Die Schülerinnen jodelten im schönen Saal des Schulhauses Brüel im Chörli – unter anderem «Jödele, Bödele». Foto: Angela Marty
Die Schülerinnen jodelten im schönen Saal des Schulhauses Brüel im Chörli – unter anderem «Jödele, Bödele». Foto: Angela Marty

Musik

Porträt-Konzert Meinrad Lienert der Jodel-Academy Nadja Räss

Am 7. Juni lud Nadja Räss, die bekannte Einsiedler Jodlerin, mit ihrer Jodel-Academy zum Porträt-Konzert über Meinrad Lienert. Sieben Schülerinnen und ein Schüler präsentierten teilweise zum ersten Mal ihr Können vor Publikum.

Um 20 Uhr hallte der erste Jodel aus dem Treppenhaus im Schulhaus Brüel. Der einzige männliche Jodler des Abends betrat mit einem improvisierten Jodel die Aula, in welcher zirka 80 Zuhörerinnen und Zuhörer gespannt warteten. Anschliessend eröffnete Nadja Räss das Konzert: «Meinrad Lienert war ein Sprachkünstler, den ich sehr bewundere. Seine Gedichte klingen so schön musikalisch, dass es einfach ist, sie mit Musik – in meinem Fall mit Jodel – zu vertonen».

Neue und alte Vertonungen

Im Laufe ihrer bisherigen Karriere unterlegte die junge Jodlerin viele Texte des Einsiedler Dichters musikalisch. Aus diesen Eigenkompositionen und einigen älteren Vertonungen, zum Beispiel von Emil Grolimund, setzte sich das Repertoire des Konzert-Abends zusammen. Die acht Schüler jodelten abwechselnd in unterschiedlichen Formationen – mal alleine, mal zu zweit und auch als Terzett im Chörli. Zwischen den Liedern erzählte Nadja Räss jeweils eine kurze Anekdote über den Einsiedler Dichter Meinrad Lienert und das Gedicht, welches danach gesungen wurde.

Liebe, Lanzig und es Plange

Häufig verwendete Themen bei Lienert sind Liebe, Frühling (Lanzig) und Sehnsucht (es Plange). So handelt das Gedicht «Hochsigszyt» von seinem Hochzeitstag mit Marie Gyr, der sich am letzten Montag zum 117. Mal jährte. Das bekannte «Jödele, Bödele» gaben die Jodlerinnen als Terzett zusammen mit ihrer Lehrerin zum Besten. Nach einer Stunde und 16 gejodelten Meinrad-Lienert-Gedichten ergriff Nadja Räss noch einmal das Wort und bedankte sich bei allen Mitwirkenden, vor allem bei den drei musikalischen Begleiterinnen: Adeline Marty am Klavier, Sonja Schälin-Zürcher und Esther Nef am Akkordeon.

Räss tolle Lehrerin

Auch Räss wurde verdankt: «Du bist eine tolle Lehrerin! Du findest nicht nur beim Jodeln den richtigen Ton, sondern auch bei uns Schülern!» Das Porträt-Konzert wurde zwar von der Musikschule Einsiedeln organisiert, jedoch liess diese Nadja Räss freie Hand bei der Umsetzung. Die acht Schüler sind alle von der Jodel-Academy Nadja Räss, welche die Einsiedlerin 2009 gegründet hat. Diese acht sind aber lange nicht alle Schüler, die bei ihr Jodelunterricht nehmen. Sie hat noch viele Chormitglieder, die zur Stimmbildung zu ihr kommen. Da diese mit ihren Chören auch schon Auftritte hatten, liessen sie den Bühnenunerfahrenen den Vortritt.

Zufall spielte mit

Wie der Zufall es so wollte, war der Saal, der eigentlich eingeplant war, besetzt. Daher fand der Anlass in der Aula des Schulhauses Brüel statt. Im Nachhinein war dies perfekt, steht doch auf dem Pausenplatz des Schulhauses der «Hei wili, hei»-Brunnen zu Ehren von Meinrad Lienert. Das Ziel des Abends war für Nadja Räss rein pädagogischer Natur: Die meisten von ihnen standen zum ersten Mal auf einer Bühne und jodelten: «Es ist wichtig, dass man ein Ziel vor den Augen hat, wenn man etwas lernt und das wollte ich meinen Schülern ermöglichen.»

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

15.06.2010

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schwyzkultur.ch/QAxsb2