Kunst & Design
Dies & Das
Rettung in letzter Minute?
Die Bibliothek Werner Oechslin steht nach der Ablehnung des Kantonsbeitrages durch den Kantonsrat vor dem Aus: Im Juni soll allen Mitarbeitern gekündigt und der Betrieb Ende 2026 eingestellt werden. Eine Petition lässt nun neue Hoffnung aufkommen.
Der Verein der Freunde der Bibliothek Werner Oechslin hat nach der Ablehnung des Kantonsbeitrags durch den Schwyzer Kantonsrat eine Petition lanciert. Unterstützt von Forschenden, Kulturschaffenden und Privatpersonen aus der ganzen Schweiz und dem Ausland will der Verein ein deutliches Signal setzen. «Wir möchten ein sichtbares Zeichen setzen, dass die Bibliothek und ihre Forschungsleistung überregional und international hochgeschätzt wird.» Die Petition richtet sich an Bund und Kanton und fordert eine erneute politische Prüfung der Finanzierungslösung.
Kantonsrat sagt Nein: 600’000 Franken sind zu viel
Im Rat überwog 2024 die Sorge um Steuergeld: Für den Betrieb der Bibliothek Werner Oechslin sollten 2025–2028 jährlich 600’000 Franken aus der ordentlichen Staatskasse flies-sen – für viele ein falsches Signal und ein Präzedenzfall. Gegner stellten das Kosten-Nutzen-Verhältnis infrage, monierten fehlende Transparenz, betonten andere Prioritäten und warnten vor Objektfinanzierung. Wiederkehrend war auch der Vorwurf, die Bibliothek werde zu stark mit dem Gründer verknüpft und wirke wie ein «privates Hobby», das man mit öffentlichen Mitteln «vergolden» solle. Zentral waren zudem Unsicherheiten zu Eigentum und Kontrolle: Die Bücher gelten als Privatsammlung; wer hat künftig das Sagen, und wie wird ein Verkauf ausgeschlossen? Und weil die Verbundlösung nur bei Zustimmung aller Partner greift, wollte man ohne Garantien keine langfristige Verpflichtung eingehen. Am Ende wurde die Ausgabenbewilligung mit 54 zu 40 Stimmen zurückgewiesen.
Petition – was sie bewirken kann
Eine Petition ist ein schriftliches Begehren an Behörden. Sie entsteht durch einen formulierten Text, eine Unterschriftensammlung und die Einreichung bei der zuständigen Stelle. Rechtlich ist sie unverbindlich, politisch jedoch wirksam: Sie zwingt Behörden zur Kenntnisnahme, macht Unterstützung sichtbar, erhöht den öffentlichen Druck und kann neue parlamentarische Vorstösse oder Verhandlungen auslösen.
Einsiedler Anzeiger / Lukas Schumacher
Autor
Einsiedler Anzeiger
Kontakt
Kategorie
- Dies & Das
- Kunst & Design
Publiziert am
Webcode
www.schwyzkultur.ch/2BeBdG