Als Co-Producer bekam Peter Organ einen eigenen Regiestuhl zugesprochen – dies neben Jean-Claude Van Damme notabene als einziger Schauspieler. Bilder zvg
Als Co-Producer bekam Peter Organ einen eigenen Regiestuhl zugesprochen – dies neben Jean-Claude Van Damme notabene als einziger Schauspieler. Bilder zvg
 «Wir sind wahre Freunde geworden»: Auch nach seiner Rückkehr nach Feusisberg steht Peter Organ noch regelmässig in Kontakt mit Hollywoodstar Jean-Claude Van Damme (rechts).
«Wir sind wahre Freunde geworden»: Auch nach seiner Rückkehr nach Feusisberg steht Peter Organ noch regelmässig in Kontakt mit Hollywoodstar Jean-Claude Van Damme (rechts).

Film

Per Du mit Jean-Claude Van Damme

Der Feusisberger Peter Organ hat ein neues Filmprojekt: Für den Actionstreifen «Kill ‘em All» stand er mit keinem Geringeren als Jean-Claude Van Damme vor der Kamera. Aus der Zusammenarbeit ist eine Freundschaft geworden.

Im Frühling Lindsay Lohan, nun Jean-Claude Van Damme: Die Liste der Filmstars, mit denen Peter Organ zusammengearbeitet hat, wird länger. Dies, obwohl der Feusisberger erst vor wenigen Monaten in die Filmbranche eingestiegen ist. Für sein aktuelles Projekt, den Actionstreifen «Kill ‘em All», hat er anderthalb Monate in den USA verbracht – und ist dort auf sein grösstes Idol getroffen. «Ich habe nicht nur jeden Film mit Jean-Claude Van Damme gesehen, er war es auch, der mich zum Kampfsport gebracht hat», erklärt der erfahrene Krav-Maga-Kämpfer. Bei der blossen beruflichen Zusammenarbeit mit dem Hollywoodstar und Martial-Arts-Spezialisten blieb es allerdings nicht. «Wir sind während der Dreharbeiten wahre Freunde geworden », erklärt Peter Organ nicht ohne Stolz. Die beiden verbrachten auch ausserhalb des Sets Zeit miteinander und stehen nach der Rückkehr in die Heimat weiterhin in Kontakt.

«Ich hatte sehr viel Glück»

Doch wie kommt ein vergleichsweise unerfahrener Schauspieler wie Peter Organ – der hauptberuflich nach wie vor in der Zahnarztbranche tätig ist – an eine tragende Rolle neben hochkarätigen Filmstars? «Ich hatte sehr viel Glück», gesteht der 41-Jährige. Wie so oft in der Filmbranche spielten Beziehungen eine Rolle. Ein Freund, der den Produzenten von «Kill ‘em All», Rafael Primorac, kennt, gab eine Empfehlung für den Schwyzer ab. «Als der Regisseur schliesslich ein Bild von mir zu Gesicht bekam, war er begeistert, weil es sich perfekt für eine Rolle als Gangster eignet.» Dann sei alles sehr schnell gegangen. Peter Organ bekam den Charakter eines russischen Mafioso zugesprochen und wurde somit Teil des Hauptcasts. Letzten Endes rutschte er gar in die Funktion des Co-Producers, der zum Beispiel Investoren für den Film sucht. Anders als Jean-Claude Van Damme, der aus Versicherungsgründen bei gefährlichen Stunts gedoubelt wurde, bestritt der Feusisberger alle Kampfszenen selbst. Wegen der Verletzungsgefahr waren die Verantwortlichen der Sony Pictures Studios damit zwar nicht zufrieden, da so schnell aber kein passendes Double gefunden werden konnte, machten sie eine Ausnahme. Das bedeutete natürlich einen Mehraufwand für den Feusisberger. Die Kämpfe mussten nicht nur entwickelt und einstudiert, sondern auch mit schier unendlichen Wiederholungen abgedreht werden. «Für die Aufnahme solcher Szenen benötigten wir jeweils einen ganzen Tag», so Peter Organ. Er war übrigens nicht der einzige Schweizer am Set. In Daniel Bernhardt, der vor vielen Jahren von Bern in die USA ausgewandert ist und sich dort als Schauspieler (unter anderem «The Matrix Reloaded» und «The Hunger Games») etablieren konnte, fand er einen Partner, mit dem er sich auf Schweizerdeutsch unterhalten konnte.

Im März in den Kinos

Im Moment befindet sich der Film in der sogenannten Postproduction, also in der Nachbearbeitung. Voraussichtlich im März nächsten Jahres soll er in die amerikanischen Kinos kommen. Und Peter Organ ist zuversichtlich, dass der Streifen ebenfalls in Europa von der Leinwand flimmern wird. Ungefähr zur selben Zeit erscheint auch der erste Kinofilm, in dem Peter Organ mitwirkte: «The Shadow Within», für den ein Teil im Kanton Schwyz gedreht wurde (wir berichteten). Bis dahin arbeitet der Feusisberger weiterhin daran, im Filmgeschäft Fuss zu fassen. Zurzeit bemüht er sich, ein Artistenvisum für die USA zu bekommen, und Gespräche für die nächsten Projekte laufen auch bereits. Dass es wieder zu einer Zusammenarbeit mit Jean-Claude Van Damme kommt, ist nicht ausgeschlossen. Der Name Peter Organ dürfte also noch oft zu hören sein.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Bianca Anderegg)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Film

Publiziert am

22.11.2016

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schwyzkultur.ch/TpHxEC