Sebastian Rauchenstein und die 30 aktiven Musikanten der Feldmusik Gross proben seit den Sommerferien fleissig für das Jahreskonzert vom 17. November 2018 zum Thema «Nachtexpress», das von einem kleinen Theater begleitet wird. Foto: Angela Suter
Sebastian Rauchenstein und die 30 aktiven Musikanten der Feldmusik Gross proben seit den Sommerferien fleissig für das Jahreskonzert vom 17. November 2018 zum Thema «Nachtexpress», das von einem kleinen Theater begleitet wird. Foto: Angela Suter

Musik

«Zusammen musizieren macht Spass!»

Sebastian Rauchenstein – dieser Name taucht im Zusammenhang mit Blasmusik in der Region Einsiedeln immer häufiger auf. Angefangen hat seine Berufsmusiker-Karriere in Gross. Bei der Feldmusik Gross dirigiert er am 17. November bereits das siebte Jahreskonzert.

Sebastian Rauchenstein wurde die Leidenschaft zur Musik in die Wiege gelegt, schon seine Eltern waren musikinteressiert. Er lernte zuerst Klavier und durch seinen Vater kam er zu einer Guggenmusik und lernte dort Trompete. Später kam er dann zum Waldhorn, welchem Instrument und seinen diversen Variationen er bis heute treu blieb. In der Kanti packte ihn das Orchesterfieber und es wurde ihm klar, dass er Musik zu seinem Beruf machen möchte. Etwas Glück war auch dabei, weil er jeweils die richtigen Leute um sich hatte, die ihn förderten. Noch bevor Sebastian Rauchenstein 2012 seinen Musik-Bachelor an der Hochschule Luzern in der Hornklasse in den Händen hielt, hatte er seinen ersten Job als Dirigent. Die Feldmusik Gross war nämlich gerade auf der Suche, da der bisherige Dirigent Armin Marty kürzertreten musste/wollte. «Ich hatte gerade den kantonalen Dirigentenkurs bei Urs Bamert gemacht. Der damalige Präsident der Grosser Feldmusik, Peter Füchslin, fragte bei Urs an, ob er einen Dirigenten kenne. Sehr unkompliziert und rasch kam ich so zur Feldmusik Gross», erzählt Sebastian Rauchenstein. Ihm war es wichtig, die Theorie gleich nach dem Kurs in die Praxis umzusetzen.


Glücksgriff für die Grosser


Bei den Grossern fühlte er sich sofort wohl: «In der ersten Probe habe ich erleichtert festgestellt, dass eine gute Basis da ist, auf der wir aufbauen können.» Im November 2011, dem ersten Jahreskonzert mit den Grossern, erfolgte dann die Stabübergabe und seit Januar 2012 ist Rauchenstein vollamtlicher Dirigent der Grosser Feldmusik. Ramona Kälin, heutige Präsidentin der Feldmusik Gross, meint: «Sebastian war ein Glücksgriff! Dank seiner guten Vorbereitung können wir viel effizienter proben – wir proben weniger und spielen besser!» Von vielen Seiten hören die Grosser, dass sich ihr Spiel enorm gesteigert habe, seit sie von Rauchenstein dirigiert werden.


In der ganzen Region engagiert


Nach dem Engagement bei den Grossern kamen diverse Aufgaben in der Region hinzu. In Wollerau und Einsiedeln wurde er an den Musikschulen als Hornlehrer angestellt. Seit 2015 leitet er das Aspirantenspiel in Einsiedeln und auch die Jugendmusik Glattal und bildet dort junge Instrumentalisten im Orchesterspiel aus. Seit Sommer 2018 ist er nun auch noch im Ybrig aktiv – einerseits als Dirigent der Spielgemeinschaft Ybrig und andererseits ebenfalls an der Musikschule und bei der Bläserklasse. Sebastians Tage sind gut gefüllt: Neben Unterrichtslektionen untertags dirigiert er an drei Abenden verschiedene Orchester, dazu kommen Organisationsarbeit und Vorbereitung. Daneben konzertiert der Berufsmusiker regelmässig mit dem Sinfonieorchester Kanton Schwyz, mit diversen Orchesterund Kammermusikformationen. Die Proben mit anderen Berufsmusikern finden oft untertags statt. «Meine Tage sind schön ausgefüllt. Wenn sich mein Leben einmal in Richtung Familie entwickeln sollte, müsste ich da schon etwas ändern», meint Rauchenstein. Doch momentan könne er sich nicht über zu wenig Freizeit beklagen.


Einsiedeln bietet viel!


Im Sommer 2014 schloss Rauchenstein sein Master-Studium in Instrumentalpädagogik ab. Zurzeit macht er an der Hochschule in Zürich ein Zusatzstudium zur Orchesterleitung. Dafür durfte er im Oktober für einen wöchigen Studienaufenthalt nach Bulgarien. In all seinen Orchestern darf er bei Abwesenheit auf Vize-Dirigenten zählen oder er organisiert einen Berufskollegen als Vertretung. Aber die meisten Anlässe und Proben gehen gut aneinander vorbei! Im August fand das erste Konzert mit der Spielgemeinschaft Ybrig statt. Jetzt steht das Konzert in Gross an. Im Januar 2019 das Jahreskonzert der Ybriger und im April 2019 wird es vom Aspirantenspiel (und der Jugendmusik) ein Konzert geben. Die Region Einsiedeln gefällt Rauchenstein. Der 29-Jährige ist in Lachen geboren und wohnt seit 1994 in Wollerau. Im Moment stimmt diese Wohn- und Arbeitssituation noch so für ihn. Er kann sich aber durchaus vorstellen, später einmal nach Einsiedeln zu ziehen: «Einsiedeln bietet so viel, auch kulturell, das reizt mich!»


Einsiedler Anzeiger / as

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

13.11.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/UfXfYJ