Nadja Räss holte sich am Eidgenössischen Jodlerfest für ihre Solojodel-Aufführung die Bestnote.  Foto: Andi Brunner
Nadja Räss holte sich am Eidgenössischen Jodlerfest für ihre Solojodel-Aufführung die Bestnote. Foto: Andi Brunner

Volkskultur

Meinrad Lienert als Jodel

Der Besucheransturm am vergangenen Wochenende in Davos hat bewiesen: Jodeln ist hip! Natürlich liess sich die Einsiedlerin Nadja Räss den Anlass nicht entgehen.

Vier Tage lang herrschte in Davos der «Jodel-Zustand»: 362 Gruppen, 155 Fahnenschwinger und 336 Alphorn- und Büchelformationen traten an. Natürlich waren auch Zehntausende von Zuschauern dabei. Mittendrin war Nadja Räss. «Am Eidgenössischen ist alles etwas grösser und weitläufiger.» Sie spricht vom Jodlerfest wie von einer Art Familientreffen. «Man kennt so viele, da verhocksch natürlich!» Ihren Auftritt hatte sie am Samstag, deshalb blieb sie am Freitag noch zu Hause.

Selbst komponiertes Stück

Etwas sehr schönes am Jodlerfest findet die 35-Jährige die vielen Kontakte. Natürlich sei das Jodeln ein zentrales Thema. «Aber man spricht auch über Gott und die Welt. Es gibt Leute, die man nur einmal pro Jahr am Jodlerfest sieht.» Es ergäben sich immer gute und auch lustige Gespräche. Die Einsiedlerin trug das selbst komponierte Stück «Es Übel» als Solojodlerin mit Akkordeon-Begleitung von Willi Valotti vor. Die Jury bewertete den Vortrag mit der Bestnote 1. «Natürlich freue ich mich über die gute Benotung. Ich nehme aber nicht wegen der Note am Jodlerfest teil.» Sie gehe vor allem wegen dem gemütlichen Fest, erklärt die Gesangspädagogin. Obwohl «Es Übel» eine neue Komposition von Nadja Räss ist, sei es ein ganz normales Jodellied. Der Text stammt von Meinrad Lienert. «Er hat so viele schöne Gedichte geschrieben! Deshalb habe ich begonnen, ein paar zu vertonen.» Es ist ein gehörfälliges Stück und harmonisch nicht so kompliziert. Natürlich haben Nadja Räss viele Leute darauf angesprochen, da es ein neues Stück ist, dass man noch nicht so kennt. «Die Reaktionen waren durchs Band positiv.»

Nächste Woche ein Heimspiel

Langweilig wird es Nadja Räss auch in Zukunft nicht. Am Jodlerfest wurde eine TV-Sendung aufgezeichnet, die morgen um 18.10 Uhr auf SRF1 ausgestrahlt wird. «Ich trete mit zwei meiner Vorbilder auf und bin sehr gespannt darauf.» Diese Tage ist sie im Kinderjodellager in Wildhaus aktiv, bevor nächste Woche der «Jungtalentschuppen» im Ybrig wartet. An diesem Kurs nehmen 12- bis 20-jährige Instrumentalisten und Jodler teil. Das öffentliche Schlusskonzert findet am Freitag, 18. Juli, um 19.30 Uhr im Baumeli statt. «Es hat wirklich Talente dabei, die man in der Volksmusikszene noch hören wird. Ich freue mich sehr darauf!»

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

12.07.2014

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schwyzkultur.ch/SsZBvr