Ausstellungs-Obmann Albert Bingisser legt beim Abbau der Chärnehus-Ausstellung selber Hand an. Bild Patrizia Pfister
Ausstellungs-Obmann Albert Bingisser legt beim Abbau der Chärnehus-Ausstellung selber Hand an. Bild Patrizia Pfister

Volkskultur

Vor allem für Kenner der Lokalgeschichte

Die Ausstellung «Abgestaubt! Fundstücke aus dem Bezirksarchiv Einsiedeln» schloss am letzten Sonntag ihre Tore. Die Ausstellungsgruppe mit Obmann Albert Bingisser ist zufrieden mit dem Besucheraufmarsch.

Der 72-jährige Albert Bingisser und die restlichen Mitglieder der Chärnehus-Ausstellungsgruppe waren in der letzten Woche mit dem Abbau der Ausstellung im Chärnehus beschäftigt. Zwischen dem 4. Dezember 2016 und dem letzten Sonntag, 22. Januar, besuchten rund 1500 Personen die Ausstellung über das Bezirksarchiv. Da die Ausstellung gratis war, wurden die Besucher mit einem Beichtzähler gezählt.

Nicht für jedermann

Bingisser ordnet die Zahl, die im Vergleich mit der letzten Ausstellung etwa um 50 Prozent gesunken ist, ein: Vor allem Leute aus der Region, aber auch einige von weiter weg und Einsiedler, die auswärts wohnen, zeigten sich interessiert am Bezirksarchiv. «Das Thema ist nicht so einfach darzustellen.» Deshalb ziehe es auch nicht jedermann an, sondern nur Kenner oder Interessierte der lokalen oder allgemeinen Geschichte. «Wir brachten interessante Umstände an die Öffentlichkeit, die noch niemand gesehen hat.» Der Zugang zum Bezirksarchiv wurde für die Ausstellungsgruppe nur dank Alberts Tochter Susanna Bingisser, einer ausgebildeten Archivarin, möglich. Die 1500 Besucher von «Abgestaubt» korrespondieren mit der Anzahl Besucher der Ausstellung 08/09 «Ans Licht geholt: Raritäten und Kuriositäten aus der Sammlung des Kulturvereins Chärnehus». Diese besuchten 1578 Personen.

Hohe Kollekten-Einnahmen

Beispielsweise die Ausstellung «Einsiedeln, seine Gasthäuser, seine Gäste», lockte fast doppelt so viele Besucher an wie «Abgestaubt». «Wir hatten sogar einen Stammtisch, da fühlte sich jeder zu Hause.» Man sei sich im Voraus bewusst gewesen, dass es «Abgestaubt» schwieriger haben würde, die Leute ins Chärnehus zu holen. «Viele Besucher kamen dafür mehrmals vorbei.» Die Hörstationen und das Lesen der Urkunden brauchten ihre Zeit. Am Tag mit dem grössten Besucherandrang waren 110 Personen im Chärnehus. Erfreulich war, dass sich die Besucher spendabel zeigten: «Der Gabentopf war überraschend gut gefüllt.» Die Kollekte war vergleichbar mit publikumswirksameren Ausstellungen.

Viele Komplimente erhalten

Die Begleitveranstaltung mit Tierpräparator Eric Widmer kam sehr gut an, durch das grosse Interesse der Anwesenden wurden die Öffnungszeiten sogar überzogen. Leider musste die Schreibwerkstatt wegen zu wenig Anmeldungen ab gesagt werden. Führungen durch die Ausstellung waren ebenfalls gefragt, wobei Madeleine Schönbächler die meisten Schülergruppen übernahm und Kuratorin Susanna Bingisser den Rest. Die zahlreichen Besucher hinterliessen ihre Gedanken im Gästebuch, hier eine Auswahl: Wundervoll die Archivluft, die Filme, die Fotos, das Gehörte, beeindruckend und informativ.  Tolle und sehr sorgfältig gestaltete Ausstellung, Gratulation ans ganze Team.  Führungen kompetent und tiefgründig, spannend  wie immer!  Die Einsiedler Geschichte spannend dokumentiert und rübergebracht.  Einen besonderen Dank an alle Autoren der schönen Schrift «Abgestaubt» und auch für die vielen exquisiten Exponate.

Auf Sponsoren angewiesen

Die Schlussabrechnung der Aus stellung liegt noch nicht vor, der Obmann rechnet aber mit einer schwarzen Null. Die Aufwendungen für die Ausstellungen betrugen insgesamt mehr als 60'000 Franken. Hier war man im Vorfeld auf Sponsoren angewiesen. Dank der Unterstützung des Kantons, Bezirks, von Stiftungen, Banken und privaten Sponsoren war man gut aufgestellt. Ein in finanzieller Hinsicht grosser Happen war die Chärnehus-Schrift «Abgestaubt». Von der Broschüre wurden knapp 900 Exemplare gedruckt und davon über die Hälfte an die Mitglieder des Vereins Chärnehus verschickt. Während der Ausstellung wurden einige wenige auch verkauft. Die Themen der Ausstellung und der Broschüre haben sich mit der Zeit ergeben. Für schriftliche Beiträge wurden sie  je nach Fähigkeiten  an die Mitglieder der Ausstellungsgruppe vergeben. Beispielsweise lag es auf der Hand, dass der ehemalige Tierarzt Markus Staub über Viehseuchen schrieb. Albert Bingisser selber befasste sich mit dem Thema «Abgestaubt» und was im Laufe der Jahre alles verschw

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

27.01.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/BsxqaC