Die Band Rackhouse Pilfer zog die Besucher des Konzerts mit irischen Klängen in ihren Bann. Foto: Céline Küttel
Die Band Rackhouse Pilfer zog die Besucher des Konzerts mit irischen Klängen in ihren Bann. Foto: Céline Küttel

Musik

Streichholzhändler, Sirenen und Diebe

Mitten unter der Woche konnte in der Ziegelei ein einzigartiges Konzert genossen werden. Das tendenziell eher etwas ältere Publikum liess sich von drei grossartigen Bands begeistern.

Da das Wetter nicht so schön war wie erwartet, konnte leider nicht auf der Terrasse der Ziegelei gespielt werden. Trotzdem genossen zahlreiche Gäste vor dem Konzert eine Bratwurst oder ein Getränk unter freiem Himmel. Später liessen sich Jung und Alt von den Musikern mitreissen und in ihre Welt entführen.

Musik und Witz

The Matchsellers, ein aufgewecktes Duo aus den USA, bewiesen nicht nur Humor, als sie die Leute durch ihr Programm führten, sondern auch, dass sie brillante Musiker sind. Sie an der Geige und er an der Gitarre fesselten das Publikum mit ihrem musikalischen Können und nicht zuletzt mit ihren wunderbar harmonierenden Stimmen. Als sich Andrew Morris und Julie Bates das erste Mal trafen, spielte sie nur Klassik und er nur Blues. Ein bisschen bekannt war den beiden, die, wie Andrew Morris lachend sagte, Geschwister und Paar zugleich seien, down-home bluegrass.

Diese amerikanische Form von älterer traditioneller Musik, mit nur einem Mikrophon und ohne verstärkte Instrumente, beherrschten die beiden bis zur Perfektion.

Noch nie Gehörtes

Als nächstes wurde das Publikum mit verschiedenen musikalischen Leckerbissen seitens Bob Spring and the Calling Sirens verwöhnt. Das «Tüpfli auf dem i» schuf die Schweizer Band mit zwei Songs aus dem neuen Album. Diese wurden vom Publikum ebenso begeistert beklatscht wie die bekannten und immer wieder gern gehörten Lieder. Die fünfköpfige Band gab alles und man sah und hörte die Leidenschaft, mit der es ihnen gelang, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Ganz speziell war die fast schon familiäre Stimmung, die sie mit ihren Songs und auch insbesondere mit der vom Publikum geforderten Zugabe zu erzeugen verstanden.

Bob Spring sah den Sinn nicht mehr im CD verkaufen. Selbstironisch meinte er, Musiker würden ja sowieso nie Geld verdienen. Daher warf er, sozusagen als «Amuse-Bouche», zwei CD wie Frisbees in die Menge.

Whisky-Diebe

Die dritte und letzte Band des Abends kommt aus Sligo, Irland. Rackhouse Pilfer, was so viel bedeutet wie Diebe, welche die Whisky-Destillerie ausrauben. Man merkte jedoch nicht nur dem Namen an, dass es sich hierbei um Iren handelte, sondern auch am Sound. Die häufig sehr lebendigen Stücke mit den schnellen mitreissenden Rhythmen regten sogar einige zum Tanzen an. Die sechs Mann starke Gruppe kommt seit drei Jahren immer wieder in die Schweiz. Eine willkommene Ab wechslung zu ihren Touren, die sie sonst durch ganz Irland und England führen. Ende 2016 darf man auch das neue Album der Rackhouse Pilfers erwarten.

Das Publikum zeigte seine Begeisterung, indem es von allen drei Bands hartnäckig eine Zugabe verlangte. Ein sehr gelungener Abend, den wohl viele in guter Erinnerung behalten werden. Wer jetzt Lust bekommt, selber einen solchen Abend zu erleben, für den gibt es noch einige Male diese Möglichkeit. The Matchsellers sind noch dreimal zusammen mit Bob Spring and the Calling Sirens zu hören. Auch die Rackhouse Pilfer touren noch ein bisschen in der Schweiz. Am 8. August spielen sie in Zürich.

Einsiedler Anzeiger (cem)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

05.08.2016

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schwyzkultur.ch/av3ECG