Madeleine Schönbächler präsentiert vor dem Chärnehus einen Milchkrug und eine Butterbüchse aus den 1950-er Jahren. Bild Urs Gusset
Madeleine Schönbächler präsentiert vor dem Chärnehus einen Milchkrug und eine Butterbüchse aus den 1950-er Jahren. Bild Urs Gusset

Volkskultur

Ausstellung im Chärnehus «Weisch nu früener»: Von 1930 bis 1965

Die Ausstellung trägt den Titel «Weisch nu früener» und wird vom 2. Dezember 2012 bis am 13. Januar 2013 im Chärnehus präsentiert. Im Zentrum steht die Veränderung.

Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung! Das gilt auch für die engagierte Ausstellungsgruppe des Kulturvereins Chärnehus Einsiedeln, die alle zwei Jahre eine Ausstellung im Chärnehus auf die Beine stellt. Erst noch hiess es zwischen dem 5. Dezember 2010 und dem 9. Januar 2011 «Sammelsurium – Wenn Einsiedler sammeln». Die Schätze, Raritäten und Kostbarkeiten der insgesamt 37 Aussteller lockten fast 2800 Besucherinnen und Besucher ins Chärnehus – neuer Rekord.

«Veränderung steht im Zentrum»

Madeleine Schönbächler, Mitglied der Ausstellungsgruppe Chärnehus Einsiedeln, erinnert sich sehr gerne an «Sammelsurium – Wenn Einsiedler sammeln». Zumal sie selber auch ausstellte. Doch bereits laufen die Vorbereitungen für die nächste Ausstellung mit dem Thema «Weisch nu früener» – Einsiedeln von 1930 bis 1965. Diese Ausstellung findet vom 2. Dezember 2012 bis am 13. Januar 2013 im Chärnehus statt – genauer gesagt im Foyer, im grossen Saal und auf der Galerie. «Mit dieser Ausstellung wollen wir versuchen, die Frage zu beantworten, wie unsere Grosseltern gelebt haben und was sich seither verändert hat», sagt die 57-jährige Madeleine Schönbächler und präzisiert: «Die Veränderung steht im Zentrum.» Ein weites Feld – dessen ist sich auch die Ausstellungsgruppe mit Obmann Albert Bingisser bewusst. Die Organisatoren konzentrieren sich auf sieben Themenbereiche: Mobilität, (Aus)Bildung, Freizeit und Erholung, Heim und Herd, Arbeit, Bekleidung und Mode sowie Infrastruktur.

In alten Zeitungen gestöbert

Madeleine Schönbächler beispielsweise befasst sich mit dem Thema «Heim und Herd». Dabei geht es um Essen und Getränke, Lagerung von Lebensmitteln, Einkaufen, Kochen, Putzen und Waschen, Körperpflege und Hygiene sowie Heizen. Sie stöberte – wie andere Mitglieder der Ausstellungsgruppe auch – stundenlang in alten Einsiedler Zeitungen von 1930 bis 1965. Sie interessierte sich zum Beispiel für die Frage, welche Früchte und Gemüse damals gegessen worden waren. Vorwiegend aufgrund von Inseraten der beiden damaligen gros-sen Gemüsehändler in Einsiedeln – L. Bettio und A. Kuriger – stellte sie fest, dass «es erstaunlicherweise fast alles, was wir heute haben, auch schon gegeben hat». Und sie erwähnt in diesen Zusammenhang zum Beispiel Nüsslisalat und Paterno-Blutorangen. Doch im Gegensatz zu heute hätten sich zu jener Zeit nur wenige Leute den Kauf von Früchten und Gemüsen leisten können.

Film, Gegenstände und Fotos

Die Ausstellung «Weisch nu früener» ist wie folgt aufgebaut: Im Foyer wird ein Einleitungsfilm zu den einzelnen Themen gezeigt, im grossen Saal werden ausgewählte Gegenstände ausgestellt, auf der Galerie wird eine chronologische Fotowand installiert. Auf die Organisatoren wartet noch viel Arbeit. Beim Film jedoch kann man sich auf die Streifen «Einsiedeln anno dazumal», die am Schwyzer Kulturwochenende gezeigt worden sind, abstützen. Schönbächler blätterte jedoch nicht nur in alten Zeitungen. Nein, sie sucht auch Gegenstände und Fotos, die zu ihrem Thema «Heim und Herd» passen. Fündig wird sie im Fundus der Ausstellungsgruppe – zum einen im Kulturgüterschutzraum im APH Langrüti, zum andern im Lager an der Mühlestrasse – oder bei sich zu Hause. Dort fand sie zum Beispiel einen Milchkrug und eine Butterbüchse aus den 1950er-Jahren (siehe Aufnahme) und viele weitere kleine und grosse Gegenstände. Und was macht sie, wenn sie gerne Gegenstände oder Fotos präsentieren möchte, diese jedoch nicht zur Hand hat? Ganz einfach: ausleihen.

Budget von fast 50'000 Franken

Mit dieser Ausstellung wollen die engagierten Organisatoren Jung und Alt ansprechen. «Den Jungen wollen wir zeigen, wie es früher war, was sich verändert hat, bei den älteren Besuchern, wollen wir Erinnerungen wachrufen», sagt Madeleine Schönbächler und verweist beispielsweise auf einen Rechenschieber, mit dem sie noch gelernt hat. Das Budget für die Ausstellung «Weisch nu früener» beläuft sich auf gegen 50'000 Franken. Sponsoring und Eigenleistungen sind gefragt – zumal kein Eint

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

04.05.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/2ebKus