v.l: Beat Ruhstaller, Präsident Kulturv. Chärnehus und die Ausstellungsgruppe: Albert Bingisser, Patrick Schönbächler, Hans Gyr, Madeleine Schönbächler, Markus Staub, Anita Kuriger, Franz Breu, Susanna Bingisser, Beat Bisig, August Füchslin. Bild u
v.l: Beat Ruhstaller, Präsident Kulturv. Chärnehus und die Ausstellungsgruppe: Albert Bingisser, Patrick Schönbächler, Hans Gyr, Madeleine Schönbächler, Markus Staub, Anita Kuriger, Franz Breu, Susanna Bingisser, Beat Bisig, August Füchslin. Bild u

Volkskultur

Susanna Bingisser: «Bei mir laufen die Fäden zusammen»

Bei Susanna Bingisser, Historikerin, Archivarin und Kuratorin der Ausstellung «Abgestaubt! Fundstücke aus dem Bezirksarchiv Einsiedeln» laufen alle Fäden zusammen.

Urs Gusset: Susanna Bingisser, wie haben Sie in der Nacht vor der samstäglichen Vernissage geschlafen?

Susanna Bingisser: Ich habe gut geschlafen, nachdem ich spät ins Bett gekommen war (lacht). Die drei Wochen Aufbau im Chärnehus haben wir bis zur letzten Minute genutzt. Wir arbeiten alle ehrenamtlich in unserer Freizeit für die Ausstellung. Die eigentlichen Vorbereitungen haben zwei Jahre gedauert. Ich freue mich jeweils, wenn es nach viel Schreibund Konzeptarbeit an die Umsetzung im Chärnehus geht.

Welche Eindrücke haben Sie an der Vernissage von der Ausstellung gewonnen?

Ehrlich gesagt, hatte ich an der Vernissage noch gar keine Zeit, die Ausstellung als solche anzusehen. Das mache ich in den nächsten Tagen und mische mich unter die Besucher. Die Vernissage ist jeweils eine Art Testlauf und wir bekommen erste Rückmeldungen zur Ausstellung. Diese Rückmeldungen sind oft Bestätigung für unser Konzept. Es gibt aber auch Kleinigkeiten, die wir in den Tagen nach der Vernissage noch anpassen und verbessern.

Und wie geht es Ihnen jetzt?

Es freut mich, dass die Ausstellung eröffnet ist. Nach der erfolgreichen Vernissage bin ich gespannt, was weitere Besucherinnen und Besucher zur Ausstellung meinen. Zudem stehen noch Begleitveranstaltungen wie die Schreibwerkstatt für Kinder vom kommenden Sonntag auf dem Programm oder öffentliche Führungen. Da bin ich auch wieder im Einsatz.

Welche Feedbacks haben Sie auf Ausstellung und Broschüre, Ihre fünfte als Ausstellungsplanerin, erhalten?

Etliche Leute waren überrascht, dass das (staub)trockene Archivthema sehr lebendig und abwechslungsreich umgesetzt werden konnte. Auch die vielen einzigartigen Archivalien, Pläne und Objekte aus der Kulturgütersammlung des Be zirks verblüffen. Die meisten Ausstellungsstücke hat noch kaum jemand gesehen. Die Vernissage mit Sepp Arnold und seiner Drehorgel musikalisch aufzulockern, hat ebenfalls gefallen.

Wieso hat Sepp Arnold die Vernissage musikalisch umrahmt?

Wir wollten Drehorgelmusik. Sepp Arnold ist Mitglied bei uns im Kulturverein Chärnehus, seit er Ende der 1960er-Jahre in Einsiedeln gewohnt und gearbeitet hat. Zudem ist seine Frau, Martha Gyr, eine Einsiedlerin und die Schwester unseres Ausstellungsgruppenmitglieds Hans Gyr.

Sepp Arnold hat gar eine sogenannte Moritate zum Besten gebracht.

Die Vernissagegäste haben den Sänger unterstützt, indem sie jeweils die letzte Zeile wiederholt haben. Das war sehr amüsant.

«Abstauben» ist doppeldeutig  Staub entfernen und stehlen. Wie müssen Ihre Ausstellung und Ihre Broschüre interpretiert werden?

In erster Linie haben wir Staub entfernt, um an die Schätze im Bezirksarchiv zu kommen (lacht). Der Zugang zu einem Archiv muss je doch klar geregelt sein. Schliesslich lagern da Unikate, die es nur einmal gibt. Und es darf nichts «abgestaubt» werden.

Der Ausstellungstitel «Abgestaubt! Fundstücke aus dem Bezirksarchiv Einsiedeln» klingt staubtrocken. Der eine oder andere fragt sich, ob die Ausstellung auch staubtrocken ist?

Wir haben das Klischee, dass Archive langweilig oder eben staubtrocken sind, bewusst mit dem Titel «Abgestaubt!» aufgegriffen. Wir widerlegen es in der Ausstellung und auch in der Begleitbroschüre eindeutig.

Sie präsentieren Urkunden, Protokollbücher, Akten und kunstvolle Pläne.

Ja, genau. Die Schriftstücke haben wir zudem ergänzt mit Objekten aus der Kulturgütersammlung. Kaum jemand weiss beispielsweise, dass der Bezirk eine schöne Sammlung mit Tierpräparaten besitzt, die als Schulunterrichtsmaterial gedient haben. Der Jaguar ist sehr imposant!

Im Foyer ist noch ein Film zu sehen. Und im Dachstock hat es eine Fotoschau von Markus Staub.

Der Film im Foyer bietet einen Einstieg in die Ausstellung und ins Thema Archivieren und Restaurieren. Wir haben im Raum des Bezirksarchivs gedreht, damit die Besucherinnen und Besucher sehen, wie es da aussieht. Im Dachstock zeigen wir eine Fotoschau mit Fotografien aus einem Bezirks-Fotoalbum zum Jugendfest 1900 und zum Sihlseebau.

Die Ausst

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

06.12.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/9ifwp8