Das Wetter spielte am Wochenende mit. Die Sonne, der Glühwein sowie die köstlichen Speisen wärmten die zahlreichen Besucher bei den kühlen Temperaturen. Bild Lukas Schumacher
Das Wetter spielte am Wochenende mit. Die Sonne, der Glühwein sowie die köstlichen Speisen wärmten die zahlreichen Besucher bei den kühlen Temperaturen. Bild Lukas Schumacher

Volkskultur

«Das isch ä cheibä gueti Idee !»

Auch die zweite Ausgabe von «Hiesigi choched Hiesigs» war ein Publikumsmagnet Das Anbieten einheimischer Spezialitäten mausert sich zu einem Renner. Die Örtlichkeit passt perfekt, der Abteihof hat die richtige Grösse, und in seinen Mauern entwickelt sich ein Ambiente, das an Märkte im Mittelalter erinnert. Lärm und Hektik bleiben draussen, Höckeln und Verweilen ist Trumpf.

Nur gut, dass die Wetterprognose vom Samstag gutes Wetter versprach  nach dem Sauwetter vom Freitag musste man Schlimmes befürchten. Aber der Anlass findet ja in den Mauern des Klosters statt. Und das Kloster, das zeigte sich auch diesmal, ist halt dem Himmel am nächsten! Petrus schickte wunschgemäss schönes Wetter, und alle waren zufrieden, Anbieter wie Geniesser. Solange die Sonne ihre warmen Strahlen in den Abteihof lenkte, war es angenehm warm. Schob sich aber eine Wolke davor, war es kalt und höchste Zeit, etwas Warmes zu sich zu nehmen und den Reissverschluss der Jacke ganz nach oben zu ziehen. So blieb die Wärme erhalten und liess es sich weiter Verweilen.

Vergessenes Älpler-Gericht

Ich komme bei den «Hiesigen» an  oder fast. Schon ein paar Meter davor bin ich mit meinem Riechorgan am Probieren und Degustieren. Verführerische Düfte steigen in meine Nase, lassen die Erwartungen hoch und höher fliegen. Ja, wo soll ich jetzt beginnen, rechts oder links? Da ich ein Suppen-Liebhaber bin, starte ich am Stand von Gastro Einsiedeln, Ybrig und Umgebung. Aus dem «Burehof» im Euthal kommt die Kürbissuppe mit wyssem Einsiedler (Käse) im Kürbiskernmantel ein wohlschmeckender Beginn. Noch raffinierter aber ist das Apfel-Sellerie-Süppli aus der gleichen Quelle  herrlich. Der gleichenorts angebotene Hafechabis aus dem «Bären» mundet gut. Nun aber weiter zu etwas Chüschtigem: «Kium» eine Älpler-Mahlzeit, dargeboten vom Alpwirtschaftlichen Verein Einsiedeln. Diese Speise wird in der Bratpfanne mit Nidlä, Mehl und Salz gemacht. So vor geschätzten 40 Jahren habe ich dieses Gericht in einer Alphütte gegessen, ich hatte den Geschmack nicht in meiner Erinnerung behalten: Ein praktisch vergessenes Gericht, das mit seinem Gout auf sich aufmerksam machte. Fast vis-à-vis bot der Bauernverein sein «Bure-Zväsper» an, Herunterzuspülen mit einem «Hirnibicker»-Kaffee. Nein, nein, keine Angst, hier wurden keine Bauern fürs Trockenfleisch geschlachtet! Vierbeiner lieferten die Häppchen.

Einfach geniessen

Ja, wohin jetzt? Auf zum Stand des Klosters und zum Geniessen einer feinen «Chlouschter-Chässuppe». Das «fuerige» Gericht, Suppe ist der falsche Ausdruck, da nicht flüssig, mundete mit einem Gläschen Weissen aus der Klosterkellerei bestens. Nun musste etwas Währschaftes her. Der Kulturverein Fismo bot ein Rindsvoressen mit Spätzli an, das es mit seiner wunderbaren Sauce in jedes gute Speiserestaurant schaffen würde. So beobachtete ich einen Mann, der seinen leeren Teller ungeniert und voller Genuss schmatzend leer schleckte  keinen Tropfen der Sauce auslassend! Der Waldstatt-Äiertätsch schmeckte mir als Zwischendurch-Dessert schon letztes Jahr. Auch diesmal bescherten mir Gomfi und Buiilihung ein süsses Vergnügen. Ja, und was folgt auf ein Dessert? Natürlich ein Kaffee, den ich am Curler-Stand geniesse, ebenso natürlich verfeinert mit Rosoli und viel Nidlä. Ich begreife jeden, der sagt, Essen und Trinken seien die beiden schönsten Tätigkeiten auf der Welt!

Bei den Einheimischen angekommen

Nun, jeder Magen ist irgendwann voll  auch meine diesbezüglichen Sensoren meldeten: «Bedarf für heute gedeckt!» Schade, denn die Hültschägummel der Frauen und Mütter aus Egg, Broggi's feine Chips, das Natura-Beef-Spiessli, die Mais-Ribeli, nicht vergessen ein Ofeturli mit einem feinen Gläschen Wein, den bei Coni Kälin, das feine Risotto, frisch zubereitet von Werner von den Drei Königen und die Felchenchnusperli der Bennauer Schützen (haben die jetzt gefischt, oder haben die die Felchen geschossen?!?)  so vieles hätte noch zum Verkosten geschrien. Doch hoffentlich findet die Veranstaltung im nächsten Jahr wieder statt. Dann kann ich diese andern Speisen kosten und geniessen  ich freue mich jetzt schon darauf! Auch diesmal wieder wurden die Vereine und die andern Anbieter vom Hiesigem mit Wetterglück belohnt. Kalt wars besonders am Samstag. Aber da konnte mit einem würzigen Glühwein Gegensteuer gegeben werden! Was noch auffiel: Das «Hiesige» scheint bei den Einhe

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

15.11.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/Xh3ZDq