André Ott (links) übergibt sein Amt als Musikschulleiter im Juli an Adrian Meyer. Bild Patrizia Pfister
André Ott (links) übergibt sein Amt als Musikschulleiter im Juli an Adrian Meyer. Bild Patrizia Pfister

Musik

Wertschätzung für die Musikschule ist da

Der neue Musikschulleiter Adrian Meyer übernimmt sein Amt am 1. Juli Nach knapp zehn Jahren als Musikschulleiter übergibt André Ott sein Amt an Adrian Meyer. Der gebürtige Berner ist motiviert für seine neue Aufgabe.

Der Ybriger André Ott nimmt ab dem nächsten Schuljahr eine neue Herausforderung als Musikschulleiter in Freienbach an. Bei der grössten Musikschule im Kanton können auch Tanzkurse besucht werden, womit man in Freienbach auf total 1300 Kursbelegungen kommt. In Einsiedeln sind es rund 850. Die definitive Übergabe der Leitung findet in Einsiedeln per Ende Juli statt. «Dass jemand aus dem bisherigen Team die Musikschulleitung übernimmt, macht Dinge einfacher», so der 37-jährige Ott, der auch in Zukunft in Einsiedeln ein Teilpensum als Kontrabass- und Schwyzerörgeli-Lehrer geben wird.

Kulturort mit Potenzial

Die Anmeldefrist für nächstes Schuljahr endete bei der Musikschule Einsiedeln (MSE) im Mai und auch das Budget wurde bereits eingereicht. Bei diesen Aufgaben half Adrian Meyer tatkräftig mit. In den letzten 10 Jahren seien die Anzahl der Kursbesuche in der MSE stabil geblieben. Es hat sich aber das Angebot und der Unterricht inhaltlich und qualitativ verbessert. Die Lehrer tauschen sich besser aus und es gibt mehr Projekte als früher. Seit 2015 bietet die Musikschule Einsiedeln zudem Erwachsenenunterricht an. «Die Nachfrage ist gross und liegt über unseren Erwartungen.» André Ott sieht noch weiteres Potenzial für Einsiedeln: Man könnte Besuchern Intensivwochen anbieten oder die Infrastruktur der Musikschule während den freien Zeiten touristisch nutzen. «Wir besitzen als Kulturort ein grosses Potenzial, worin es sich zu investieren lohnt», ist der Musikschulleiter überzeugt. Seit letztem Jahr gibt es eine Leistungsvereinbarung zwischen der Stifts- und der Musikschule. «Wir haben Kurse und Lehrpersonen übernommen.» Die Stiftsschule sei die einzige Mittelschule im Kanton mit einem solch grossen Instrumental- und Vokal-Kursangebot und es ist ebenfalls die erste offizielle Zusammenarbeit zwischen einer Musik- und Mittelschule. «Es macht Sinn, Synergien zu nutzen, auch wenn die Lehrpersonen so leider Lohneinbussen in Kauf nehmen müssen.»

Rückbesinnung zu den Wurzeln

Das Instrumentenspektrum der Musikschule Einsiedeln ist gross, von Alphorn und Akkordeon bis zu Violine und Xylophon. Es sind über 40 Musiklehrer beschäftigt. Es gebe immer wieder Trendinstrumente, momentan beispielsweise die Gitarre. In Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung erkennt Ott eine Tendenz zurück zum regionalen Brauchtum und zu Traditionen: Schwyzerörgeli ist beliebt und auch im Kinderjodelchörli machen über 20 Kinder mit. Die Musikschule unterrichtet bei Nachfrage nicht nur im Dorf sondern auch in allen Vierteln. Die MSE erreichte unter André Otts Führung eine klare Ausrichtung und einen hohen Entwicklungsstand. 2012 empfing sie als erste zertifizierte Musikschule in der Zentralschweiz, das Label «Quarte II».

Grosse Wertschätzung

Der Bezirksrat wählte Adrian Meyer zum neuen Musikschulleiter. Er tritt seine Stelle am 1. Juli an. Nach Abschluss seines Studiums in Luzern spielte Meyer zwei Jahre lang im Luzerner Sinfonieorchester. Im nächsten Oktober schliesst er die Weiterbildung «CAS Führen einer Bildungsorganisation» an der pädagogischen Hochschule ab. Bereits seit 2009 ist Adrian Meyer als Musiklehrer in Einsiedeln tätig. Momentan wohnt er noch in Luzern, gegen Ende Jahr zügelt er jedoch in den Kanton Schwyz. Ursprünglich kam der 35-Jährige als Stellvertreter an die MSE, später bewarb er sich für ein fixes Pensum als Klarinettenlehrer. Er schätzt Einsiedeln sehr: «Es ist sehr angenehm mit den Kindern zusammenzuarbeiten, sie haben einen guten Zugang zum Instrument.» Diese Meinung teilt auch André Ott: «Die Wertschätzung der grossen Öffentlichkeit, der Behörden und Familien ist da!» Zwar sei immer viel los, der Musikunterricht werde jedoch ernst genommen. Dies sieht man auch an der grossen Nachfrage in den Ensembles. Beispielsweise eine Jugendmusik wie diejenige in Einsiedeln muss man von der Grösse und Qualität her weitherum suchen. «Die Musikschule soll auch Spass machen», sagt Meyer. Dazu trage der Unterricht auch zur persönlichen Entwicklung u

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

24.06.2016

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