Angeführt von den Einsiedler Tüüflä marschierten die Sühudi durch das Dorf. Bild Wädi Kälin
Angeführt von den Einsiedler Tüüflä marschierten die Sühudi durch das Dorf. Bild Wädi Kälin

Volkskultur

Einsiedler Kreativität vom Feinsten

Am Güdelmontagmorgen findet in Einsiedeln ein Umzug statt, welcher einzigartig ist. Schaurig schöne Gestalten nehmen Ereignisse und Personen des letzten Jahres und in diesem Jahr gar zukünftige Anlässe ins Visier. Der gänzlich unorganisierte Umzug, aber dennoch in der gleichen Reihenfolge wie seit Jahrzehnten, zog wieder Tausende Schaulustige an.

Jede und jeder waschechte Einsiedler Fasnächtler überlegt sich lange im Voraus, mit welchem Sujet er an den Sühudiumzug gehen möchte. Sobald die Idee geboren ist, beginnt die Umsetzung. Das ist der eine Teil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dies sind dann jene, welche mit fast dem halben Hausrat, zusammengebaut und rollbar gemacht, am Umzug teilnehmen. * Und dann gibt es die Spontanen. Die Idee kommt häufig zwischen dem sonntäglichen Nachtessen und dem güdelmontäglichen Frühstück. Hier wird dann die Fasnachtstruhe geöffnet, Kleider und Larven, notabene selber gemacht, hervorgeholt und schnell noch ein paar Sachen am PC kreiert und ausgedruckt. Die langjährige Erfahrung zeigt, nicht die lange oder die kurze Vorbereitungszeit macht das Sujet aus. Sondern am Schluss hängt das Ganze eigentlich vom geschliffenen Mundwerk der beteiligten Personen ab. * Pünktlich um 9 Uhr setzte sich der langsame Tatzelwurm in Bewegung. Angeführt wie immer vom typischen Einsiedler Tüfel. In diesem Jahr bemühte sich der Schrei bende, diese in Zahlen zu fassen. Bei der Zahl 90 angelangt, war dann aber das Gewusel so schlimm, ein weiteres zählen war nicht mehr möglich. Der Fuermä trieb so die Gehörnten Richtung Kloster. Rhythmisch folgten dann die Trichler und dann die typische Einsiedler Kreativität. * Das wohl beliebteste Thema war alles rund ums Schwingen. So warf der diesjährige Grossanlass, das Innerschweizer Schwing- und Älplerfest, seinen grossen Schatten voraus an die Fasnacht. Alles konnte irgendwie erworben werden.

Steh-, Sitz-, Stand- und VIP-Plätze

Einer, der wohl ohne Probleme jeden Preis hätte zahlen können, war der alte beziehungsweise neue Fifa-Präsident. Für das leibliche Wohl während des Umzugs war bestens gesorgt. Die in Bälde aussortierten Minibars der SBB waren am Montag von einem örtlichen Imbissbetreiber übernommen und zurück auf die Erfolgsspur geführt worden. Kein Wunder, bei einem Kafipreis von knapp zehn Franken!Wieder andere boten eine Art Modeberatung Live auf der Strasse an. Hierfür karrten sie ihren Kleiderständer die Hauptstrasse rauf und wieder runter. Hinter einem ebenfalls mobilen Raumteiler konnten die Kleider gleich anprobiert werden.

Magistraler Besuch

Ebenfalls war magistraler Besuch zu Gast. Aktuelle, aber auch ehemalige Bunderäte komplettierten den Umzug. Die Gruppe Viel Lärm um nüd beschlossen den Einsiedler Sühudiumzug 2016 mit eingängigen Schlägen und Gesängen.

Einsiedler Anzeiger (reh)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

12.02.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/iAxQwf