Buntes Treiben: Zwei Kinder (links) suchten verzweifelt ihre Mutter, währenddessen Vreni Schneider eifrig als Sängerin auf Einsiedelns Hauptstrasse auftrat. Bild Konrad Schuler
Buntes Treiben: Zwei Kinder (links) suchten verzweifelt ihre Mutter, währenddessen Vreni Schneider eifrig als Sängerin auf Einsiedelns Hauptstrasse auftrat. Bild Konrad Schuler

Volkskultur

Abt Martin lud zur Ab(t)schiedsparty

Am Senioren-Umzug vom Donnerstagmorgen in Einsiedeln nahmen über 150 «erfahrene und jung gebliebene Hudis » teil. Da Petrus den Schneefall just auf diesen Umzug hin eingestellt hatte, säumten auch einige Hundert Zuschauer die Hauptstrasse.

Laut einer einheimischen Augenzeugin seien noch selten bis nie so viele Hudis am seit 1984 durchgeführten Senioren-Umzug aufgetreten. Irgendwo zwischen 150 und 200 mögen es gewesen sein. Auch Petrus meinte es gut. Genau auf den Umzug hin hatte er rechtzeitig den Schneefall eingestellt. René Hensler, Aktuar der Goldmäuder, meinte am Vorabend zum Senioren-Umzug: «Es ist jeweils eine eingeschworene Gesellschaft, die da mitläuft. Wir wissen im Vorfeld nie, wie viele Hudis mitmachen. Wir geben auch keine Themen oder Sujets vor. Meistens werden diese Sujets erst am Vorabend ganz spontan kreiert. Die Goldmäuder sind eigentlich nur für die Eingabe beim Bezirk besorgt, damit die Strasse gesperrt ist. In Einsiedeln darf man an der Fasnacht nicht zu viel organisieren, unsere Fasnacht lebt vor allem von der Spontanität.» Die Hudis besammelten sich um 09.00 Uhr im Restaurant Schmiede an der Schwanenstrasse. Just 09.15 Uhr erfolgte der Start. Die Route führte zuerst die Hauptstrasse hinauf und danach wieder die Hauptstrasse hinunter.

Vreni Schneider wurde imitiert

Voraus schritten traditionellerweise um die 20 grosse und kleine Teufel, ganz vorne natürlich der Leitteufel. Danach kam die ebenfalls etwa gleich grosse Gruppe der Trychler. Dahinter unterhielten Einzelhudis und viele Gruppen die Zaungäste am Strassenrand. Abt Martin Werlen lud mit der Klostergemeinschaft mit Weisswein und Walliser Raclette zur am Abend stattfindenden «Ab(t)schiedsparty». Vreni Schneider wurde x-fach imitiert. Sie soll angeblich neu Tanzunterricht anstelle von Skischulunterricht erteilen. «Aromat» wurde als Alternativ-Streusalz angeboten. Zwei grosse Kinder suchten verzweifelt und vergebens ihr Mutter. Einige Kinder sammelten am Senioren-Umzug die ersten Erfahrungen für die Teilnahme in den späteren Jahrzehnten. Ein «Rosenkavalier» verteilte Rosen.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

08.02.2013

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schwyzkultur.ch/D6VFL3