Pirmin Lacher, der Oberturner des STV Einsiedeln ist aktiv mit dabei beim traditionellen Brotauswerfen im Güdeldienstag Bild Patrizia Pfister
Pirmin Lacher, der Oberturner des STV Einsiedeln ist aktiv mit dabei beim traditionellen Brotauswerfen im Güdeldienstag Bild Patrizia Pfister

Volkskultur

Tradition hochhalten ist wichtig

STV-Oberturner Pirmin Lacher sammelte eifrig Geld für das Brotauswerfen vom Fasnachtsdienstag.

Der Fasnachtsdienstag ist wegen dem Brotauswerfen wohl der strengste Fasnachtstag für rund 20 Männer des STV Einsiedeln. Seit letztem Samstag ist die Sammelaktion abgeschlossen.

Patrizia Pfister: Werfen Sie selber am Fasnachtsdienstag auch Brot aus?

Pirmin Lacher: Ja, das habe ich sicher schon mehr als 10 Mal gemacht. Heuer bin ich wieder mal ein Johee, ich freue mich darauf.

Wie viele STV-Männer werfen Brot aus?

Es sind jewils 20 Männer, alle aus der Aktivriege. Den Vortritt hat der Vorstand, dann die fleissigsten Turner nach Anzahl Turnstunden.

Wie gross ist der Andrang für diese Aufgabe?

Es variiert. Die 20 Personen bringen wir immer zusammen. Manchmal wollen mehr, manchmal weniger auswerfen. Es gibt zu bedenken: Der Aufwand fürs Brotauswerfen ist recht gross.

Wie meinen Sie das?

Diejenigen, die Brot auswerfen, müssen im Vorfeld Geld sammeln. Während zwei Wochen sind sie jeweils Abends in Zweiergruppen unterwegs.

Wo wird überall gesammelt?

Nur im Dorf Einsiedeln. In den Vierteln zu sammeln, würde den Rahmen sprengen. Wir haben das Dorf in 15 Kreise aufgeteilt. Jedes Jahr wird in 10 Kreisen gesammelt. Da Einsiedeln in den letzten Jahren gewachsen ist und es immer mehr Haushalte hat, ist es zunehmend schwierig, bei allen vorbeizugehen. Ich arbeite auswärts, das erschwert die Sache noch weiter.

Wenn Sie Geld sammeln fürs Brotauswerfen, wissen die Leute worum es geht?

Die meisten kennen das Brot auswerfen. Wenn nicht, erklären wir es ihnen. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass die Einsiedler Bevölkerung das Brauchtum und die Tradition mehr aufrechterhält. Ich meine damit, dass man sich auch über lokale Bräuche informiert, wenn man schon hier wohnt.

Wie viel Geld kommt jeweils zusammen?

Das weiss ich gar nicht, dafür ist der Kassier zuständig. Ich finde jedoch, die Leute sind nicht knausrig, die meisten geben etwas. Bis jetzt wollte mir erst einmal jemand anstatt Geld ein Brot geben. Das würde in zwei Wochen sicher gut fliegen (lacht)!

Wofür wird das gesammelte Geld ausgegeben?

Vor allem für das Brot. Wir werfen 8000 Mütschli mit einem Gesamtgewicht von zwei Tonnen aus. Ein Teil geht zudem an den Unterhalt unserer Gwändli. Vor allem deren Reinigung ist sehr aufwendig. Der Fasnachtsdienstag ist jeweils ziemlich anstrengend für die Aktiven.

Gibt es da am Montag ein Fasnachts-Verbot?

Nein, jeder muss es selber wissen. Früher ging es jeweils gut, am Montag und am Dienstag an der Fasnacht, heute schaue ich spontan.

Machen die Aktiven jeweils ein Wurftraining, um die Mütschli möglichst weitläufig verteilen zu können?

Nein, aber eine Woche vor dem Auswerfen machen wir ein Überschlagstraining. Vor allem für die Bajassen. Mit der Maske ist es ziemlich schwierig, einen Überschlag zu zeigen.

Wie anstrengend ist das Auswerfen?

Je nach Witterung sehr streng! Zudem werfen wirfünf Mal aus. Bis zum dritten Mal geht es gut, dann wird es immer anstrengender. Am Schluss besuchen wir ja noch das Spital. Da springen nicht mehr alle so schön!

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

10.02.2015

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schwyzkultur.ch/Y8uBc4