Einfach auf die Treppe sitzen und geniessen … Auf dem Klosterplatz in Einsiedeln herrschte letzten Samstagabend entspannte, lockere, südliche Atmosphäre. Bild Karl Hensler
Einfach auf die Treppe sitzen und geniessen … Auf dem Klosterplatz in Einsiedeln herrschte letzten Samstagabend entspannte, lockere, südliche Atmosphäre. Bild Karl Hensler

Musik

Südliche Ambiance auf dem Klosterplatz

«En starche Gäischt» überzeugte mit gelungenem Auftakt seiner Konzertreihe Es scheint sich ein erfolgreicher Ersatz für die von der Pandemie verursachten Ausfälle der kulturellen Anlässe zu zeigen. Das erste Angebot der Klosterplatz-Konzerte 2020 vermochte, unterstützt von einer herrlich strahlenden Abendsonne, etwas wie südliche Atmosphäre herbeizuzaubern.

Die Idee der Klosterplatz-Konzerte, aus Tourismus-Kreisen im Zusammenhang mit «En starche Gäischt» entstanden, schlug ein. Der Besuch mit rund 150 Gästen, auf den in lockeren Reihen über den unteren Klosterplatz besetzten Bänken, war überraschend gut. Die Akustik des Platzes, nur leicht technisch verstärkt, bewährte sich erneut. Das Gelingen lockt zu Besuchen der weiteren fünf angesagten Auftritte aus verschiedenen Musik-Richtungen.

Musik aus südlichem Sprachraum


Nina, die Tochter des legendären Tessiner-Clowns Dimitri, wusste, zusammen mit ihrer musikalischen Partnerin Silvana Gargiulo, reizvoll etwas auf den Platz zu zaubern, das wie angemessen darauf passte. Obwohl auf der Ellipse zwischen den Klostertreppen stehend, vermochten sie mit ihrer Musik zu begeistern. Es musste ja gut gehen, wachten doch die beiden Kaiser Heinrich und Otto über das ganze Geschehen. Die Lieder, lateinsprachlich gehalten, wussten dank ihres speziellen Ausdrucks zu gefallen. Ob sie nun aus südamerikanischen Gefilden oder aus dem nahen Tessin stammten, sie kamen, von künstlerischem Talent gestützt, bei der aufmerksamen Zuhörerschaft an. Man glaubte, die südliche Atmosphäre lasse sich auf dem Platze nieder.

Musik gehört zum Leben


Aus den Zwischendialogen der Künstlerinnen seien zwei bemerkenswerte, aber nicht weniger wahre Feststellungen herausgepickt: Musik ist die Liebe – Musik ist das Leben – Musik kennt keine Grenzen. Vielleicht gerade deshalb wurde das Protestlied «Bella Tschau, tschau, tschau» in das Programm aufgenommen. Auch der wahre Oldie «Volare» durfte natürlich nicht fehlen. Originell war der Einschub mit Beispielen der unterschiedlich klingenden und damit auch unterschiedlich prononcierten Worte im Sprachenvergleich zwischen deutsch und italienisch. Zum Beispiel klinge das Wort «Knoblauch» im deutschen Gebrauch nach südländischer Ansicht etwas grob, so komme es im italienischen mit «Aglio» (Alio gesprochen) eleganter, anmutiger daher. Ähnlich verhält es sich mit dem mit dem kratzenden «ch» im Wort «Meeresfrüchte ». Wie klingt es doch so ganz anders in Italienisch «Frutti di mare». Als ihr Lieblingsinstrument bezeichnete Nina Dimitri ihre kleine Charango. Es ist dies ein Musikgerät, das aus den südamerikanischen Anden (Bolivien) stammt. Eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Ukulele ist diesem Zupfinstrument nicht abzusprechen. Der Unterschied liegt hauptgewichtig in ihrer höheren Tonlage und ihrer Zierlichkeit. Das Klosterplatz-Konzert am 18. Juli war bereits schon eine erste genussvolle Rosine des Musiksommers. Die Neugier auf die weiteren Aufführungen ist geweckt.

Einsiedler Anzeiger / Karl Hensler

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

21.07.2020

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