Die Brass Band Willerzell überzeugte am vergangenen Samstag unter der Leitung von Walo Schönbächler mit einem bunten Konzert in Einsiedeln. Bild Ramona Fuhrer
Die Brass Band Willerzell überzeugte am vergangenen Samstag unter der Leitung von Walo Schönbächler mit einem bunten Konzert in Einsiedeln. Bild Ramona Fuhrer

Musik

Musik ist Trumpf bei den Willerzellern

Die Musikanten der Brass Band Willerzell durften am Samstag im prall gefüllten Kultur- und Kongresszentrum Zwei Raben konzertieren. Moritz Schönbächler wurde an dem Abend die Ehrenmitgliedschaft erteilt.

34 Musikanten der Brass Band Willerzell spielten im Kultur- und Kongresszentrum Zwei Raben in Einsiedeln auf. Eine Besonderheit ist in dieser Formation festzustellen. Die Zuhörer im prall gefüllten vorderen Teil des Saals konnten nämlich konstatieren, dass rund die Hälfte der Musikanten auf den Namen Schönbächler hört. Also darf vermutet werden, dass die Blasmusik im «Sirupviertel » klar in einheimischer Hand liegt. Zwei weitere Beobachtungen waren zu machen. Dass in diesem Korps die verschiedensten Generationen musizieren, der Nachwuchs liegt auch den Willerzeller Musikanten am Herzen, ist das eine. Das andere ist aber die Feststellung, wie gross der weibliche Anteil in den Bläserreihen ist. Unterstrichen wurde diese noch damit, dass auch die teils mit Humor gespickte Ansage von Vertretern beider Geschlechter zu erleben war. Nicht alltäglich war der Einfall, bei diesem Konzert Moritz Schönbächler die verdiente Ehrenmitgliedschaft zu erteilen. Dem Musikanten, der solches in diesem Umfeld erleben durfte, bleibt gewiss ein nachhaltiger Eindruck.

Ein buntes Konzert

Mit schmetternden Takten wurden die gut gelaunten Gäste auf einen Gang durch die vielfältige Blechmusik- Literatur eingeladen. Bekannte Melodien wechselten sich danach mit Kompositionen ab, die gleichermassen gerne gehört wurden. Es seien hier ein paar Beispiele aufgezählt. Was als «Fireball Polka» angekündigt war, entpuppte sich als die wohlbekannte Amboss-Polka. Immer wieder werden bei den Aufführungen die Hammerschläge auf den Amboss, von Josef Strauss originell in das Stück eingeflochten, als reizvoll empfunden. Auch ist mit dieser Komposition bewiesen, dass die Polka durchaus beschwingt klingen kann. Im «Macarthur Park» war für verschiedene Solisten Gelegenheit geboten, ihr Können vorzuzeigen, respektive vorzublasen. Nach einem sich aufbauenden Beginn erfolgte eine Steigerung bis hin zum galoppierenden Teil.

Höhepunkt

Als Glanznummer des Abends entpuppte sich «The Green Hill». Bei seinem Euphonium- Vortrag bewies Christian Haunsperger, was dieses Instrument, von einem Könner gespielt, hergeben kann. Beim Zuhören tauchen mannigfaltige Bilder auf, wie sanfte Hügellandschaften, ein murmelnder Bach oder gar ein Husarenritt. Dass der hochstehende Solobläser für seine Vorführung mit riesigem Applaus zu einer Zugabe herausgefordert wurde, war verdienter Lohn für eine gewiss intensive Probenarbeit. Eine kleine Besonderheit wusste der Tonkünstler Sandy Smith mit «Brass Pearls of Switzerland» in die Notenlinien zu setzen. Er liess bekannte Schweizer Volkslieder mittels Brassbesetzung erklingen. Der eine und andere Zuhörer wurde dazu verführt, sich im Takt mitzuwiegen. Die Mischung von Könnern und Amateuren kann bei der Ausübung eines Hobbys einen besonderen Ansporn auslösen. Dessen Pflege weckt in solcher Weise die herausfordernde Freude daran. Dass bei Formationen, wie die gehörte, der Amateur-Status herauszuhören ist, darf keineswegs die Freude an der Musik bremsen. Im Gegenteil, solche Auftritte vermögen das individuelle Können zu festigen. Eine gekonnte Dirigentenführung, wie diejenige von Walo Schönbächler, ist dabei eine wirksame Stütze. Beim gehörten Konzert verdankte ein intensiv mitgehendes Publikum immer wieder mit viel Applaus die aufgeführten Nummern.

Einsiedler Anzeiger (heka)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

16.05.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/BJviDs