Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger
Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger

Kunst & Design

«Es ist die Freude, mit Farbe etwas zu komponieren»

Sabine Matthys-Krümmel stellt vom 5. bis 26. Mai im temporären Kunsthaus in Lachen aus. Dies ist die erste Ausstellung nach einer rund sechsjährigen Schaffenspause.

«Der Raum der Kunst war nicht ausgetrocknet, es war einfach die Tür zu», sagt Sabine Matthys-Krümmel. «Als ich sie öffnete, war alles wieder da.» Rund sechs Jahre lang rührte Sabine Matthys weder Pinsel noch Farbe an, die sie zuvor während zweier Jahrzehnte begleitet hatten. Zu sehr nahm sie ihr Beruf in Anspruch. Sie arbeitete 100 Prozent als Dekorateurin für ein Modegeschäft in Zürich, setzte andere Prioritäten. «Ich musste immer mehr fürs Geschäft machen. Das bereitete zwar Spass, aber Zeit und Musse fürs Malen fehlten.» Seit Februar 2018 arbeitet Sabine Matthys noch 80 Prozent, zusammen mit einer neu eingestellten Mitarbeiterin. Die Arbeit wurde weniger, es gab und gibt wieder Freiräume. «Ich brauchte Monate, um herunterzufahren und den Level zu erreichen, um wieder zu malen», sagt Sabine Matthys. Dann, im Sommer, konnte sie im Atelier in ihrem Haus in Galgenen dort anknüpfen, wo sie vor Jahren aufgehört hatte. «Es war kein Kampf, es fliesst einfach wieder.»

«Das Herz schwappt über»

Viele Bilder von Sabine Matthys entführen die Betrachterin oder den Betrachter in den Norden, an norddeutsche Küsten. «Ich plane nicht, Landschaften zu malen», sagt Sabine Matthys. «Meine Malerei kommt aus dem Bauch. Wenn ich beginne, habe ich keine Vorstellung, was daraus werden wird. Das eine gibt das andere.» Und doch, wenn sie im Bild eine Landschaft entdeckt, ein aufziehendes Gewitter, wenn das Gemalte sie an ein Gefühl erinnert, dann verfolgt sie dies weiter. «Ich male aber nicht meine Gefühle », sagt Sabine Matthys. «Es ist die Freude, mit Farbe – und nur mit Farbe – etwas zu komponieren.» Erst wenn das Bild fertig ist, setzt die Malerin den Titel. Was löst das Bild in ihr aus? Woran erinnert es sie? An Verliebtheit? «Das Herz schwappt über» heisst ein in Rot- und Violett-Tönen gehaltenes Bild. «Diese Zeile von Herbert Grönemeyer ist doch viel treffender als ‹Verliebtheit› », sagt Sabine Matthys. Dieses und über 30 weitere Bilder sind vom 5. bis 26. Mai im temporären Kunsthaus im ehemaligen EW-Gebäude am Winkelweg 7 in Lachen zu sehen.

Höfner Volksblatt & March Anzeiger / Hans-Ruedi Rüegsegger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst / Design

Publiziert am

01.05.2019

Webcode

schwyzkultur.ch/cGeHXt