Das musikalische Programm widmete sich dieses Jahr vorwiegend der Filmmusik und wusste zu gefallen. Bild Franz Kälin
Das musikalische Programm widmete sich dieses Jahr vorwiegend der Filmmusik und wusste zu gefallen. Bild Franz Kälin

Musik

Schwungvoll und rassig konzertiert

Die Studentenmusik entführte an ihrem Laetare- konzert in die Welt der Filmmusik. Doch ohne Tequila konnte auch die- ser Auftritt nicht enden!

Einige Plätze hatte es am letzten Samstag schon noch frei, als die Studentenmusik, die sich Feldmusik nennt, mit «Raiders March» den Abend eröffnete. Auffallend der helle Klang dank gut besetzter Holzregister, leider fehlen der Klostermusik zurzeit weitgehend die Instrumente der tiefen Lage. Schade? Nein! Anders – und gekonnt arrangiert. Es verdient der Erwähnung: Die Feldmusik spielt mit den Bläsern, die ihr zur Verfügung stehen, Aushilfen sind kein Thema. Hut ab! Und so wirkt das topbesetzte Saxofonregister stark klangbestimmend. Für Freunde dieses Instruments ein Genuss. Der Einsatz dieses Holzinstruments aus Metall, das seinerzeit Adolphe Sax geschaffen hatte, entspricht gleichsam der Lehrbuchmeinung. Der weiche und trotzdem «saftige» Klang verleiht vielen Arrangements die nötige Tiefe und klangliche Fülle. So an diesem Abend etwa bei «Pop Story» und vor allem beim Disney-Erfolg «The Lion King».

Ansage Chefsache

Das musikalische Programm widmete sich dieses Jahr vorwiegend der Filmmusik. Marcel Schuler leitete nicht nur seine Jungs gekonnt durch die Tücken der Stücke, locker und spontan führte er auch durch das Programm und versprach dem Publikum «sehr schwungvolle» Darbietungen. Es war so! Die geschickt ausgewählten Arrangements mit ihren kurzen Ausschnitten liessen nie Langeweile aufkommen, und so findet sich auf dem Notizzettel der Vermerk «stets rassig». Er gilt bei den bereits erwähnten Titeln, allerdings auch für «Pixar Movie Magic», «Fright Night» und dem Ausschnitt aus «Pirates of the Caribbean».

Engagiertes Musizieren

Marcel Schuler lobte die Leistung seiner gut 30 Musikanten zu Recht. Sie präsentierten ihr Können mit viel Eifer und Spielfreude, hielten eine gute musikalische Grundstimmung und zeigten sich rhythmisch sicher. Das Schlag-zeugregister lieferte dazu die nötige Unterstützung. Speziell erwähnt sei auch das Trompetenregister, das nicht nur mit dem Trompetensolo in «Boogie Woogie Bugle Boy» überzeugte. Unsicherheiten gab es allerdings am Samstagabend auch. Etwa bei Stücken mit schnellen Einleitungen oder bei der klanglichen Abstimmung zwischen den Registern. Zudem dürften die Musikanten ihr dynamisches Spektrum noch stärker ausweiten.

Zwei Einlagen, keine Big Band

Die Feldmusik lockert ihr Programm immer mit hauseigenen Bands auf. Diesmal waren es leider nur zwei, und die Big Band, das Markenzeichen der letzten Jahre, fehlte ganz. Die Formation Jou Jou, Saxofon und Piano, lud mit ihrer musikalischen Ballade zum Träumen ein. Ein spezielles Kompliment verdienen die vier Gabrielibläser. Sie überzeugten mit guter, gepflegter Dynamik. Bemerkung auf dem Notizzettel: «ein Genuss». Für eine hübsche Einlage sorgte die diesjährige Maturaklasse, musikalisch mit dem «Saint Louis Blues» und den Erinnerungen an «sechs coole Jahre» mit sechs Bierchen und einem Glas mit Widmung für ihren Dirigenten, «damit Sie immer an uns denken»!

Keine Selbstverständlichkeit

Die Bedingungen sind zurzeit an der Klosterschule alles andere als ideal, um eine Studentenmusik in Form zu halten. Doch Marcel Schuler ist es einmal mehr gelungen, dieses Kunststück zu schaffen. Dies würdigte sogar Pater Markus Steiner in seiner Funktion als Rektor der Stiftsschule. Wie gut, dass das Kloster die Botschaftsfunktion seiner Studentenmusik zu schätzen weiss! Eines ihrer Markenzeichen ist ja die jugendlich frische Musikwahl, obwohl der Rektor richtig bemerkte: «… so alte Stücke sind immer auch ganz toll.» D as eine tun, das andere nicht lassen. Mit «Tijuana Taxi» und dem frenetisch geforderten «Tequila» überzeugte die Feldmusik auch an diesem Abend.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

03.04.2012

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schwyzkultur.ch/qZsRix