Der Höhepunkt des Abends waren die beiden Querflöten-Solistinnen, welche in perfekter Harmonie die anspruchsvollen Passagen brillant spielten. Bild Franz Kälin
Der Höhepunkt des Abends waren die beiden Querflöten-Solistinnen, welche in perfekter Harmonie die anspruchsvollen Passagen brillant spielten. Bild Franz Kälin

Musik

Zauberhafte Flötenklänge in perfekter Harmonie

Am vergangenen Sonntagvorabend fand das Konzert des Orchestervereins Einsiedeln in der Jugendkirche statt. Höhepunkt war das Flötenkonzert mit zwei grossartigen Solistinnen.

Bevor das vorabendliche Konzert unter der musikalischen Leitung von Lucia Canonica mit dem Lyrischen Andante für Streichquintett von Max Reger eröffnet wurde, ergriff die Präsidentin des Orchestervereins das Wort. Ruth Thalmann begrüsste zahlreiche Konzertbesucher und freute sich, dass der Orchesterverein bereits kurz nach der Einweihung in der wunderschön renovierten Jugendkirche konzertieren darf. In ihrer Einführung gab sie einige Informationen zum bevorstehenden Programm und zu den Solistinnen bekannt. Nach diesem wahrlich lyrischen und äusserst bedächtigen Andante, welches auch unter dem Namen «Liebestraum» bekannt ist und für eine Hochzeit Ende des 19. Jahrhunderts komponiert wurde, wartete mit dem Konzert G-Dur für zwei Flöten und Kammerorchester nun ein wahres Hörvergnügen aufs Publikum. Franziska Stäuble und Junia Landtwing übernahmen den anspruchsvollen Solopart im Werk des Italieners Domenico Cimarosa. Cimarosa, sonst eher als Schaffer von Opern bekannt, hat auch einige Solowerke komponiert, darunter dieses bekannte Flötenkonzert. Dass er eine Frohnatur war, widerspiegelt sich deutlich in seiner Musik.

Brillante Flötenklänge

Die beiden Solistinnen meisterten ihre Aufgabe mit Bravour. Mit spielerischer Leichtigkeit erklangen die anspruchsvollen technischen Passagen brillant. Einfühlsam und ausdrucksstark klang die Gestaltung des zweiten Satzes, des Largos. Die beiden schienen perfekt zu harmonieren. Nebst den beiden Solistinnen hatte auch das Orchester einen nicht minder herausfordernden Begleitpart zu meistern.

Ein vielfältiges Klangspektrum

Edward Elgars Serenade für Streichorchester op. 20 in e-Moll sorgte wieder für etwas Entspannung. Ein feines, dreisätziges Werk des be kannten englischen Komponisten mit vielen ruhigen Momenten. Das Orchester kämpfte etwas mit Into nationsproblemen, spielte jedoch dynamisch nuanciert und wurde von der Dirigentin Lucia Canonica gewohnt sicher geleitet. Einen würdigen Schlusspunkt des rund einstündigen Konzertabends bildete die Pastoral-Suite op. 19 des schwedischen Komponisten Lars-Erik Larsson. In diesem dreisätzigen Werk wurde das Orchester mit zusätzlichen Bläsern auf rund dreissig Personen erweitert. Ob Flöten, Klarinetten, Oboen, Fagotte, Trompeten und Waldhorn  sie alle trugen zur Vielfalt des neuen Klangspektrums bei und kamen zu zahlreichen solistischen Einsätzen. Während man sich in der Ouvertüre in einer einsamen, schwedischen Moos- und Flechten-Landschaft wähnte, kam der zweite Satz verspielt und mit einem spannenden Wechselspiel an Melodien daher. Im abschliessenden Scherzo wurden dann Tempo und Intensität nochmals gesteigert.

Grosser Applaus

Die Konzertbesucher belohnten die tolle Gesamtleistung und die Leistung der herausragenden Solistinnen mit langanhaltendem und herzlichem Applaus. Im nächsten Jahr steht das 150-Jahr-Jubliäum des Orchestervereins Einsiedeln an. Dazu sind, wie den Ausführungen der Präsidentin zu entnehmen war, zahlreiche Auftritte und Projekte geplant  man darf gespannt sein.

Einsiedler Anzeiger (ank)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

10.11.2015

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schwyzkultur.ch/ju3jGJ