Viel Volk beobachtete das Können der Einsiedler Wasserskifahrer mangels Wasserskilift noch auf dem Asphalt. Bild Franz Kälin
Viel Volk beobachtete das Können der Einsiedler Wasserskifahrer mangels Wasserskilift noch auf dem Asphalt. Bild Franz Kälin

Volkskultur

Der grosse Einsiedler Fasnachtsumzug am Güdelmontag

Viele aufwendige Wagen, witzige lokale und regionale Sujets und auch einige Exoten: Das war der Umzug 2014 in Einsiedeln. Der Umzug kam beim Publikum gut an.

Es war ein unterhaltsamer Umzug am Güdelmontag mit glänzend-lokalpolitischen Sujets. Zwar gab sich das zahlreich aufmarschierte Publikum am Strassenrand anfänglich noch etwas verhalten, doch bald einmal war das Eis bei den meisten geschmolzen.

Welche Kreativität!

Der Umzug war originell und aufwendig. Nicht zuletzt dank neuer Technologien werden die Sujets immer besser und raffinierter. Zudem war er in zirka 100 Minuten vorbei, es gab keine nervig-lästigen Pausen. Zwar stoppten die Schneeschauer pünktlich zum Start um 14 Uhr, fürs Frösteln und aufgestellte Nackenhaare sorgten ab diesem Zeitpunkt die 58 Nummern. Viele Gruppen bedienten sich düsterer Monster und verzerrter Fratzen. Die Besucherinnen und Besucher wurden mehrheitlich gut unterhalten. Eins darf man den Einsiedler Fasnächtlern lassen. Sie sind kreativ! Wie sonst lässt sich erklären, dass hinter fast jeder dritten Nummer des Fasnachtsumzuges eine einheimische Gruppe steckte?



So gab es denn auch wieder vermehrt das schon oft vermisste Lokalkolorit, das auch für Nichteinheimische leicht zu verstehen war. Ein paar Beispiele gefällig? Die Hudi 17 nahmen sich der Gestaltung des Klosterplatzes an und platzierten einige gefällige Vorschläge. Die Trichlergruppe Einheit verteilte ihre Botschaft der unerledigten einsiedlerischen Knacknüsse in ihrem Flyer mit dem Schlusssatz: «Unser Bezirksrat ist keine Baustelle, denn die gibt es nur dort, wo auch gearbeitet wird.» Weiter wurden der «Bugspann-Urwald Einsiedlä», der Wasserskilift Sihlsee oder das Eschbach-Projekt mit einem fantasievollen Modell so gehörig auf die Schippe genommen. Ein allgegenwärtiges Problem war auch der Einsiedlerhof. Überhaupt hat viel Fantasievolles den Weg ins Dorf genommen. So breit interpretierbar das Motto, so kreativ und abwechslungsreich waren die Sujets.

Viel zu beobachten

Die immense Arbeit der aktiven Fasnächtler war es jedenfalls wert, von dichten Zuschauerreihen honoriert zu werden. Viele haben wohl stundenlang gewerkt, gezimmert und gebastelt, geklebt und genäht. Die Früchte der Fasnächtlerhandwerker durften sich sehen lassen. Neben Lokalem wurde auch sonst viel Brennendes aufs Korn genommen oder einfach lustige Nummern präsentiert. Der Umzug hat möglichen Vermutungen bei den Zaungästen einigen Auftrieb gegeben. Das Treiben auf den Umzugswagen war denn auch eindeutig oder eben zweideutig. Wunderbar, aber bei gewissen Sujets verstand man leider gar nicht, worum es ging.

Obschon die Kirche weitgehend im Dorf blieb, wurde auch Schweizer Politik serviert: Etwa Ueli Maurer und sein Grip(p)en, den die Schweiz in den nächsten Jahren anschaffen möchte. Viel Aufsehen erregte auch der Wagen des zürcherischen Fasnachtskomitees Bassersdorf. Es zog den amerkanischen Abhörskandal durch den Kakao. Über weitere Themen machten sich Gruppen lustig. Zuweilen wurde sogar applaudiert. So etwa beim Altersheim der Seepfadi.

Guggenmusiken und «Wilde»

Lautstark gewürzt wurde das Einsiedler Umzugsmenü von zahlreichen Guggenmusigen. Ob die Rabäschränzer, Vilercella, Biberchrouser oder Menzikus: Freunde von schrägen Grinden und schönen Kleidern sowie lauten Klängen kamen auf ihre Rechnung. Und: Alle Guggen hielten ihr Niveau bis zum Schluss der Umzugsroute. Sie schränzten, was das Zeug hielt. Dennoch gab es keine Guggenmusig-Inflation. Auch die Tradition machte die Faszination des Umzuges aus und hatte ihren Platz. So gehören die Trichlergruppen und Geisslechlepfer einfach dazu. Es guugte, chlepfte und rauchte weiter über das Dorf hinaus.

Viele «Wilde», die sich zwischen die offiziellen Nummern schmuggelten, lockerten den Umzug auf und waren ebenso Farbtupfer des Nachmittags: Hexen, Cowboys, Indianer, Globis, Tüfel oder Maradonas Fussballkünste. Besonders beliebt waren Sujets aus dem Wilden Westen und dazwischen erfreuten immer wieder die mit viel Sorgfalt und Geschick kostümierten Kindergruppen.

Nach fast zwei Stunden waren die Füsse kalt, die Süssigkeiten und der Kaffee verteilt, die Kinderaugen zufrieden un

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

07.03.2014

Webcode

schwyzkultur.ch/YjGH1U