Stress in Aktion: Das Publikum johlte zu jedem Song mit und wippte dazu im Takt. Bild Nadja Tratschin
Stress in Aktion: Das Publikum johlte zu jedem Song mit und wippte dazu im Takt. Bild Nadja Tratschin

Musik

Stress machte keinen Stress

Auf seiner Tournee mit dem neusten Album «Des rois, des pions et des fous» – über Könige, Bauern und Irre – gastierte Stress am Samstagabend in der Ziegelei. Als einer der beliebtesten Live-Acts war das Konzert mit 360 Gästen ausverkauft.

Bis in die Strasse standen die Gäste Schlange. Vereinzelt konnten Fans noch Tickets ergattern. Nicht nur jugendliche Teens und Twens, auch ältere Semester lockte der treibende Hip-Hop-Sound von Stress in die Ziegelei. Während das Publikum beim Auftakt-Gig von M.A.M. noch etwas verhalten zuhörte und eher schwatzend statt singend und tanzend vor der Bühne stand, änderte sich die Stimmung beim Auftritt von Stress mit seiner sechsköpfigen Band schlagartig.Vom ersten bis zum letzten Ton stand kein Fuss still. Die vorderste Front war gesäumt mit zum Teil kreischenden Jugendlichen, die hipten und hopten, was das Zeug hielt. Vermutlich verstanden nicht alle die französischen Texte von Stress, die Hocklines sangen aber restlos alle mit, bis in die hinteren Reihen, in denen eher Ü-30er standen. Stress stresste zwar nicht, aber er beanspruchte das Publikum durchs ganze Konzert hindurch.

Energiebündel

Während gut eineinhalb Stunden trieb er seine Fans, seine Mitmusiker und nicht zuletzt sich selber an. Zwischendurch sang er in die Runde hinein: «Vous-êtes fatigué?» Die Antwort kam prompt laut und singend: «Na, na, na, na, na!» «Gute Musik ist Musik, die voller Energie ist», sagte er und setzte diesen Anspruch eins zu eins in fast allen Songs um. Kleine Fehler, die während des Gigs geschahen, versuchte er gar nicht erst zu vertuschen. Er bezeichnete sie, humorvoll, wie er ist, als Schwierigkeiten, die er fortlaufend von eins bis vier durchnummerierte. Die neuen Songs enthalten mehr rockige Parts, was ihnen gut bekommt. Einer davon ist sogar durch einen Walzertakt geprägt. Mit diesem Song – «Tous les mêmes» – nimmt er die Männer, sich als Ehemann inbegriffen, auf die Schippe und beendet darin im Duett mit Karolyn den Gig. Nicht lange, – denn die Fans fordern mehr, mehr Stress, mehr Hip-Hop. Mit viel Dynamik folgte der Hit «Libéré ». Die Spielfreude, die Stress und seine sechsköpfige Band zeigten, war echt und ansteckend. Mit jedem Song sprang der Funke erneut über den Bühnenrand. Eine schweisstreibende Stimmung, ein ausgelassenes Toben und Brodeln, aber immer friedlich.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

02.11.2009

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schwyzkultur.ch/nM7ZMt