The Flying Nine legten sich auch dieses Jahr wieder ins Zeug und präsentierten mit viel Liebe zum Detail das Thema Aladin. Bild Franz Kälin
The Flying Nine legten sich auch dieses Jahr wieder ins Zeug und präsentierten mit viel Liebe zum Detail das Thema Aladin. Bild Franz Kälin
Die Quärfahrer brachten ein beliebtes Kinderspiel auf die Strasse. Bild Franz Kälin
Die Quärfahrer brachten ein beliebtes Kinderspiel auf die Strasse. Bild Franz Kälin
Diese Sühudi bieten einen Liftservice auf den Friherrenberg an. Das Angebot stiess auf grosses Interesse bei Hudi und Zuschauern. Bild René Hensler
Diese Sühudi bieten einen Liftservice auf den Friherrenberg an. Das Angebot stiess auf grosses Interesse bei Hudi und Zuschauern. Bild René Hensler
Die Einsiedler Auswanderer-Familie Hensler war kurz zurück aus Schweden und nahm am Sühudiumzug teil. Und dies gleich mehrfach. Bild René Hensler
Die Einsiedler Auswanderer-Familie Hensler war kurz zurück aus Schweden und nahm am Sühudiumzug teil. Und dies gleich mehrfach. Bild René Hensler

Volkskultur

Güdelmontag ist Umzugstag in Einsiedeln

Der erste Umzug am Güdelmontag ist jeweils der Sühudiumzug. Der unorganisierte, wilde Tatzelwurm wusste wiederum zu begeistern und ist der Beweis, dass nicht alles reglementiert sein muss. Derweil am Nachmittag der "organisierte" Umzug ansteht.

Beim Sühudiumzug gibt es zwei Arten von Mitwirkenden: Die eine Art weiss schon lange, als was sie geht und bereitet alles frühzeitig vor. Und dann die andere Art. Diesen kommt die beste Idee am Sonntagabend oder erst am Montagmorgen. Diese erfahrenen Sühudi haben dann auch eine Fasnachtskiste. Dort drin befindet sich alles, was das Sühudiherz begehrt. Schöne und schräge Kleider gehören hier dazu wie auch vielfältige Larven. Dann gilt es, am Computer dem Motto entsprechende Texte und Bilder zu erstellen. Das Ganze dann in Mäppchen eingepackt oder noch besser, laminiert. Und nun geht es an die Hausbar. Jede und jeder hat diesen einen Schnaps oder Likör, welcher irgendwann mal als sühudiumzugtauglich bewertet wurde. So ausgerüstet geht es nach acht Uhr am Morgen nicht auf den Dorfplatz, nein, diese besammeln sich in einer Beiz. Alle wissen ja, der Umzug beginnt um neun Uhr.


Unermessliche Kreativität


Zuerst gehen die Tüüfel, angetrieben vom Fuermaa. Diesen folgen die Trichler und dann die jeweils riesige Gruppe der Sühudi. Ein Teil ergiesst sich vom Dorfplatz in die Hauptstrasse, ein weiterer Teil kommt aber aus den Seitenstrassen und schliesst sich dem Umzug an. Die Kreativität ist dann wieder unermesslich. Der Ruf des Umzuges gilt als sehr wild. Dies kommt auch Nicht-Einsiedlern immer wieder zu Ohren. So wurde die diesjährige Ausgabe gar von zwei Fernsehteams begleitet. Am Abend konnten dann die Berichte auf «Tele1» und «Tele Züri» bestaunt werden. Es gab viel zu bestaunen. Ein sehr beliebtes Motiv in diesem Jahr war die Auswanderer-Familie Hensler, welche seit einem Jahr in Schweden wohnt. Die Hauptdarsteller aus der Sendung «Auf und davon» waren haufenweise vertreten. Aber auch ein umherirrendes Kamel war anzutreffen. Eine Gruppe nahm die Problematik des fehlenden Sesselliftes auf den Friherrenberg auf und bot eine Art Rikscha-Fahrt auf den Hügel hinter dem Kloster an. Für nächtliche Randalierer wurde eigens ein rund fünf Meter grosses Bäumchen mitgeschleppt. Ziel war es, den Sagenplatz sicherer und allfällige Täter ausfindig zu machen. Gleichzeitig wurde der Platz in Sägenplatz umgetauft. Die feine kleine, schwarze, mit weisser luftiger Füllung, Süssigkeit fand ebenfalls den Weg an die Einsiedler Fasnacht. Natürlich durfte die essbare Version nicht fehlen. Nur war dann das Sprechen mit den Sühudi etwas erschwert. Glücklicherweise kam immer jemand mit etwas zum «Spülen» vorbei. Obwohl es gleich zu Beginn stark begann zu schneien, bewegte sich der Umzug gemütlich, so wie es sich gehört, die Hauptstrasse hinauf. Wiederum wurde von den Goldmäudern auf dem Parkplatz vor dem Kloster ein Getränkestand betrieben. Dort konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer etwas verschnaufen und bei einem heissen Kaffee aufwärmen. Nach rund einer stündigen Pause starteten die Tüüfel wieder und gingen die gleiche Strecke zurück. Allerdings hatte es dann fast keine Zuschauer mehr. Die Umzugszuschauer hatten sich bis dahin bereits in die Wärme zurückgezogen. 


Nachmittags Bürgerwehr-Umzug


Gleich nach dem Mittag geht es mit einem weiteren Umzug in Einsiedeln weiter. Nach dem Kinderumzug vom Schmutzigen Donnerstag steht nun der grosse Umzug der Bürgerwehr an. Hier beim "organisierten" Umzug nehmen zahlreiche Fasnachtsgruppen zu Fuss oder mit lustig gestalteten Sujetwagen teil. Hier zeigt sich, dass einige Gruppen lange Zeit am Planen, Organisieren und Vorbereiten waren. Auch in den Vierteln rund um Einsiedeln war Fasnacht angesagt mit buntem Hudi-Treiben welches erst am Güdeldienstagabend ein Ende hatte.


Einsiedler Anzeiger / reh  / skp


 

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

16.02.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/8bT9ix