In der letzten Spielperiode vom 21. Juni bis 7. September 2013 fanden vierzig Aufführungen des Einsiedler Welttheaters statt. Schriftsteller Tim Krohn hatte sich des Stücks angenommen, inszeniert wurde es von Regisseur Beat Fäh. Foto: Welttheater Einsiedeln
In der letzten Spielperiode vom 21. Juni bis 7. September 2013 fanden vierzig Aufführungen des Einsiedler Welttheaters statt. Schriftsteller Tim Krohn hatte sich des Stücks angenommen, inszeniert wurde es von Regisseur Beat Fäh. Foto: Welttheater Einsiedeln

Bühne

«Einsiedler Welttheater» erst wieder im Jubiläumsjahr 2024

Der Vorstand der Welttheatergesellschaft Einsiedeln hat entschieden, das von 2020 auf 2021 verschobene «Einsiedler Welttheater» erst im Jubiläumsjahr 2024 («100 Jahre Welttheater») aufzuführen.

Der Beschluss sei in Anbetracht der ungewissen Entwicklung der Corona-Pandemie und des damit verbundenen finanziellen Risikos für die Welttheatergesellschaft gefasst, schreibt die Welttheatergesellschaft Einsiedeln in einer Medienmitteilung: «Bei der Beurteilung der Situation hatte die Sicherheit der Mitwirkenden und des Publikums oberste Priorität.» «Als wir das Sicherheitskonzept erarbeiteten, wurde uns bewusst, wie weitreichend die Folgen dieser Massnahmen sind», schreibt Hanspeter James Kälin, Präsident der Welttheatergesellschaft Einsiedeln: Bereits die Verschiebung auf 2021 habe einen Mehraufwand beziehungsweise einen Verlust von rund 750’000 Franken verursacht. Wegen der jetzt beschlossenen Verschiebung um drei weitere Jahre dürfte der Fehlbetrag noch beträchtlich höher ausfallen. «Wir sind zwar zuversichtlich, dass wir einen Teil dieser Kosten aus dem Unterstützungspaket des Bundes decken können, aber für die Aufführungen 2021 müsste die Welttheatergesellschaft das volle Risiko tragen», stellt Kälin fest.

Ausgebremst nach gelungenem Start


«Die Vorbereitungen für die Spielperiode 2020 waren weit fortgeschritten», berichtet die Welttheatergesellschaft. Eine äusserst engagierte künstlerische Leitung hätte es verstanden, ein Konzept zu entwickeln, das vom Spielvolk sehr positiv aufgenommen worden sei. «Die Proben liefen optimal, die Mitwirkenden waren begeistert. Aber dann kam das Unerwartete in Form eines Virus», schildert die Gesellschaft. Auf einen Schlag sei der Start der Aufführungen mit der Premiere am 17. Juni in Frage gestellt worden. Die neue Situation zwang den Vorstand der Welttheatergesellschaft zum Handeln. «Wir wollten mit allen Mitteln die Aufführungen retten», betont Kälin: Die ursprüngliche Idee, die Premiere um ein paar Wochen zu verschieben, sei aber der Einsicht gewihen, dass nur eine Verschiebung um ein Jahr infrage komme. «Die schnelle Ausbreitung des Virus und die vom Bund verordneten Massnahmen liessen uns keine Wahl», konstatiert der Präsident.

Ein hoffungsvoller Neubeginn


«Nach den Sommerferien haben wir zusammen mit der künstlerischen Leitung die Vorbereitungen für die Spielperiode 2021 wieder aufgenommen», führt Kälin aus: Anfang September habe der Bund die Einschränkungen in Bezug auf die Besucherzahlen gelockert, sodass ab Oktober wieder Veranstaltungen mit mehr als Tausend Besuchern möglich würden. «Diese Meldung hat uns zuversichtlich gestimmt, und wir haben die Vorbereitungen intensiviert », schreibt Kälin: Die Situation rund um die Pandemie verändere sich aber fast täglich. «Als wir uns zur Verschiebung um ein Jahr entschlossen haben, sind wir nicht davon ausgegangen, dass die Phase der Unsicherheit so lange andauern würde», stellt der Präsident klar. Die Verunsicherung sei auch in der Einsiedler Bevölkerung und beim Spielvolk spürbar. «Obwohl zahlreiche positive Reaktionen eingingen und sich im Sommer wieder viele Mitwirkende für die Spielperiode 2021 entschieden haben, ist es zum heutigen Zeitpunkt ungewiss, ob wir weiterhin auf genügend Mitwirkende zählen könnten», heisst es in der Medienmitteilung weiter.

Bedauern und Enttäuschung


Zusammen mit der künstlerischen Leitung hatte der Vorstand alles unternommen, um die Spielzeit 2021 zu ermöglichen. «Denn gerade jetzt wäre es äusserst wichtig, der Kultur wieder Raum zu geben», findet Kälin: «Auch Einsiedeln, das hiesige Gewerbe, die Gastronomie und der Tourismus hätten in dieser schwierigen Zeit von unserem Grossanlass profitiert.» «Nach Abwägen aller Faktoren und Risiken gab es für uns aber leider keine andere Möglichkeit als die nochmalige Verschiebung», teilt der Präsident mit: «Wir bedauern, viele Theaterbegeisterte mit diesem Entscheid zu enttäuschen, sind aber überzeugt davon, dass er richtig ist und zu diesem Zeitpunkt gefällt werden musste, um die Situation der Unsicherheit zu beenden.»

Dank für die Unterstützung


«Wir konnten in den vergangenen Monaten auf viel Solidarität und Unterstützung zählen», schreibt Kälin: «Das hat uns immer wieder motiviert, an unserem Projekt weiterzuarbeiten. Dafür möchten wir uns bei der künstlerischen Leitung, den Mitwirkenden, den Partnern, beim Kloster Einsiedeln, beim Bezirk und bei der ganzen Bevölkerung herzlich bedanken.» «Wir hoffen, im Hinblick auf die nächste Spielzeit wieder mit viel Solidarität und Unterstützung rechnen zu dürfen», führt der Präsident aus: 2024 werden es 100 Jahre her sein, seit «Das grosse Welttheater» von Pedro Calderón de la Barca zum ersten Mal auf dem Einsiedler Klosterplatz aufgeführt wurde. «Im Jubiläumsjahr möchten wir der hundertjährigen Tradition eine Zukunft geben», fasst Kälin zusammen.

Einsiedler Anzeiger / mitg.

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

02.10.2020

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schwyzkultur.ch/nrCFya