Damals:1968 verkleideten sich die weiblichen Mäuderballteilnehmer zum Thema «Dini Modä –mini Modä». Bilder Franz Kälin / zvg
Damals:1968 verkleideten sich die weiblichen Mäuderballteilnehmer zum Thema «Dini Modä –mini Modä». Bilder Franz Kälin / zvg
Heute: 2014 begeben sich männliche Hudi auf eine wilde Achterbahnfahrt.
Heute: 2014 begeben sich männliche Hudi auf eine wilde Achterbahnfahrt.
Bereits vor 50 Jahren fand der Mäuderball am letzten Freitag im Januar statt.
Bereits vor 50 Jahren fand der Mäuderball am letzten Freitag im Januar statt.

Volkskultur

Immer am letzten Freitag im Januar

Tausende Besucher aus der Region und von weit her freuen sich jährlich auf den Mäuderball. Ende Januar wird der weit herum bekannte Fasnachtsball bereits das 50. Mal in Folge durchgeführt.

Am 27. Januar ist es so weit, dann steigt der 50. Mäuderball. Die verantwortlichen Mäuder unter der erstmaligen Leitung von Ballchef José De Dios beschäftigen sich schon lange mit dem Megaevent.

Helfen ist Ehrensache

Zum 50-Jahr-Jubiläum gibt es für alle Besucher eine kleine Überraschung. Was es genau ist, wollte der 27-jährige Ballchef jedoch nicht verraten. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, bereits jetzt ist De Dios nervös, wenn er an den Mäuderball denkt. Er windet seinen Kollegen ein Kränzchen: Die Unterstützung innerhalb des Vereins funktioniere tadellos, «Helfen ist Ehrensache!» Praktisch alle der rund 80 Aktivmitglieder und die Ehrenmäuder sind auf eine Art und Weise eingespannt. Der Spenglerpolier ist schon lange begeistert von der Fasnacht und sammelte als Buebetrichler erste Erfahrungen mit der fünften Jahreszeit. Er übernahm die Organisation des Mäuderballes im letzten Jahr von Pascal Betschart und ist motiviert. «Es gibt zwar viel Arbeit, macht aber Spass», sagt der Ballchef, der am Datum des diesjährigen Mäuderballes seinen 28. Geburtstag feiern wird.

Kann nicht weiterwachsen

In den letzten Jahren kamen jeweils zwischen 2500 und 3000 Besucher an den Mäuderball. Dieses konstant hohe Niveau möchte man halten, weiterwachsen kann man nur schon vom Platz her nicht mehr. Die Anzahl Besucher, die der Ball schlucken kann, ist durch die vorhandenen Lokale begrenzt. Heuer werden auf dem Dorfplatz die Ü30-, Top-Egg- und Roledi-Bar aufgestellt. Dazu kommen die Partnerlokale. «Eine Ausdehnung ins Oberdorf wollen wir nicht, da sonst der Sicherheitsaufwand zu gross wird», sagt De Dios. Ein gewisser Druck auf den Ballchef ist vorhanden, der Mäuderball bildet die Haupteinnahmequelle des Vereins. Ein grosser Anteil des Verdienstes geht für das Sicherheitsdispositiv drauf. Der Rest wird für die Kinderfasnacht, den Unterhalt des Mäuderschopfes und Material wie letztes Jahr die Renovation der Mäuderküche oder die neuen Kassahäuschen verwendet.

Die Anfänge

1968 fand der erste Mäuderball unter dem damaligen Vizepräsidenten Erich Schönbächler statt. Zuvor hatten sich die Goldmäuder vor allem mit der Strassenfasnacht, der Organisation des Kinderumzugs und dem Vortragen von Schnitzelbänken beschäftigt. «In den 60er-Jahren gab es in Einsiedeln sehr viele Maskenbälle», erinnert sich Eugen Schädler, ehemaliger Obermäuder. Deshalb liessen sich die Goldmäuder etwas Spezielles einfallen: Sie führten ihren Maskenball im Löwen im Birchli durch mit der Mäuderbahn als Shuttlebus. Im Hotel richteten die Goldmäuder diverse Lokale, wie eine Champagnerstube, eine Bierschwemme, ein Schwingerstübli, eine Kaffeestube und weiteres ein. «Es gab ein ziemliches Gedränge», erinnert sich Schädler. Wegen Platzmangel wurde der Mäuderball nach einigen Jahren auf alle drei Lokale im Birchli ausgeweitet, zuerst der Sternen und später auch noch das Rössli kamen dazu. Da der Aufwand fürs Dekorieren für die Goldmäuder relativ gross war, verlangte man bewusst einen hohen Eintrittspreis. In Spitzenjahren wurden am Mäuderball im Birchli rund 600 Eintritte ver kauft. Hinzu kamen die «schön Maskierten», die Gratiseintritt erhielten.

Start im Dorfzentrum

Nach 10 Jahren in der Nähe des Sihlsees zügelte der Mäuderball ins Dorf. «Die ersten Jahre im Dorfzentrum rentierten gar nicht», so Schädler. Der Mäuderball war nur einer von vielen Anlässen. Unter anderem der Fussball-, Hockey- und Jodelclub führten einen eigenen Maskenball durch, dazu kamen weitere in Euthal und in der Post Biberbrugg, manchmal fanden sogar mehrere am gleichen Abend statt. Nach einer Phase der Angewöhnung setzte sich der Siegeszug des Mäuderballs auch in Einsiedeln fort und dauert bis heute an. Zum endgültigen Durchbruch habe am Mäuderball die Einführung des Passepartout geführt. «Unser erstes Partnerlokal war das Rotkreuz, heute Doc Holliday's.» Später erweiterten sie sich im Bereich des Unterdorfes. Maskenprämierungen mit relativ hohen Preissummen lockten und locken viele Besucher an. Ein

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

20.01.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/5GX8tL