Beat Camenzind; Präsident der Bürgerwehr ist verantwortlich für die neueste Ausgabe der Einsiedler Fasnachtszeitung.
Beat Camenzind; Präsident der Bürgerwehr ist verantwortlich für die neueste Ausgabe der Einsiedler Fasnachtszeitung.

Volkskultur

Niemand soll sich angegriffen fühlen

Nächsten Freitag ist es wieder so weit. Die Fasnachtszeitung «Zwärchfäll-Schüttler» aus der Feder der Bürgerwehr erscheint mit ironischen Geschichten über Einsiedeln und seine Bewohner. Präsident der Bürgerwehr, Beat Camenzind, ist dafür verantwortlich.

Lukas Schumacher: In wenigen Tagen erscheint der «Zwärchfäll-Schüttler». Wie sieht der aktuelle Stand aus?

Beat Camenzind: Wir sind in den letzten Zügen und es stehen nur noch Details an. Am Mittwoch wird die Zeitung gedruckt.

Wann wurde mit der Produktion der Zeitung begonnen?

Wir sammeln das ganze Jahr Informationen. Mit der Produktion beginnen wir so Mitte November, Anfang Dezember. Über Weihnachten und Neujahr investiere ich sehr viel Zeit in die Zeitung. Der Aufwand beläuft sich bei mir auf bis zu 70 Stunden.

Die Bürgerwehr gibt die Fasnachtszeitung abwechselnd mit den Goldmäudern heraus. War das schon immer so?

Ja, seitdem es die Umzüge gibt, machen wir die Fasnachtszeitung jeweils abwechslungsweise. Wer in einem Jahr den Umzug organisiert, verkauft auch die Plaketten, und die andere Fasnachtsgesellschaft erstellt und verkauft dafür die Fasnachtszeitung. Mit dem Plakettenverkauf deckt man die Unkosten für den Umzug ab und die Fasnachtszeitung hilft als finanzielle Unterstützung für die anderen. Es werden zwischen 1500 und 1600 Zeitungen verkauft.

Wie kommt die «Zwärchfäll-Schüttler»-Redaktion an die Informationen?

Auf verschiedenen Wegen; die Leute kommen auf mich zu und erzählen mir gewisse Sachen, oder wir erhalten die Berichte per Post und E-Mail. Auch der Einsiedler Anzeiger dient uns als Inspiration für die Themen  insbesondere der Jahresrückblick, der an die wichtigsten Ereignisse erinnert.

Wie wichtig ist der «Zwärchfäll-Schüttler» für die Einsiedler Fasnacht?

Bei den Einheimischen hat die Zeitung bestimmt einen hohen Stellenwert, da es auch um sie selbst geht. Wir anonymisieren die Personen nicht, über die geschrieben wird.

Welche Altersgruppe ist in der Zeitung am meisten vertreten?

Es erscheinen hauptsächlich Geschichten von 30- bis 70-Jährigen. Berichte von Jugendlichen sind seltener. Von denen hört man fast nichts.

Gibt es auch Geschichten, die zu weit gehen und nicht veröffentlicht werden?

Ja, wenn bei einem Artikel jemand persönlich verletzt wird, dann landet dieser im Papierkorb. Es ist mir sehr wichtig, dass sich niemand angegriffen oder blossgestellt fühlt. Die Berichte dürfen ironisch sein, aber niemals verletzend. Für mich gilt der «Zwärchfäll-Schüttler» vom Fasnachtssamstag bis zum Aschermittwoch, danach sollte man den Inhalt hinter sich lassen. Meiner Meinung nach gibt es nichts älteres, wie eine Tageszeitung von gestern.

Wurden Sie selbst schon einmal von einer Fasnachtszeitung «drangenommen»?

Noch nicht, aber in der kommenden Ausgabe wird auch etwas über mich stehen. Ich habe keine Hemmungen, mich selbst in die Zeitung zu stellen. Bei meiner Geschichte geht es um den Druck der Bürgerwehrball-Plakate. Ich sage nur so viel, wenn sich zwei verstehen gibt es immer Arbeit (lacht).

Können Sie schon etwas über den Inhalt verraten?

Wir werden einige Themen aus dem Dorfleben beleuchten. Zum Beispiel die Wasenmattstrasse: Wenn man von der Zürichstrasse aus in die Unterführung fährt, dachte ich an «Highway to Hell» und wenn man dann hinauffährt, blickt man ins «Ghetto». Mehr dazu erfährt man jedoch in der Zeitung.

Einsiedler Anzeiger (Lukas Schumacher)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

23.01.2016

Webcode

www.schwyzkultur.ch/LfJn4d