Musik
Schwyzerisches und Englisches musikalisch vereint
Das Sinfonieorchester Kanton Schwyz konzertierte in der Jugendkirche. Landschaftsbilder und folkloristische Klänge erfüllten den Raum. Ein fantastisches Konzert für Oboe und Streicher wurde geboten und vom Schwyzer Komponisten Othmar Schoek erklang «Sommernacht» in naturverbundenen Farben.
Mit einem heiteren Tanz wurde das Konzert eröffnet. Die «St. Paul’s Suite» von Gustav Holst kam in abwechslungsreichen vier Sätzen daher. Auf den energischen Jig folgte ein Ostinato, das sich im 4-Ton-Kopfmotiv wiederholte und dann ein rhythmisch lebhaftes Intermezzo. Das rasante Finale wurde durch ein sachte eingespieltes «Greensleeves» ausgebremst und gipfelte in einem unerwartet witzigen Schluss.
Ein brillantes Oboe-Solo
Urs Bamert dirigierte das 33-köpfige Streichorchester. Mit dabei waren auch vier junge Nachwuchs- Musikerinnen aus dem Jugendprojekt. Das nächste Stück war ein Konzert für Oboe und Streicher a-Moll in drei Sätzen von Ralph Vaughan-Williams. Die Solistin Yoko Jinnai brillierte mit einer starken Ausdruckskraft und technischer Virtuosität. Vaughans impressionistische Komposition ist herausfordernd. Die Klänge der Streicher und der Oboe sind ineinander verschränkt. Das Werk hörte sich an wie ein wunderbarer melancholischer Melodienteppich.
Ergreifende Naturstimmungen
Das Konzert wurde unter dem Motto «Schwyzerisches und Englisches » angekündigt. Im dritten Stück wurde Othmar Schoek gewürdigt. Der Schwyzer Komponist aus Brunnen gehört zu den Spätromantikern. Er wurde durch Klavierlieder und Orchesteropern berühmt. Die Inspiration von «Sommernacht op. 58», einem pastoralen Intermezzo für Streicher, kam vom gleichnamigen Gedicht von Gottfried Keller. Ergreifend gab das Orchester Schoeks Naturstimmungen und landwirtschaftliches Treiben wieder. Zupfend und streichend wurden Sichelrauschen, Jauchzen und Vogelzwitschern bis zum Donnergrollen für das Publikum erlebbar dargeboten. «Sommernacht » bot gefühlsvolle Momente des Eintauchens.
Schottischer Tanz
Der Kreis des musikalischen Osterabends wurde mit Volksmusik aus Schottland geschlossen. Das kreative Werk von Granville Bantock «Scenes from the Scottish Highlands» besteht aus drei schnellen Tänzen, die durch zwei wohlklingende langsame Sätze voneinander getrennt sind. Schwungvoll begann das «Strathspey» und wechselt dann in ein anmutiges Tempo. In «Dirge», einem düsteren Lied, herrschte Grabesstimmung. Die Geigen klagten, Trauer machte sich breit. Schnell wurde das Publikum mit «Quickstep» im 4/4Takt in schnellen Schritten und Drehungen wieder aufgemuntert. Lieblich gebunden erklang der 4. Satz «Galic Melody», der in einem sanften Ritardando verstummte. Zum Schluss wurde frech und aufmüpfig der typisch schottische Tanz «Reel» gespielt. Atemlos, fröhlich gelassen und ohne Rast und Ruh feuerte das Stück ein. Passend dazu war der der Schlussakkord, hingeschmettert wie ein Bumm
Einsiedler Anzeiger / Anita Chiani
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Einsiedler Anzeiger
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