutige Klosterorganisten bescheiden werden. Wenn wir heute bei sechs Konzerten regelmässig für zwei da von uns persönlich verbundene Gastorganisten einladen, haben die damaligen Konzertorganisten des Klosters sämtliche zwölf Konzert, verteilt auf die Monate Juli, August und September, selber gespielt.

Jährlich sechs Konzerte

Seit 1978 sind es jährlich nur noch sechs Konzerte. Von Anfang an war der Dienstag der Konzerttag. Dabei verschob sich der Beginn des Konzertes von 14.30 Uhr (1963) über 15 Uhr (19641967) und 17.45 Uhr (19681969) immer mehr in den Abend hinein. Seit 1970 beginnen die Einsiedler Orgelkonzerte um 20.15 Uhr im Anschluss an die Komplet. Von den «Gründervätern» der heute 50-jährigen Konzertreihe ist einzig Pater Ambros Koch glücklicherweise immer noch als Konzertorganist tätig. Er spielte im Sommer 1963 drei Konzerte, ebenso wie Pater Cornelius Winiger. Pater Johann Baptist Bolliger spielte damals vier Konzerte und gestaltete ein fünftes zusammen mit Pater Ambros Koch. Im Sommer 1963 bestritt auch Pater Wolfgang Renz ein ganzes Dienstags-Konzert; er hat praktisch bis zu seinem letzten Lebenstag in der Liturgie die Orgel gespielt. Weitere Konzerte von ihm innerhalb des Zyklus sind aber nicht nachzuweisen.

Anstoss von Wallfahrtspater

Den Anstoss zur Konzertreihe im Kloster Einsiedeln scheint Pater Norbert Ziswiler, der damalige Wallfahrtspater, gegeben zu haben. Selbstverständlich gab es neben diesem Zyklus von Anfang an  und bestimmt auch schon vor ihm  weitere Orgelkonzerte für bestimmte Gruppen. Hier geht es ausschliesslich um die 341 Zyklus-Konzerte zwischen 1963 und 2013, deren Programme vollständig archiviert sind. In den 60e

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

27.06.2014

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schwyzkultur.ch/fbeL2Y