Chiara Dubey tritt im Grossen Saal des Klosters Einsiedeln auf. Foto: zvg
Chiara Dubey tritt im Grossen Saal des Klosters Einsiedeln auf. Foto: zvg

Musik

«Unsere Klangwelt ist verträumt und surreal»

Am Samstag, 28. Mai um 18 Uhr, tritt die 28-jährige Chiara Dubey mit ihrem Ensemble im Grossen Saal des Klosters Einsiedeln auf: «Unsere Musik bewegt sich im Bereich zwischen Neoklassik und Elektro-Pop.»

Magnus Leibundgut: Wie kommt es dazu, dass Sie im Kloster Einsiedeln auftreten?


Chiara Dubey: Die Idee stammt von Piero vom Zürcher Musiklabel Livana Music, der in Einsiedeln aufgewachsen ist. In den Grossen Saal habe ich mich gleich verliebt. Abgesehen davon verbindet meine Familie aus dem Tessin eine lange Geschichte mit dem Kloster Einsiedeln: Oft sind wir in die Klosterkirche gegangen, um dort Kerzen anzuzünden.

Was erwartet das Publikum am Samstagabend im Grossen Saal?


Wir werden mein Debut-Album «Constellations» vorstellen – zwölf Stücke als Reflexionen über den Menschen, die Zeit, die Welt. Das hatten wir eigentlich schon früher vor: Nur hat die Corona-Pandemie dies in den letzten zwei Jahren vollends unmöglich gemacht.

Wie würden Sie Ihre Musik beschreiben?


Unsere Musik bewegt sich im Bereich zwischen Neoklassik und Elektro-Pop und vermischt die beiden Welten auf eine träumerische Art und Weise. Es geht in Richtung Ambient – nur mit mehr Drama und Aufbau. Unsere Klangwelt ist introspektiv, verträumt und surreal.

In welchem Verhältnis stehen Klassik und elektronische Musik zueinander?


Die beiden Genres ergänzen sich gut und entsprechen sich gewissermassen. Wir führen einerseits Stücke auf, die zu hundert Prozent Klassik sind und von Streichern dominiert werden – andere Songs sind von elektronischen Klängen durchflutet.

Können Sie ein Wort zu Ihren Texten verlieren?


Die Texte handeln von Reflexionen. Darunter finden sich etwa Erlebnisse aus meiner Kindheit: Wir wir im Sommer in den Bergen auf dem Gras gelegen sind und den Sternenhimmel betrachtet haben. Gedankengänge darüber, wieso wir am Leben sind, was ausserhalb unserer Erde existieren mag, was grösser ist als unser Dasein im Alltag.

Sie sind bereits einmal am Schweizer Finale des Eurovision Song Contests aufgetreten. Wie war das für Sie?


Auch wenn ich nicht wirklich Unterhaltungsmusik mache, war es eine phantastische Erfahrung mit tollen Leuten. Ich bin da in eine andere Welt eingetaucht, wie ich sie bis anhin kaum gekannt habe.

Musik ist Ihr Lebenselixier. War es Ihr Mädchentraum, Sängerin und Violinistin zu werden?


Ja, das war es in der Tat. Aber in meiner Familie gibt es Ärzte und Biologen – und so war es denn an sich eher vorgegeben, dass ich als Ziel einen wissenschaftlichen Weg einzuschlagen habe. Erst später im Leben ist mir klar geworden, dass Musik mein Lebenselixier ist und dass es mein Beruf werden soll.

Spiegeln Sie mit Ihrer Musik Ihre innere Welt wider?


Musik ist etwas Wundersames: Sie gibt mir die Kraft, etwas ausdrücken zu können, was in mir ist: Das Innen nach aussen tragen – einer Art eine Sprache zu verleihen, wie ich das Leben sehe und wahrnehme.

Sind Sie ein staunendes ewiges Kind mit der Nachdenklichkeit einer alten Seele?


In der Tat mögen andere mich durchaus bisweilen auf diese Art und Weise betrachten. Wenn ich über den Tod nachdenke und diesen in eigene Gedanken übersetze, mag ich daherkommen und erscheinen wie eine alte Seele. Gleichzeitig schlummert ein Kind in mir, das staunend – ins Herz der Dinge lauschend – diese Welt da draussen als Wunder wahrnimmt und anerkennt.

Einsiedler Anzeiger / Magnus Leibundgut

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

24.05.2022

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