Michelle Ryser hat sich die Seele aus dem Leib gesungen» und bei Maja Brunner blieb keiner mehr auf dem Stuhl sitzen. Bilder Franz Kälin
Michelle Ryser hat sich die Seele aus dem Leib gesungen» und bei Maja Brunner blieb keiner mehr auf dem Stuhl sitzen. Bilder Franz Kälin

Musik

Wenige Zuhörer nur, dafür aber begeisterungsfähige

Am letzten Samstagabend mag es wohl einige Gründe gegeben haben, dem Unterhaltungsabend der «Konkordia» fernzubleiben: erst Grillwetter, dann aufziehendes Gewitter mit Blitz und Donner. Die auftretenden Künstler liessen sich aber nichts anmerken und bescherten den wenigen Besuchern einen musikalisch bunten Abend.

Als ob es ein schlechtes Omen sein sollte: eine Viertelstunde vor Beginn des Unterhaltungsabends blies der aufkommende Sturm das Eingangszelt vor der Furrenturnhalle um. Ja, und drinnen herrschte zu diesem Zeitpunkt Tristesse: Nur knapp ein Drittel der Halle war belegt  und das sollte sich bis zum Schluss nicht ändern. Wenigstens machte das anwesende Publikum voll mit und belohnte die “gespielte(?)“ Begeisterung der auftretenden Akteure, die alles gaben.

Michelle Ryser als Einheizerin

Die Solothurner Volks-Country-Sängerin beeindruckte mit ihrem Temperament. Sie riss ihren Fanclub mit und auch die andern Leute liessen sich anstecken. Michelle sang einige eigene Titel, dann aber unter grossem Applaus «Country Roads». Als sie nach einem Rock'n'Roll-Medley mit unter anderem «Rockin' all over the World» von Status Quo auch noch eine fetzige Version von «Cotton Fields» zum Besten gab, erhielt sie donnernden Applaus. Die sympathische Frau sang sich die Seele aus dem Leib, um das spärliche Publikum zu unterhalten. Mit ihrem Temperament erinnert sie an die erfolgreiche Märchlerin Diana.

Eine fulminante Show

«Alpenland Sepp & Co», die Multi-Instrumentalisten, legten hernach eine fulminante Show hin. Sie imitierten verschiedene Stars, so unter anderem Oesch's die Dritten, Francine Jordi, Tina Turner und Conchita Wurst. Der Höhepunkt war sicher die Wiedergabe von Bette Midlers «The Rose».

Maja Brunner mit Heimspiel

Nach 23 Uhr hatte die Schindelleg lerin ihren Auftritt. Sie meinte zu Beginn, dass sie ob des halb leeren Saals erst erschreckt sei, sie aber gemerkt habe, dass das Publikum ganz super sei. Sie freue sich über jeden einzelnen Anwesenden  und begann gleich mit ihrem grössten Hit: «Das chunnt eus spanisch vor!» Geschickt verband sie die Songs mit passenden Fragen beim Publikum und löste Lacher aus. Ihre süditalienischen Lieder kamen gut an, noch besser ihre Rock'n'Roll-Einlage.

Und dann geschah etwas, was wohl nicht mancher Künstler je fertigbrachte: Zur Polonaise blieb kein Mensch auf dem Stuhl sitzen - alle, wirklich alle machten mit. Und dann wars auch schon vorbei - nein, eine Zugabe schenkte Maja Brunner den dankbaren Zuhörern: «Dameschwingä z' Schwamedingä! «Alpenland Sepp & Co» brachten dann mit ihren Klängen viele Paare zum Tanzen.

Woran lags, dass so wenige Leute diesen Unterhaltungsabend geniessen wollten? Lag es an der mangelnden Anziehungskraft der Künstler für einen Samstagabend, der ein junges, sicher jüngeres Publikum sucht? Nichts gegen «Alpenland Sepp & Co», aber diese exzellenten Musiker zogen vor drei, vier Jahrzehnten ihr Publikum in Scharen an. Aber die Zeit ist nicht stehen geblieben, die jungen Leute «ziehen» sich andere Musik rein. Damit sei nichts gegen die Musiker gesagt,nur: Sie haben sich selbst überlebt. Schade um ihre Musikalität und ihre komischen Einlagen.



Einsiedler Anzeiger (lj)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

09.06.2015

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