Begeisterten das Publikum mit meisterlichem Gesang und Spiel (von links): Nicolas Giusti, Ursula Ferri und Vsevolod Grivnov. Foto: Franz Kälin
Begeisterten das Publikum mit meisterlichem Gesang und Spiel (von links): Nicolas Giusti, Ursula Ferri und Vsevolod Grivnov. Foto: Franz Kälin

Musik

Zwei Stimmen erfüllen das Kloster

Am vergangenen Samstag sang die Opernsängerin Ursula Ferri ein Konzert im Kloster Einsiedeln. Rund 400 Klassikfans fanden den Weg in die Klosterkirche.

Bereits um 20 Uhr strömten viele Menschen in die Klosterkirche, um das einzigartige Konzert zu geniessen. Bis zum Konzertbeginn um 20.15 Uhr war die Kirche dann ziemlich gut gefüllt mit zirka 400 Zuhörern. Das Konzert zog eher ältere Semester an, jedoch sah man zwischendurch auch Familien mit Kindern. Im Publikum hatte es einige Einsiedler, die Mehrheit jedoch war von auswärts angereist. Das machte sich auch gegen Ende des Konzertes bemerkbar, als einige die Kirche vorzeitig verliessen, wohl um den Zug zu erwischen.

Klösterlicher Empfang

Die Zuhörer wurden um 20 Uhr noch von der Komplet der Klosterbrüder empfangen und dadurch in eine andächtige, klösterliche Stimmung versetzt. Auch die Temperaturen waren wie gewohnt kühl und eine Jacke war von Vorteil. Der beim Eingang aufgelegte Prospekt informierte das Publikum über die drei Gastgeber und über den Verlauf des Konzertes. Nach der Komplet mischten sich einige Patres unter die Zuschauer und das Konzert konnte mit minimaler Verspätung beginnen. Die ersten Orgelklänge erfüllten die hohe Klosterkirche. Bald setzte auch die Altistin Ursula Ferri mit dem ersten Ave Maria von Schubert ein. Die Sängerin suchte man vergebens, sie stand oben links neben der Marienorgel. Der Klang ihrer Stimme war einzigartig und wunderschön. Ferri singt mal hoch und dann wieder tief, wechselt zwischen laut und leise und setzt ihre Stimme gekonnt ein. Ferri verfügt über eine Stimme, der sowohl vom Umfang als auch vom Volumen her kaum Grenzen gesetzt scheinen. Die Eggerin sang das bekannte Stück von Schubert mit viel Gefühl, sie kann den emotionalen Reichtum ihrer aussergewöhnlichen Stimme auf das schönste entfalten.

Star-Tenor aus Russland

Das zweite Lied war ein Solo des Star-Tenors Vsevolod Grivnov aus Moskau, er ist der Freund von Ursula Ferri. Der Russe ist international bekannt und tritt in den renommiertesten Opernhäusern Europas und Amerikas auf. Er sang Pietà Signore von Stradella mit viel Kraft inseiner hohen Männerstimme. Auch er konnte den Zuhörern die Stimmung des Liedes gut vermitteln. Er liess sich an der russischen Musikakademie ausbilden und verfügt heute über ein weit gefächertes Repertoire. Auch die Orgel wurde vom Italiener Nicolas Giusti mit viel Gefühl gespielt. Sicher war das auch für den Pianisten einzigartig, auf der berühmten Einsiedler Marienorgel zu spielen. Giusti ist Dirigent, Komponist, Pianist und Gesangs-Coach und seine Kompositionen werden von wichtigen Radio- und Fernsehstationen besprochen und ausgestrahlt. Während den 60 Minuten, die das Konzert dauern sollte, folgten noch zwei weitere Ave Mariae und weitere Stücke von Bach, Rossini und anderen. Einige Lieder sangen die beiden Opernsänger zusammen und andere gaben sie als Solist zum Besten. Auch der Organist durfte einen Choral von Bach als Solist spielen.

Tosender Applaus

Viele im Publikum lauschten dem Konzert mit geschlossenen Augen, einige sangen sogar leise mit. Es waren sicher auch einige dabei, die zum ersten Mal einen Opernsänger oder eine Opernsängerin live gehört haben und die Stimmung und der Klang in der Klosterkirche sind noch zusätzlich einmalig. Es war nur etwas schade, dass man die Sänger während des Gesangs nicht beobachten konnte. N ach dem letzten Lied gab es von den Zuhörern einen tosenden Applaus, was zu einer kleinen Zugabe führte. Nach diesem kleinen Extra zeigten sich die drei Musiker vor dem Publikum und genossen den Applaus sichtlich. Beim Konzert wurden Live-Aufnahmen gemacht, welche man später bei Ursula Ferri als CD kaufen kann.

Infos unter

www.ursulaferri.ch



Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

03.08.2010

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schwyzkultur.ch/nAnnsW