Musik
Zehn Skatepunk-Nummern mit internationalem Potenzial
Must Be Wrong aus Einsiedeln widmen sich dem melodiösen Punk und Hardcore der 1990er-Jahre – Punkrock voll auf den Punkt gebracht.
Glockengeläut und weise Worte des legendären Lemmy Kilmister. So beginnt die neue Platte «Fools Paradise» der Einsiedler Band Must Be Wrong. Und damit hat sie bereits die volle Aufmerksamkeit des Publikums, bevor die Band mit ihrem Skatepunk der alten Schule mitten in die punkaffinen Herzen trifft. Ab dem ersten Ton fühlt man sich in die Punkrock- und Melodic-Hardcore- Szene der 1990er-Jahre zurückversetzt, in pogende, schweissgebadete Mengen in Hallen oder Klubs, wo an einem Abend nicht selten bis zu vier Punkbands spielten und das Publikum beehrten. Kein Wunder, die drei langjährigen Freunde Dario Füchslin, Jan Marty und Damian Schuler sind musikalisch tief verwurzelt im klassischen Skatepunk und Melodic Hardcore, inspiriert von Bands wie Pennywise, Millencolin und NOFX.
Musik als Sprachrohr für gesellschaftliche Kritik
Der Bandname Must Be Wrong entstammt einer Textzeile des NOFXSongs «The Longest Line» aus dem Jahr 1992: «I must be wrong, this can’t be right, I don’t belong, this world is much too dangerous.» Diese Zeilen spiegeln die Jugend der Band wider. «Aufgewachsen in einer konservativ geprägten Ortschaft, stiessen wir immer wieder auf Unverständnis und Ausgrenzung », sagen die Musiker von Must Be Wrong. Genau diese Erfahrungen wurden zur Grundlage ihrer musikalischen Identität. Musik als Sprachrohr für gesellschaftliche Kritik, persönliche Reflexion und das Gefühl des Nicht-Dazugehörens. Die Band schreibt denn auch auf ihrem neuen Album über innere Krisen. Thematisch reicht das Spektrum von Liebe und politischen Konflikten bis hin zu persönlichen Kämpfen wie Depressionen und Trennungen. Mit «Fools Paradise» will die Band ihren Anspruch unterstreichen, Punkrock nicht nur als Musikstil, sondern als Haltung zu verstehen. Diesen Anspruch kann man bei jedem einzelnen Song fühlen, es wird in die Welt geschrien, geflüstert und gehauen. Es werden deutliche Worte gesprochen, glasklare Töne gegen raue Parts ausgetauscht. Must Be Wrong bringen es mit ihrer Platte auf den Skatepunk-Punkt: Geradeaus, schnörkellos.
Anspieltipps
Besondere Anspieltipps sind «Teenage Life Lessons» (wegen akzentuierter Shouts), «Part Of Me» (beinhaltet alles, was ein eingängiger Punkrock-Refrain haben soll, Millencolin lässt grüssen), «Interlude» (der schönen Gitarren wegen) und «Longing For Love» (deutliche Worte der Liebe). Mit «Profit Lies» (2020) veröffentlichte die Band ihre erste Single komplett in Eigenregie. 2023 erschien das erste Studioalbum «Lost Identity». Bereits die vorab veröffentlichte Single «Esperanza» setzte ein starkes inhaltliches Zeichen, das in der Szene grosse Resonanz fand. Spätestens ab diesem Zeitpunkt etablierte sich die Band als fester Bestandteil der Schweizer Punkszene und gewann auch international zunehmend an Sichtbarkeit. Es folgten Konzerte und Festivalauftritte mit namhaften Bands wie Less Than Jake, Itchy, Authority Zero, A Wilhelm Scream und Sondaschule. 2024 stand die Band kurzzeitig beim kanadischen Label Violent Weather Records unter Vertrag und veröffentlichte dort die Singles «Words Untold », «Fools Paradise» und «Longing for Love». Im Sommer 2025 wechselten Must Be Wrong zum Schweizer Punkrock-Label DMB Records, bei dem sie seither unter Vertrag steht.
Bote der Urschweiz / Nicole Auf der Maur
Autor
Bote der Urschweiz
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- Musik
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