Zahlreiche Zuschauer genossen das eindrückliche Monsterkonzert nach Mitternacht auf dem Dorfplatz. Bild Lukas Schumacher
Zahlreiche Zuschauer genossen das eindrückliche Monsterkonzert nach Mitternacht auf dem Dorfplatz. Bild Lukas Schumacher

Volkskultur

Feuriger Beginn bei eisiger Kälte

Eintricheln der Fasnacht in Einsiedeln am Dreikönigstag war es wieder soweit. Startglockenschlag für den Beginn der Einsiedler Fasnacht. Dank des günstig gelegenen Feiertages an einem Freitag hatte es sehr viele Trichler, aber auch Zuschauer am Strassenrand.

Als Schreiber ist es jeweils ab 19 Uhr unterhaltsam, bei den verschiedenen Vorbereitungen dabei zu sein. Einige sind die Ruhe selbst und genehmigen sich gemütlich ein warmes Getränk. Andere tigern wie wild umher und sichern sich das beste Material inklusive optimaler Trichel. Rund eine halbe Stunde vorher werden dann aber ziemlich alle nervös. Nun gilt es, die Trichle umzuschnallen. All jene, welche sich diese nach einem Jahr wieder umzurren, schauen, ob sich da körperlich was verändert hat. Glücklich ist da jeder, der dasselbe Loch oder ein engeres benutzen kann. Bei den etwas ausgedehnteren Körpern durfte der Spott natürlich nicht fehlen. Die Plakettenverkäufer der Bürgerwehr nutzten die Gunst der Stunde und brachten diese an diesem Abend an die Frau und den Mann. Eigentlich ist es für alle Besucher selbstverständlich, eine solche zu erwerben. Die Einnahmen kommen vollumfänglich der Einsiedler Fasnacht zugute. Das Geld wird zur Organisation der Fasnacht verwendet. Hier gilt es ja, für jeden Anlass eine Bewilligung einzuholen und dann als Wertschät zung gegenüber den Teilnehmern eine Verpflegung zu offerieren. Wichtig ist es natürlich auch, die Plakette an der richtigen Jacke anzubringen, genau an jener, welche dann am Umzug getragen wird.

Eisig kalt, aber einfach schön

Nach diesen obligaten Vorbereitungen begeben sich alle zum Paracelsus-Denkmal. Dort begrüssen sich die verschiedenen Gruppen untereinander. Jetzt steigt die Nervosität bei allen. Nochmals konnte sich jeder von der Kälte überzeugen. Das Thermometer zeigte zu diesem Zeitpunkt 18 Grad im Dorf Einsiedeln an. Um 19.55 Uhr beginnen die Glocken der Klosterkirche zu schlagen. Beim letzten Schlag der Glocke der Kirchturmuhr gibt der Trichlerchef der Goldmäuder das Zeichen zum Beginn. Urplötzlich ertönten so am Freitag 56 Trichle. Eine Gruppe nach der anderen schritt die Hauptstrasse hinunter. Die Hudi17 nahmen auch in diesem Jahr wieder ein aktuelles Thema auf und wiesen auf die letzte Abstimmung hin. Dort wurde ja ein Ofeturli-Graben entdeckt. Ein Graben, welcher Dorf und Land in Einsiedeln allem Anschein nach trennt. Aufgrund der eisigen Temperaturen fielen die Trichlergänge dann jeweils eher kurz an. Gerne wurde in den angeschriebenen geheizten Häusern verweilt. Kurz nach Mitternacht konnte sich aber keine Gruppe mehr verstecken.

Gänsehaut Höhepunkt

Das Monstertricheln auf dem Dorfplatz war angesagt. Eine sehr grosse Schar von Zuschauern fand sich bereits kurz vor Mitternacht dort ein, um den Höhepunkt des Beginnes der Einsiedler Fasnacht nicht zu verpassen. Während rund zehn Minuten liess nicht nur die Kälte eine Gänsehaut bei den Fasnachtsfans erscheinen. Danach durften die Trichler sich in ihre Stuben und Lokale begeben und eine währschafte Stärkung geniessen. Gerüchten zufolge waren auch am Samstagabend noch «unkaputtbare» Trichler im Klosterdorf unterwegs.

Einsiedler Anzeiger (reh)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

10.01.2017

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schwyzkultur.ch/tvWPiV