Die Schülerinnen von Schwingerkönigin Sonia Kälin präsentierten dem Publikum verschiedene Schwünge in Zeitlupentempo und Echtzeit. Bild Franz Kälin
Die Schülerinnen von Schwingerkönigin Sonia Kälin präsentierten dem Publikum verschiedene Schwünge in Zeitlupentempo und Echtzeit. Bild Franz Kälin

Volkskultur

Kindertanzgruppe mit «Chilbi-Song»

«Winterchilbi» der «Waldlüt vo Einsidle» im Kultur- und Kongresszentrum Zwei Raben war buntes Kaleidoskop.

Das garstige Wetter verhiess im Vorfeld zur Veranstaltung vom Samstagabend nichts Gutes. Wer nicht musste, blieb zu Hause in der warmen Stube, schaute «Landfrauenküche»! Doch viele Leute «mussten» raus, wollten an die Chilbi. Den Verantwortlichen fiel wohl ein grosser Stein vom Herzen, als sie der vielen Interessierten gewahr wurden, die hereinströmten. Und alle, die sich den Anlass entgehen liessen, verpassten echt etwas. So viele Kinder und Jugendliche mit derart viel Herzblut am Werk zu sehen, kommt nicht alle Tage vor. Können alle diese Mädchen und Jungen «bei der Stange gehalten» werden, gibt es lebendige Folklore auch in den kommenden Jahren zu Hauf.

«Silberhaar» und Chasperli

War das eine Chilbi: Draussen Kälte und Schneetreiben und drinnen im Saal Wärme, Gemütlichkeit und Chilbileben! Dass eine Chilbi auf die Kinder eine übergrosse Anziehungskraft ausübt, kam auch da zum Vorschein. Die Kleinsten eröffneten das Programm, tanzten sich gleich in die Herzen der Besucher und Besucherinnen. Unterstützt wurden sie nachher von den Grossen. Da wurde zu rassiger Musik bäselet, bödelet, g'löfflet und g'chelvelet, dass es eine Freude war. Was bei dem bunten Treiben auffiel: Es war ein Mädchenüber hang. Also, Buben: Meldet euch bei der Trachtengruppe und tanzt mit. Die Moderationen zwischen den einzelnen Nummern besorgten Märchenfiguren aus dem Chilbi-Chasperlitheater. Da waren Prinzessin Silberhaar, der Chasperli, die Häx Nörgeligäggs, und, und. Meine Stuhlnachbarin, ein kleines Mädchen, hatte die grösste Freude an diesen kurrligen Figuren.

Knirps am Bass

Nach den Tänzern kamen die jugendlichen Musikanten der Musikschule zu ihren Auftritten. Jeder und jede, und war er oder sie noch so klein, kam zu seinem Auftritt. Da wurde in der Grossformation, im Quartett, im Trio oder im Duo munter aufgespielt, dass es eine Freude war, zuzuhören. Was der Nachwuchs unter der Leitung von André Ott dem Publikum bot, war grösstenteils volkstümliche Musik vom Feinsten. Da stand ein Knirps am Bass  er musste sich strecken, dass er mit den Fingern den Hals des Instruments erreichte! Und was hier auffiel: Im Gegensatz zu den kleinen Tänzern waren hier die Buben in der Überzahl. Ob sie lieber Musik machen, anstatt zu tanzen? Die Kleinen traten zum Teil schon in richtigen Formationen auf, also mit Schwyzerörgeli, Klarinett, Klavier und Bass. Das «Echo vum Rappemöösli» zum Beispiel löste mit «Uf em Stoos ob Schwyz» im Saal spontanes Mitsingen aus.

Schwingen in Zeitlupe

Zu einer Einsiedler Chilbi gehört der Chilbischwinget. So war es eine Selbstverständlichkeit, dass nach der Pause Schwingen angesagt war. Und die Zuschauer erlebten eine historische Premiere: Es war ein Chilbi-Frauenschwinget, und das war natürlich der Auftritt mit der amtierenden Schwingerkönigin Sonia Kälin. Sie brachte ihre «Schwinger-Schülerin nen» mit. Auf der Matte wurde nun gezeigt, was ein Kurz, ein Kniestich, ein Hochschwung, ein innerer Haken oder ein Bur ist. Und damit alle mitbekamen, wie das geht, wurde der betreffende Schwung erst in Zeitlupe und dann in Echtzeit gezeigt. Nachher waren wieder die kleinen Tänzer und Tänzerinnen an der Reihe, die gar einen «Chilbi-Song» intonierten. Ob der im Herbst an der richtigen Chilbi gar ein Hit wird? Mit Musik und Tanzauftritten der Grossen ging der bunte Abend seinem Ende entgegen. Nein, nein, noch nicht ganz: Erst folgte noch die Auflösung des Rätsels. Da musste geraten werden  was wohl? Ja, natürlich, wie viele Täfelchen und Chips sich in einem grossen Glas befanden. Die besten Rater wurden mit Preisen belohnt. Und ganz zum Schluss  und bis weit in die Nacht  spielte das «Echo vom Chrähloch» zum Tanz auf. So, wie sich das bei einer Original-Chilbi auch gehört.

Einsiedler Anzeiger (lj)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

17.01.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/BAJpBc