Ein Sühudi warb um 24-Stunden-Läden in Einsiedeln, der mitgehende Abt wollte dies natürlich verhindern.
Ein Sühudi warb um 24-Stunden-Läden in Einsiedeln, der mitgehende Abt wollte dies natürlich verhindern.

Volkskultur

Ein «horrend kreativer» Sühudi-Umzug

Ohne Organisation und ohne Motto kommt er seit Jahrzehnten aus: Der Sühudiumzug. Wiederum fand eine horrend grosse Zahl kreativer Köpfe den Weg irgendwie auf die Hauptstrasse – und diese unterhielten famos.

Des Einsiedler liebster Wecker ging pünktlich um 4 Uhr auf der Langrütistrasse los. Einzigartig wurde das Einsiedler Dorf rhythmisch aus den Federn bugsiert. Der grösste Teil wendete sich zwar nach dem ersten Aufbäumen des Tages nochmals dem Schlaf zu. Der Sühudiumzug startet ja so oder so erst um 9 Uhr.

Nur die Reihenfolge ist sicher

So kam es dann auch, dass sich die Hauptstrasse ab halb neun mit vielen Neugierigen am Strassenrand füllte. Die Gedanken über das Bevorstehende beschäftigten viele, obwohl ja immer klar ist: Mann und Frau weiss nie, was in Bälde durch die Einsiedler Strassen ziehen wird. Was allerdings sicher ist, ist die Reihenfolge. Zuerst räumt der Einsiedler Tüfel die Strasse frei, angetrieben von seinem Fuehrmä. Dann folgen die Trichler. Ja, und dann, die Auswüchse der Einsiedler Fasnachts-Kreativität. Die Jüngeren und Neueren im Sühudi-Business zogen fast schnurstracks die Hauptstrasse hinauf. Und dann ging es los. Die Führungselite von Swiss-Ski betätigte sich hier als Talentscout für Skirennfahrer. Ganz nach dem Motto: Schlimmer gehts nimmer! Jede und jeder erhielt die Chance sich zu bewerben. Sie können nicht Skifahren? Kein Problem, die jetzigen Athleten faktisch ja auch nicht.

Viel Prominenz

So konnte Abt Martin mit seinem Intimus Daniel Vasella wie aber auch Vreni Schneider in mehreren Ausgaben angetroffen werden. Damit alles in einem geordneten Rahmen verlief, schickte unser Bennauer Regierungsrat seine Ranger vorbei. Sie schauten zur Ordnung und sorgten für Ärger. E inige Sühudi suchten in Einsiedeln Gaststätten mit typisch einheimischer Küche und möglichen Tanzsälen. Sie wollten endlich mal, wenn sie könnten, nicht, wenn die Wirte wollten, wie sie Lust hätten. Zwei unterstützten die Bürgerwehr als Wandersleute auf der Suche nach einer neuen Baracke. Von weitem waren immer wieder Duschvorhänge zu sehen. Was war denn da los? Beim Näherkommen sah man, dass die Überbauung Grossmorgen nun umgetauft wird in Grosssorgen. Entweder haben die Bewohner Wasser oder nicht. Allerdings, wer hatte, der hatte es, aber nicht da, wo er es wollte. I nfolge fehlender Finanzen gründete eine Gruppe kurzerhand eine Outdoorschule mit dem Namen «Herrenmatt». So wurden die neuen, oder auch manchmal eher erfahrenen, Schüler gleich auf der Strasse unterrichtet.

Staatsfernsehen

Zudem führte unser Staatsfernsehen, genau das mit dieser neuen komplizierten Abkürzung mit Zungenverknotungsgefahr, eine neue Sendung ein. Der Sühudi-Jass wird sich wohl in Zukunft auf diesem Kanal behaupten. E ine Beängstigung war dennoch festzustellen. In den vergangenen Welttheater-Jahren war dieses eine einfache Fundgrube diverser Ideen. Und in diesem Jahr? Nichts, aber wirklich grad gar nichts! Obwohl der Umzug zigmal gescannt wurde durch den Schreibenden: Nichts war auszumachen. Das Spiel scheint noch nicht angekommen zu sein. Im nächsten Jahr wird es wohl anders sein.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

15.02.2013

Webcode

schwyzkultur.ch/NUaLyc