Die Eggerin Theres Nauer erzählt sehr gerne Märchen, sowohl für Erwachsene wie auch für Kinder. Bild zvg
Die Eggerin Theres Nauer erzählt sehr gerne Märchen, sowohl für Erwachsene wie auch für Kinder. Bild zvg

Volkskultur

Zuhörer in die Märchenwelt entführen

Theres Nauer ist Geschichten- und Märchenerzählerin aus Leidenschaft. Märchen können für jede Altersklasse interessant sein, weiss die Eggerin Theres Nauer. Sie erzählt an verschiedenen Anlässen. Am wichtigsten sei, die Zuschauer nicht zu strapazieren.

Schon als Kind interessierte sich die Eggerin Theres Nauer für Märchen. Dieses Interesse wurde über die Jahre immer ausgeprägter. Bis sie schliesslich von 2010 bis 2012 die Mutabor-Schule für Erzählkultur im Emmental besuchte. «Ich wollte etwas für mein Gedächtnis tun», so die 61-Jährige. Da sie selten ins Ausland reist, fand sie es überflüssig, eine Fremdsprache zu lernen, sondern wollte sich aufs Erzählen konzentrieren. «Und zwar nur für mich.»

Die Auftritte häufen sich

Um den Abschluss der Mutabor-Schule zu erlangen, galt es vor Publikum aufzutreten. Sie nutzte den 1.-August-Brunch von Freunden im Kanton Zug, um im Rahmen des Kinderprogramms öffentlich zu erzählen. Nach und nach kamen weitere Engagements dazu. Es gab immer mehr Anfragen und seit sich Theres Nauer eine eigene Homepage zugelegt hat, häufen sich die Anfragen.

Märchen sind gefragt

Märchen sind gefragt, und zwar für ganz verschiedene Anlässe. Beispielsweise in Altersheimen, an Weihnachtsmärkten, Geschäftsessen, Tagen der offenen Tür und so weiter. Vor Kurzem fand im Restaurant Rösslipost in Unteriberg das erste «Märlidinner» statt. Theres Nauer ist zudem «Sterntaler-Erzählerin». Das ist ein Projekt, wo Menschen in Pflege und Betreuung Geschichten erzählt wird. «Märchen brauchen Zeit  Zeit ist etwas, von dem Kranke oft zu viel und Gesunde meist zu wenig haben.

Auswahl nach Publikum

«Ich wähle die Märchen je nach Publikum aus und gestalte vor Ort eine passende Atmosphäre.» Beispielsweise für Kinder mit farbigen Tüchern und Zwergen. «Ein Märchen sollte zwischen fünf und acht Minuten dauern, die Zuhörer schalten sonst emotional ab.» Vor allem bei Kindern merke man die Reaktionen auf die Geschichte sehr stark. Mit Kindern kann die Erzählerin mehr interagieren. Kinder reagieren unmittelbar und lassen sich schneller in die Geschichte hineintragen.

Für alle Altersklassen

Viele Leute denken, Märchen seien Kinderthemen, dem ist jedoch nicht so. Kindern erzählt man Märchen zum Einschlafen und Erwachsenen erzählt man Märchen zum Aufwachen. Märchen (Mär = Botschaft) beinhalten immer eine Botschaft oder eine Weisheit. Theres Nauer erzählt immer auf Schweizerdeutsch. «Ich lerne nicht auswendig sondern inwendig», erklärt sie. Sie liest die Geschichten nicht vor, sondern sieht die Bilder dazu vor dem inneren Auge. Dabei sei vor allem die Vorbereitung entscheidend. Die Vorbereitung für ein Märchen dauert etwa vier bis fünf Stunden. Sie liest die Geschichte und notiert sie als «Märchenkreis», anhand dessen sie dann erzählt. Der Inhalt des Märchens bleibt zwar immer derselbe, die Geschichte wird jedoch oft in andere Worte gefasst. Das sei beispielsweise so, wie wenn man von einem Ferienerlebnis erzählt.

Aus den Büchern holen

Angesprochen auf ihr Repertoire meint sie: «Spontan erzählen kann ich etwa 20 Märchen.» Nach Möglichkeit sucht sie zum jeweiligen Anlass etwas Passendes. Dazu recherchiert sie in der Märchendatenbank von Mutabor oder in der Lesebibliothek in Grüt im Zürcher Oberland, einer Lesebibliothek in der Nähe von Dürnten. «Das Aussuchen eines passenden Märchens ist das Schwierigste», betont sie. «Märchen liegen begraben in Märchenbüchern. Ich entdecke sie und verhelfe ihnen zu neuem Leben, indem ich sie aus den Büchern hole.» Manchmal erzählt die Eggerin zusammen mit anderen Erzählerinnen oder unter Begleitung von Musik, meistens Zitherinstrument. «Früher habe ich oft traurige und nachdenkliche Märchen erzählt. Ich merkte jedoch, dass lustige, leichte an einem Fest besser ankommen.»

Märchen aus anderen Kulturen

Ein Lieblingsmärchen hat Theres Nauer nicht. Ihr gefallen auch Märchen aus anderen Kulturen, wie zum Beispiel orientalische Märchen oder Märchen aus Japan und China. In den Sommermonaten wird sie in Rigi Kaltbad, an Geburtstagen und an einem 1.-August-Brunch auftreten. Die eigentliche Märchenzeit ist aber im Herbst und um die Weihnachtszeit. «Es ist jeweils der schönste Lohn, wenn das Publikum sagt, sie hätten stundenlang zuhören können. Vom Märchen e

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

10.03.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/kmjGNc