Musik

Von «Baba Yetu» bis «Supernova» mit dem Musikverein Euthal

Am vergangenen Samstag lud der Musikverein Euthal in der Mehrzweckhalle im Schulhaus Euthal zum traditionellen Jahreskonzert. Die angereisten Besucherinnen und Besucher aus nah und fern konnten ein abwechslungsreiches und gehörfälliges Konzert geniessen.

Die Mehrzweckhalle im Schulhaus füllte sich fast bis auf den letzten Platz und ein interessiertes Publikum wartete gespannt auf den Auftritt der Musikantinnen und Musikanten vom Musikverein Euthal. Mit dem Marsch Castle Park vom Komponisten Timo Forsström wurde der Konzertabend fulminant eröffnet. Als aufmerksamer Zuhörer merk-te man schnell, dass unter der langjährigen Leitung von Roland Kälin die Musikantinnen und Musikanten sehr gut vorbereitet waren. Immer vorwärtsdrängend wurde das Marschtempo bis zum Schluss durchgezogen.

 

Neuer Präsident am Mikrofon

Dem Raunen vom Publikum war zu entnehmen, dass vermutlich nicht alle mitbekommen hatten, dass der Musikverein an der letzten Generalversammlung einen neuen Präsidenten gewählt hatte. Als neuer Präsident trat nämlich Adrian Fässler vors Mikrofon und begrüsste die Besucherinnen und Besucher und die zahlreichen Delegationen. Mit Nadja Bellmont und Ursy Friedlos kam anschliessend das bewährte Ansageduo auf die Bühne. Sie informierten über das nächste Werk, das der Musikverein Euthal am Eidgenössischen Musikfest in Biel im kommenden Mai aufführen wird. Das Stück heisst Like the Eagle, we soar and rise, und ist in der dritten Stärkeklasse eingereiht. Der Komponist Satoshi Yagisawa beschreibt in seinem Werk als Synonym für the eagle, also der Adler, eine Schule in Singapur mit all ihren Höhen, Krisen und Zukunftsvisionen. Ein anspruchsvolles Werk mit einer imposanten Eröffnung, einem anspruchsvollen rhythmischen und etwas kriegerisch tönenden Übergang in einen ruhigeren gehörfälligen Mittelteil und einem kraftvollen Schluss. Die Musikantinnen und Musikanten haben das Stück bereits sehr gut im Griff und vermutlich sind nur noch kleine Unebenheiten und Details in den kommenden Wochen zu proben.

 

Das Ploppen frisch geöffneter Bierflaschen

Nach der Ansage vom nächsten Stück, Baba Yetu, und dem Ploppen von drei frisch geöffneten kühlen Bierflaschen aus dem Publikum konnte die von Henk Ummels arrangierte Computermusik aus dem Game Civilization IV beginnen. Der Perkussionist Markus Koller überzeugte mit seinem Shaker und liess keine Sekunde das Tempo langsamer werden. Die Musikanten waren entsprechend aufmerksam und hielten das Metronom mit. Im portugiesischen Marsch O Vitinho war der südländische Charakter zu spüren und der Dirigent verlangte ein feines dynamisches Musizieren. Entsprechend wurde sehr differenziert gespielt, ein wahrer Hörgenuss. Mit der Wahl vom Medley The best of Polo Hofer traf die Musikkommission vom Musikverein genau den Geschmack des Publikums. Mit Melodien wie Kiosk, giggerig und wääge dir gelang Gilbert Tinner ein tolles Arrangement. Mit diesem Stück war es auch Zeit für eine Pause und die Musikantinnen und Musikanten verkauften ihre Lose für die schöne Tombola.

Der zweite Teil nach der Pause ging mit dem Stück Super-nova von Thierry Deleruelle wieder feurig los. So heisst es zum Beginn vom Stück in der Partitur des Dirigenten. Am Schlagzeug hat der junge und quirlige Ennio Kälin die Musikantinnen und Musikanten tempomässig im Griff. Sein Instrument macht ihm sichtlich grossen Spass. Mit The Story, dem Soundtrack aus der bekannten Fernsehserie Grey’s Anatomy, konnten sich Simon Märchy auf dem Euphonium, Kim Birrer auf dem Saxophon und Nicole Marty auf der Querflöte mit ihren Soli präsentieren. Wer kennt nicht die Band Coldplay? Bert Appermont hat mit bekannten Titeln der Band ein wunderbares Medley komponiert. Am lange anhaltenden Applaus wusste das Stück dem Publikum sehr zu gefallen.

 

Eine flotte Polka gehört ins Programm 

Dass die folgende Weinkeller-Polka wohl eher zu später Abendstunde und, wie die beiden Ansagerinnen Nadja und Ursy mein-ten, bei einer Nachbesprechung der Probe komponiert wurde, könnte man sich gut vorstellen. Auf jeden Fall gehört nebst der anspruchsvollen und modernen Musik halt immer auch eine flotte Polka ins Programm des Musikvereins Euthal. Das Publikum honorierte es mit freudigem Beifall. Im Film Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer hat es so schöne Melodien, dass Peter M. Riese ein gehörfälliges Arrangement geschrieben hat. Mit diesem Titel war auch schon das Ende vom Jahreskonzert angebrochen und Präsident Adrian Fässler bedankte sich mit passenden Worten an alle, die zum Erfolg des Abends beigetragen hatten.

Mit dem Titel Tiptoe Rag wurde dem dankbaren Publikum eine erste Zugabe gewährt. Gerne wurde zum Schluss mit dem eher weniger bekannten Marsch Castaldo, aber natürlich traditionell mit einem Marsch, das Jahreskonzert beendet. Für alle, die noch nicht sofort den Heimweg antreten wollten, gab es ein verlockendes Kuchen- und Tortenbuffet mit einem Kaffee oder in der Bar einen feinen Drink.

 

Einsiedler Anzeiger / Walo Schönbächler

Autor

Einsiedler Anzeiger

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  • Musik

Publiziert am

24.03.2026

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