Erwin Füchslin wurde bei seiner emotionalen Verabschiedung nach dem Konzert am Sonntag zum Ehrendirigenten der Jugendmusik ernannt. Sebastian Rauchenstein übernimmt sein Amt. Foto: René Steiner
Erwin Füchslin wurde bei seiner emotionalen Verabschiedung nach dem Konzert am Sonntag zum Ehrendirigenten der Jugendmusik ernannt. Sebastian Rauchenstein übernimmt sein Amt. Foto: René Steiner

Musik

Packendes Musikpaket mit emotionaler Verabschiedung

Jugendmusik und Aspirantenspiel zeigten am Wochenende ihr musikalisches Können mit einem abwechslungsreichen Programm. Speziell war die Verabschiedung des langjährigen Dirigenten, Verzeihung(!), des Ehrendirigenten Erwin Füchslin

Die Jugendmusik lud zum Jubiläumskonzert in Einsiedelns Kultur- und Kongresszentrum ein, mit dabei, seit 30 Jahren, das Aspirantenspiel. Der Schreibende besuchte die Vorstellung am Samstag, sowie die Schlussviertelstunde am Sonntagabend. Eigentlich war es ein Auftritt wie immer, mit guter Leistung und freudig aufspielenden Musikanten. Und doch war es diesmal anders – besonders am Sonntagabend. Es gab nicht nur gute Musik zu geniessen, es gab auch Emotionen, verbunden mit viel Dank.


Danke für diese grosse Arbeit!


Mit Erwin Füchslin wurde ein «Urgestein» der Jugendmusik Einsiedeln verabschiedet, war er doch als aktiver Trompeter bei der Gründung dabei, später als Vizedirigent und Leiter des Aspirantenspiels und seit 2001 als Dirigent. Kein Wunder, wenn er von sich sagt: «Die Jugendmusik war wie ein Teil meiner musikalischen Familie.» Doch glänzte Füchslin nicht nur an den Jahreskonzerten, sondern ebenso durch das Jahr mit der nötigen, zeitintensiven – und manchmal auch nervenaufreibenden – Kleinarbeit. Er motivierte, trainierte, … – er war mehr als nur Dirigent und Berater! Dafür fand Präsidentin Nadya Hitz die richtigen Worte, sie würdigte und verdankte sein immenses und verdienstvolles Wirken und erwähnte nebenbei den Beschluss der letzten Vereinsversammlung: Ehrendirigent! Dass dann das Publikum zum langanhaltenden Applaudieren mit folgender Standing Ovation ansetzte, ja, da kamen die Emotionen hoch! Wer versteht sie nicht? Eine Standing Ovation für einmal verdient und höchst berechtigt!


Ein packendes Musikpaket


Dabei war der Abend alles andere als ein Sentimental-Blues. Dafür sorgten nicht zuletzt die vier Ansager aus den eigenen Reihen mit teils witzigen Beiträgen zu Musikstücken, Geschichte und Episödchen. Film und Popmusik garantierten für ein Musikprogramm, das Jung und Alt, Besucher und Spieler begeisterte. Für die Marschverehrer sei angefügt, dass die erste Zugabe «Gruss an Altenstadt» ein richtiger Marsch war. Der eröffnende «Police Academy March» ordnet der Schreiber bereits der Sparte Filmmusik zu. Die Besucher durften mit «How to Train Your Dragon», «Star Wars» und «Movie Milestones» weitere Filmschnitte musikalisch miterleben. Für Popmusik standen der Enya-Titel «Only Time», das bekannte «Music» von John Miles und als Schlussbouquet «Eighties Flashback» mit Hits aus den 80er Jahren.


Indianer und Schüler


Blättern wir durch die Titel, finden wir die beiden Musikwerke für die Jugendfestteilnahme in Burgdorf. Als Selbstwahlstück wählte die Jugendmusik mit «Dakota» ein ausdrucksvolles Werk, das die Indianeremotionen bestens schildert, ein Werk aber auch mit technischen Tücken, und seien es nur die zwei wiederkehrenden Achtel. Auch das Aufgabestück «Overture to a Jubilee» wirkte gefällig und bereits gut einstudiert. Drei Abschnitte, sie werden mit einer Fanfare eröffnet, sollen für drei Phasen des Schülerlebens stehen: geführt, begleitet, selbständig. Das «geführt werden» verlief im 5/4-Takt. Kein Problem für diesen Dirigenten, der nicht nur in diesem Satz seine präzisen Impulse setzte und sicher führte. Vor Jahren schrieb Erich Meier zum Besuch des Jugendmusikfests in Solothurn: Die Jugendmusik «überzeugte von Beginn weg mit einem exzellenten Blasorchester-Klang, einer ausgesprochen hohen Musikalität und einer durchaus differenzierten Dynamik.» Diese treffende Beschreibung darf man ruhig als Merkmal seit Jahren der Jugendmusik attestieren. Und dieses Kompliment verdienen Dirigent und die 62 «Mädels und Jungs» auch für ihren Auftritt an diesem Jubiläumskonzert!


Das Aspirantenspiel


Erstaunlich auch, was Sebastian Rauchenstein, der Leiter des Aspirantenspiels, mit seinen 40 Nachwuchsmusikanten erreicht hatte. Ein bereits gefälliger Klang und das sichere Aufspielen sind keine Selbstverständlichkeiten. Dieses Jahr fiel vor allem die Entwicklung der Dynamik sehr positiv auf. Ihr Auftritt mit «Bag to the Future», «Bad» oder «Celtic Air and Dance» überzeugte. Vor allem beim Latin Beat «Havana» gaben die Musikanten «alles», herrlich dieser Eifer! Zusammen mit den «Grossen» spielten sie als zweite Zugabe «Mercy, mercy, mercy» – ein guter Titel für diesen Abend.


Einsiedler Anzeiger / rst

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

16.04.2019

Webcode

schwyzkultur.ch/eXedfu