Bei warmen Temperaturen gab es im Paracelsuspark erfrischende Drehorgelklänge zu hören. Bild Karl Hensler
Bei warmen Temperaturen gab es im Paracelsuspark erfrischende Drehorgelklänge zu hören. Bild Karl Hensler

Volkskultur

Spezielle Drehorgelklänge in Kirche und Dorf

Zum neunten Mal spielten in Einsiedeln Freunde dieser speziellen Musik auf. Am 18. August war es erneut so weit, dass im Oberdorf Drehorgeln erklangen. Aus kunstvoll geschmückten Instrumenten waren ab zehn Uhr Melodien der verschiedensten Art zu hören.

Immer wieder ist man erstaunt, welch herrliche Musik aus diesen kleinen Kunstwerken erklingt. Dass solches schon in anti-ker Zeit dargeboten wurde, zeigt ein kurzer Blick in die Geschichtsbücher. Diese berichten, dass in der Wiener Instrumentensammlung ein selbstspielendes Spinett aus der Zeit um 1600 steht.

Drehorgelmusik in der Kirche

Mit überraschend kräftigem Klang aus der 31ger-Orgel von Peter Bürgisser, wurde der kirchliche Teil dieses mittlerweile traditionellen Tages eröffnet. Zu hören war «Trumpet Tune» von Henry Purcell. Pater Ans-gar Schuler hiess darauf die Kirchenbesucher willkommen und dankte den Drehorgelspielern für die musikalische Unterstützung des sonntäglichen Gottesdienstes. Gewohnter Kirchengesang von den Musikanten begleitet wechselte sich mit klassischen Melodien aus den gern gehörten Instrumenten ab.

Ein weiterer Ohrenschmaus war das «Air» von Johann Sebastian Bach, gespielt vom Duett Josef Raffin und Cyrill Schulthess. Der Zuhörer staunte ob der imposanten Wirkung, der synchron vorgetragenen Darbietung. Dazu trägt die immer wieder wirkungsvolle Akustik unserer Klosterkirche das ihre bei.

In seinem Predigtwort wies Pater Thomas Fässler darauf hin, dass das im Evangelium geschilderte «Feuer vom Himmel» durchaus trennen kann. Aber das Umfeld könne dieses auch eindämmen. Anhand von alltäglichen Bildern belegte er solches. Soll es aber auch vereinen, so gilt es selbst etwas dazu beizutragen.

Inzwischen hatten die vorgenannten Musikanten ihre Drehorgeln umgerüstet. Das feierlich klingende und immer wieder gern gehörte «Largo» von Georg Friedrich Händel, wiederum synchron ge spielt, drang eindrücklich an die Ohren der Kirchenbesucher. Das «Ave verum» klang wie ein Gebet aus der Orgel von Peter Bürgisser.

Als ob es eines Beweises bedurft hätte, dass diese kleinen Instrumente unsere wunderbare Klosterkirche mit ihren speziell daherkommenden Tönen zu füllen vermögen, kam das «Herr bleib bei mir»aus der Orgel von Cyrill Schulthess daher. Nach seinem Dankeswort setzte der Hauptorganisator des Einsiedler Drehorgeltreffens, Peter Bürgisser, dem Konzert die Krone auf. Der «Cäcilienmarsch», notabene vom Benediktinerpater Anselm Schubiger 1845 für drei Orgeln komponiert, erklang, als ob die Töne einer frisch sprudelnden Quelle entsprungen wären. Dankbarer Applaus der Kirchenbesucher war Lohn für die herrliche Darbietung.

und im Dorf

Beim Bahnhof sowie im Oberdorf erklang frohe Drehorgelmusik. Vom Hotel Drei Könige bis zur Gartenwirtschaft des Restaurants Klostergarten verteilten sich die originell gekleideten Musikanten mit ihren Instrumenten. Ein paar Drehorgelspieler verliehen der Front unseres Rathauses mit ihrer Musik ton-lichen Schmuck. Die Pièce de résistance des Tages bedeutet jedes Jahr das Schlussbouquet bei der Terrasse des Hotels Drei Könige. Die Enthusiasten der mechanischen Musik beweisen dann jeweils, was ihre Instrumente zu bieten haben. Herausfordernder Beifall war Lohn für etwas, das viel Liebe zum Hobby beweist.

Gerne spenden sie den Reinerlös der Kollekte von rund dreihundert Franken an die bevorstehende Renovation des Klosterplatzes.

Infos

www.drehorgel-schweiz.ch

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

20.08.2013

Webcode

schwyzkultur.ch/Xgncfw