Das Sinfonieorchester Kanton Schwyz präsentierte am vergangenen Samstag in der Jugendkirche russische Klänge. Foto: Franz Kälin
Das Sinfonieorchester Kanton Schwyz präsentierte am vergangenen Samstag in der Jugendkirche russische Klänge. Foto: Franz Kälin

Musik

Russische Klänge in der Jugendkirche

Obwohl das Publikum eher spärlich vertreten war, liess sich das Sinfonieorchester Kanton Schwyz nicht aus der Ruhe bringen und spielte mit grosser Konzentration sein Programm.

Am Samstag, 14. April, fand in der Jugendkirche in Einsiedeln das traditionelle Konzert im Frühling des Sinfonieorchesters Kanton Schwyz statt. Das Orchester, bestehend aus 40 Musikerinnen und Musikern, spielte unter der Leitung von Urs Bamert drei Werke. Die Werke waren, ganz wie der Name des Programms – «Österlicher Frühling: Russland» – schon sagt, von Russischen Komponisten geschrieben worden oder aber mit Russlandbezug entstanden. Eine gute Stunde lang durfte sich das Publikum von den wunderbaren Klängen des Orchesters betören lassen.


Von Melancholie bis Verspieltheit


Dirigent Urs Bamert eröffnete das Konzert mit einem fast schon als Rarität geltenden Stückes Naprawniks: Mélancolie. So füllte sich die Jugendkirche mit sanften, wie der Name schon sagt, ziemlich melancholischen Klängen, die manchmal fast etwas düster anmuteten. Eine ganz andere Welt zeigte Strawinskys Pulcinella-Suite. Die Orchester-Suite zur Oper Pulcinella von 1920 entführte das Publikum in die Welt des langnasigen, von Frauen begehrten Pulcinellas. Die aus acht Sätzen bestehende Suite lebt vom Spiel mit Gegensätzen. So startete der erste Satz als grossen Auftakt mit einer sehr spritzigen und lebendigen Melodie. Strawinsky spielte ausserdem mit der Instrumentenvielfalt des Orchesters. Das Werk enthält Sätze mit einer reinen Blechbesetzung, dann wiederum sind Querflöte und Oboe sehr dominant, oder er lässt ein Blasinstrument mit einem Streichinstrument Dialoge führen. Auch klanglich wurde aus dem Vollen geschöpft und das Werk endete mit einem lauten, grossen, beinahe penetranten Finale. Als abschliessendes Werk führte das Sinfonieorchester Kanton Schwyz die Sinfonie Nr. 69 «Laudon» von Joseph Haydn auf. Dieses Werk ist dabei sanfter, aber nicht weniger ungewöhnlich als Strawinskys Pulcinella-Suite.


Solobläser


Vor allem Strawinskys Suite gab viel Raum für Solisten. Da durch das Werk immer wieder andere Instrumentengruppen in den Vordergrund gerückt wurden, durften einige Musiker und Musikerinnen ihr Können als Solisten demonstrieren. Betroffen waren davon vor allem die Bläsergruppen. Wobei von sanften Melodien von Yoko Jinnais Oboe, die von den Streichern untermalt wurden, bis hin zu einer Art «Duell» zwischen Marlies Bruhins Posaune und den Kontrabassen alles vertreten war. Dem Publikum hat es auf jeden Fall gefallen. Der Applaus währte lange und stetig und belohnte die Musiker für ihren Fleiss und ihr Können. Den 40 Musikerinnen und Musikern, wobei von Berufsmusikern bis hin zu jungen Liebhabermusikern alles dabei ist, merkte man auch an, dass sie Freude an dem haben, was sie tun. Konzentriert und dennoch leidenschaftlich führten sie die Zuhörerschaft durch das Programm. Sie taten dies mit grosser Präzision, was wohl auch dem guten Dirigat Urs Bamerts zuzuschreiben ist. Das Orchester bedankte sich, nach Abschluss des Konzertes mit einem Blumenstrauss bei seinem Dirigenten begleitet vom nicht enden wollenden Applaus des Publikums.


Einsiedler Anzeiger / cel

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

17.04.2018

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schwyzkultur.ch/ucSvvx