Sechs Knaben und achtzehn Mädchen waren dieses Jahr wieder voll motiviert bei der Kinderchorwoche dabei. Bild Walter Grämiger
Sechs Knaben und achtzehn Mädchen waren dieses Jahr wieder voll motiviert bei der Kinderchorwoche dabei. Bild Walter Grämiger

Musik

Zusammen leben und musizieren

Zum Abschluss der siebten Einsiedler Kirchenmusik- und der fünften Kinderchorwoche fand am vergangenen Freitag die Abendmusik in der Klosterkirche statt. Die zahlreichen Besucher sind der Beweis dafür, dass die Kirchenmusikwoche einen festen Platz im kulturellen Leben des Klosterdorfes einnimmt.

Am Beispiel der Kinderchorwoche unter der Leitung von Edith Pécaut, Richterswil, mit ihrem Leiterteam Debora, Tabea und Natalie lässt sich der Erfolg, der in wenigen Tagen erarbeitet wurde, beschreiben. Thema der diesjährigen Kinderchorwoche war «(re)creation». Pécaut: »Das heisst Erholung, Schöpfung, Neues entstehen lassen. Das machen wir nicht nur singend mit der Musik, sondern auch in der Freizeit. Dieses Jahr konzentrierten wir uns bewusst auf die vier Elemente in der Natur». Die Lagerleiterin ist heute als Musikpädagogin, Chorleiterin und Katechetin tätig und sagt: «Ich musiziere leidenschaftlich gerne mit Kindern und Jugendlichen».

Eine tolle Leistung

Sechs Knaben und achtzehn Mädchen waren dieses Jahr wieder dabei. Die Mischung stimmte, trotz Mädchenüberzahl. Erstaunlich ist die Tatsache, dass in den wenigen zur Verfügung stehenden Tagen, beispielsweise in chorischer Hinsicht, erstaunliche Fortschritte erzielt wurden. Das gilt natürlich auch für die Mitglieder der 7. Kirchenmusikwoche. Die Verantwortlichen führen den Erfolg dieser wenigen Tage auf das abwechslungsreiche Wochenprogramm zurück. «Wichtig war mir der Besuch der Marienkapelle und der Klosterkirche in der Stille», erklärte die Richterswilerin und weiter: «Zur wirklichen Recreation gehört, dass man still werden und lauschen kann, was in und um einen passiert.»

Unter neuer Leitung

Nachdem sich der bisherige Chorleiter Hansueli Bamert zurückgezogen hatte, konnte man diese grosse Lücke mit Bernhard Pfammatter, dem Kirchenmusiker an der Liebfrauenkirche in Zürich, neu besetzen. Sein Einstieg an der Kirchenmusikwoche kann in jeder Beziehung als gelungen bezeichnet werden. Der Zürcher Chorleiter ist seit Ende 2008 für den Aufbau der Vokalmusik an der Liebfrauenkirche Zürich verantwortlich und somit Inhaber einer der grössten katholischen Kirchenmusikstellen der Schweiz. Das vielfältige Kursangebot umfasste denn auch verschiedene Disziplinen der kirchlichen Musik. Zwischen Erwachsenenwoche und Kinderchorwoche gab es aber kaum Berührungspunkte. «Die Erwachsenenwoche berührte das Programm nur in einem Lied, das wir mit dem Atelier von Wolfgang Teichmann sangen, und am Schlussabend beim gemeinsamen Refrain von Paul Inwood», erklärte Pécaut.

Die junge Generation eröffnete

Die jungen Künstler wussten ausnahmslos zu gefallen. Die Begeisterung für den Chorgesang und für die kirchliche Musik spürte man bei allen Interpreten. Die Abendmusik erwärmte Seele und Geist aller Besucher. Auch wenn die jungen Sängerinnen und Sänger bei Cantique de Jean Racine, eine Komposition für gemischten Chor und Klavier oder Orgel von Gabriel Fauré, zu Beginn noch etwas zaghaft ans Werk gingen, schaffte es Edith Pécaut in den folgenden Stücken, alles aus ihren Schützlingen herauszuholen. So wurde «Sing mit Freud» von Paul Inwood fröhlich klatschend interpretiert. Jetzt erlebte die ganze Freude und der Spass der vergangenen Woche ihren endgültigen Durchbruch.

Schöpfungsmesse als Höhepunkt

Neben Werken von Fauré, Rutter, Viadana, Tallis oder Menschick kam die Schöpfungsmesse von Luigi Gatti, als Höhepunkt zur Aufführung. Der italienische Komponist erhielt seine Ausbildung in Mantua, wo er zum Priester geweiht wurde und Tenor an der Kirche Santa Barbara war. Gatti lebte von 1740 bis 1817, war Komponist der Klassik und Priester. Chor und Orchester wurden ausschliesslich mit Teilnehmern der Erwachsenenwoche des Kirchenmusikverbandes besetzt. Chorleiter Bernhard Pfammatter gelang es auf eindrückliche Weise, unter Mitwirkung der Solisten Barbara Böhi, Sopran; Amanda Schweri, Alt; Reto Hofstetter, Tenor und Reinhard Strebel, Bass die verschiedensten Charaktere aus allen Teilen unseres Landes in wenigen Tagen zu einer Einheit zu formen.

Einsiedler Anzeiger (grä)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

18.10.2016

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schwyzkultur.ch/SDgdds