Die Einsiedler Kindertanzgruppe avancierte mit einem putzigen Auftritt zum Publikumsliebling. Bild Franz Kälin
Die Einsiedler Kindertanzgruppe avancierte mit einem putzigen Auftritt zum Publikumsliebling. Bild Franz Kälin

Volkskultur

«Winterchilbi» mit der Trachtengruppe «Waldlüt vo Einsidle»

Der urtümliche Abend lockte viele Leute an. Neben einheimischen Mitwirkenden sorgte die Trachtengruppe Neumühle-Zollbrück aus dem Emmental für Stimmung.

Die «Waldlüt vo Einsidle» wagten es wieder. Vor zwei Jahren begann das mit der «Winterchilbi». Dabei ist das ein eigentliches Paradox. Chilbi gleich Kilbi, gleich Kirchweihe. Und die wird in Einsiedeln bekanntlich Ende August begangen. Nun wurde also zur «Winterchilbi» eingeladen. Und alle konnten sich freuen: Die Trachtenleute wegen des grossen Aufmarsches, die teilnehmenden Gruppen, die mit ihren Auftritten bestens unterhielten und das Publikum. Es kam in den Genuss von gut zwei Stunden bester Live-Unterhaltung. Das ist immerhin eine halbe Stunde mehr als man solche Sachen am Fernsehen «geniessen» kann. Und dann ist das Ganze eben live, kein Playback. Frische Kinderstimmen vermögen zu begeistern, auch wenn mal der oder die Kleinste nicht ganz im Takt ist.

Lautstarkes Konzert

Den Beginn des Abends machten die jungen Männer der Trichlergruppe «Edelwyss» aus Einsiedeln. Lautstark eroberten sie mit ihren lauten Klängen den Dorfzentrum-Saal. Von Müdigkeit herrührend etwa von Dreikönigen, war nichts zu spüren. Ihr Weg führte durch den Saal auf die Bühne. Dort stand auch der Top-Geisslechlepfer Remo Kälin, der seine Kunst in schönem Rhythmus darbot. Herrliche «Musik» wurde da geboten, und jede und jeder war nun hellwach, um das Kommende auch wirklich genies-sen zu können.

Trachtengruppen eine Augenweide

Nun waren die Trachtengruppen an der Reihe. Tanzen zu lüpfiger Musik in schönen Formationen – eine Augenweide! Da wurde die Lust am Tanzen förmlich zelebriert. Einsiedler, wie Emmentaler, wussten zu begeistern. Und dann die Einsiedler Kindertanzgruppe. Sie avancierte zum Publikumsliebling. Ist ja auch kein Wunder, die Kleinsten der Gruppe schauten gar putzig drein, machten brav mit, was die Grösseren vorzeigten. Sie erhielten dafür grossen, ja übergrossen Applaus. Und das wird sie mächtig gefreut haben. Sie sind laut ihrer Leiterin bis auf deren vier alles «Neue», erst seit letztem Herbst dabei. Und so gesehen war äusserst beachtlich, was sie schon boten.

1219 Kirschensteine

In der Pause ging ein Schätzwettbewerb über die Bühne. Rosmarie Kälin-Ruhstaller, die sehr gekonnt und herzlich durch das Programm führte, hielt ein Plastiksäckchen mit Kirschensteinen in die Höhe. Es galt zu erraten, wie viele es denn sein könnten. Einen Hinweis gab sie: Die Steine waren Bestandteil von sechs Kilogramm Kirschen. Nun, die Gewinner lagen mit ihren Schätzungen verblüffend nahe. Der Zahl 1219 kamen sie bis auf zwei, respektive drei Steinen nahe. Schöne Preise waren der Lohn für dieses genaue Berechnen.

Berner mit dem «Zwirbele»

Auch die Berner Trachtenleute hatten in ihrem Auftritt im zweiten Programmteil ein «Glücksspiel» eingebaut – das «Zwirbele». Mit einem Rad, welches bei einer bestimmten Zahl stehen blieb, wurden die jeweiligen Gewinner von «Züpfe», Lebkuchen und Torten ermittelt. Alle Akteure aus dem ersten Teil traten noch einmal auf. Die Kinder sangen, musikalisch begleitet, das Mythenlied. Und die «Grossen» tanzten dazu – ein Generationen verbindendes Tun. Und dass Tanzen wirklich verbindet, demonstrierten die beiden Trachtengruppen, indem sie zum Stück «Murtenlaube» gemeinsam tanzten. Den Schlusspunkt des Programms setzten – sie werden es erraten – die Trichler. Ebenso lautstark markierten sie das Ende des Abends.

Das Ende?

Noch lange nicht, denn nun spielte das Ländlertrio «Bründler-Gyr» zum Tanz auf. Und da wagte sich auch das «normale» Volk, angesteckt durch die Trachtengruppen aufs Tanzparkett. Wie an einer Chilbi im Herbst eben. Da merkte man erst wieder draussen auf dem Heimweg, dass diese Chilbi in einer anderen Jahreszeit stattfand: «Schöin isch äs gsi!»

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

11.01.2011

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