Musik
«Probier’s mal mit Gemütlichkeit»
72. Laetarekonzert der Studentenmusik: Das facettenreiche Programm des Studentenorchesters führte von Marsch über Filmmusik bis zu Pop und Elektronik. Die mitreissenden Darbietungen zogen das Publikum in seinen Bann.
Laetare bedeutet «freue dich!» Dieses Versprechen lösten die über fünfzig Musikerinnen und Musiker der Stiftsschule ein. Erfrischend und kraftvoll sorgten sie für gepflegte Unterhaltung in verschiedenen Musikstilen. Der Theatersaal war bis auf den letzten Platz besetzt.
Ein biblischer Moment
Mit dem schwungvollen Einstieg «Joshua» wurde die Geschichte von Jericho in Erinnerung gerufen. Joshua hatte von Gott den Auftrag, die Stadt zu erobern. Durch Posaunenklänge und Geschrei brachten seine Leute die Stadtmauern zum Einstürzen. Ähnlich lautstark hallte das befreiende «Yeah!» als Finale durch den Raum und wurde mit grossem Applaus quittiert. Zwei Moderatorinnen führten mit Humor durch den Abend und zeigten sich erleichtert, dass die Klostermauern trotz Bläser und Gebrüll noch stehen.
Orientalische Klänge
Die Musikerinnen und Musiker zwischen dreizehn und zwanzig Jahren proben zwei Mal pro Woche über den Mittag unter der Leitung von Lukas Meister und Simon Haldemann. Sie sind stets abrufbar und einsatzbereit für Auftritte. Lukas Meister äusserte sich in der Pause begeistert über sein Ensemble. «Sie sind sehr motiviert und ha-ben ein starkes Verantwortungsgefühl. Es ist ihnen wichtig, dass das Zusammenspiel optimal gelingt. » Am Konzertabend zeigten die Schülerinnen und Schüler, wie stark sie auch die Themen ihrer Stücke verinnerlicht haben. Flink raste die schnellste Maus von Mexiko über die Bühne. «Speedy Gonzales» war ein Ohrenschmaus. Bei «Aladdin» fühlte sich das Publikum in die Märchenwelt von Tausendundeiner Nacht versetzt. Mit den orientalischen Klängen vermochten sie gleichzeitig den Flaschengeist Dschinni aus der Wunderlampe in den Saal zu blasen, was für eine zauberhafte Stimmung sorgte.
Die Komposition eines Maturanden
Auch beim Dschungelbuchthema konnten die Gefahren der Wildnis musikalisch hautnah miterlebt werden. Sobald dann die Balu-Passage kam «Probier’s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit!» lehnten sich die Besucher entspannt zurück. Speziell im Programm war die Uraufführung «Metro pulse». Der Maturand Hugo Vetter hat dieses dynamische Werk für Orchester geschrieben, nachdem er 2023 in New York den Puls und das Treiben der Grossstadt kennengelernt hat. Die Umsetzung gelang bravourös, das Publikum klatschte begeistert. Pater Lukas Helg, der 42 Jahre lang die Studentenmusik dirigiert hat-te, äusserte sich voller Lob zum Konzertabend. «Es ist erstaunlich, wie frisch und fröhlich musiziert wird», erklärte er und wunderte sich, dass sich die heutigen Jugendlichen noch Zeit für ein solch intensives Hobby nehmen. Zudem brachte er den beiden Dirigenten hohen Respekt entgegen: «Sie wissen genau, wie sie die Musiker motivieren können.» Energiegeladener und grooviger Höhepunkt Wie selbständig die Orchestermitglieder im Verlauf der Jahre werden, zeigte sich beim Auftritt der Maturandinnen und Maturanden. Sie verabschiedeten sich mit einem eigenen Programm. Die Stücke «Locked out of heaven», «Freed From Desire» und «Viva La Vida» kamen energiegeladen und groovig daher. Mit E-Gitarren, Bläsern und Percussion heizten sie dem Publikum ein. Tosender Applaus und anfeuerndes Rufen der ehemaligen Maturanden, die zahlreich erschienen waren, rundenten einen weiteren Höhepunkt des Abends ab. Nach «Smoke On The Water» wurde das zufriedene Publikum ins Schneetreiben entlassen.
Einsiedler Anzeiger / Anita Chiani
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- Musik
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