Die Kapelle Etzel-Kristall spielte am Samstag zum Jahreskonzert auf. Bild Karl Hensler
Die Kapelle Etzel-Kristall spielte am Samstag zum Jahreskonzert auf. Bild Karl Hensler

Musik

«Musik ist der Klang des Lebens»

Der Titel «Musik ist das Leben» entstammt der Tafel mit einem sinnigen Text zur Musik. Diese war ein Teil der geschmackvollen Dekoration im Eingangsbereich und auf der Bühne, welche von Aga Brehm, der Frau eines der Musikanten, liebevoll gestaltet worden war.

So eingestimmt, erwarteten am Samstag, 18. Oktober, die Zuhörer im prall gefüllten Saal des Kultur- und Kongresszentrums Zwei Raben das Konzert der weit herum bekannten Blaskapelle Etzel-Kristall.

Zum Programm

Unter der bewährten Direktion von Toni Gräzer startete die gut eingespielte Formation mit dem schmissigen Konzertmarsch «Kaiserin Sissi». Christoph Huber wusste in einer Art, als ob das sein tägliches Wirken wäre, das Programm mit originellen Texten und Informationen zu Komponisten und Stücken zu bereichern. Ein nicht alltäglicher Einfall war es, dass siebzehn Musikstücke von ebenso vielen Komponisten aufgeführt wurden. Das ergab ein Programm, das von Vielfältigkeit nur so strotzte. Entspre chend war das gut mitgehende Publikum alsbald in beste Laune versetzt. Die ausgezeichnet gespielten böhmischen Melodien forderten denn auch immer wieder Zugaben heraus. Dies ist jeweils als Lohn für die Leistung zu werten.

Die Darbietung

Als kleine Einleitung erinnerte der Moderator an den verregneten Sommer 2014. Mit der Polka «Sommernachtsfest» oder dem Walzer «Sommerglück bei Blasmusik» wussten die Musikanten aber solche Tristesse bald zu zerstreuen. Die zwei Trompetensolisten Valentin Egli und der Junior des Dirigenten, Adrian Gräzer, heizten in der Folge das Publikum mit «Zwei Mexikaner in Böhmen» richtig an. Ein zwiespältig scheinender Titel, jedoch die Musik liess diese Gegensätze zu einer Einheit wachsen. Spezielle Wirkung erzeugte der Tuba-Solist Beat Ritzmanns «Bayrische Polka» von Georg Lohmann. Er brachte mit seinem wuchtigen Instrument einen fein temperierten Ton ans Ohr der aufmerksam lauschenden Zuhörer. Ebenbürtig war der Auftritt von Daniel Briel mit dem Tenorhorn und Bruno Brehm mit seinem Bariton als «Zwei Supermänner» (Titel des Stücks).

Trompeten-Solisten

Wie eine Bremse wirkte «After All» von Cher. Die Trompeten-Solisten Marcel Kälin und Niki Schuler meisterten ihren Part wohl ausgezeichnet. Demgegenüber schien die Kapelle aber an die Grenze ihres Könnens gekommen zu sein. Sie wirkte etwas gar notenkonzentriert. Es ist immer ein Risiko, Gesangsstücke für eine andere Formation umzumodeln. Dass im Programm auch Komponisten aus der näheren Umgebung Aufnahme fanden, ist lobenswert. Die Werke von Alois Horath aus Hütten oder dem Direktor der Rigispatzen wurden von der Zuhörerschaft gerne aufgenommen.

Eine besondere Leistung

Alle Aufführungsstücke lassen sich hier nicht kommentieren. Über alles gilt es aber eines besonders zu erwähnen. Die Leistung dieser Blaskapelle erhält noch mehr Beachtung und Gewicht, wenn zu vernehmen ist, dass sich die Musikanten aus sieben Kantonen zur jeweiligen Probe in Gross zusammenfinden. Ihre Musik schweisst nicht nur sie zusammen, sondern sie bringt auch eine grosse Musikgemeinde in den Saal, die gerne die gekonnten Darbietungen mit viel Applaus honoriert.



Einsielder Anzeiger

Autor

SchwyzKulturPlus

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

21.10.2014

Webcode

schwyzkultur.ch/rSsYfZ