Überglücklich hält der Geizhals seinen wiederaufgefundenen Geldschatz in den Händen. Bild Nathalie Müller
Überglücklich hält der Geizhals seinen wiederaufgefundenen Geldschatz in den Händen. Bild Nathalie Müller

Bühne

Für den Geizigen existiert nur das Geld

Bereits zu einer lieb gewonnen Tradition hat sich die Frühlingstheateraufführung der Seniorenbühne Zürich gemausert. Am vergangenen Dienstagnachmittag war es im Gemeinschaftszentrum in Freienbach wieder so weit.

«Wir freuen uns ganz besonders, für Sie in diesem Jahr einen Klassiker von Molière, nach Bearbeitung und Regie von Rupert Dubsky, spielen zu dürfen», begrüsste die Sprecherin der Seniorenbühne Zürich das Publikum. «Molière liebte es sehr, menschliche Schwächen aufs Korn zu nehmen, was ihm auch bei diesem Stück ‹De Giizhals› sehr gut gelungen ist.»

Was zählt, ist die Liebe

Für den geizigen Harpagon existiert nur eines im Leben – und das ist Geld. In ständiger Angst und voller Misstrauen begegnet er seinem Sohn und seiner Nichte sowie den Angestellten, stets im Glauben, sie könnten ihn bestehlen. Die beiden jungen Leute aber haben ganz andere Sorgen. Sie möchten Harpagon über ihre Heiratspläne informieren. Bevor es aber dazu kommt, teilt ihnen der Geizhals mit, dass er sie bereits an zwei alte Reiche verkuppeln möchte. Natürlich mit dem einzig wahren Grund, damit Geld zu sparen.

Alter Mann undjunge Frau

Der alte Mann hat sich selber in Mariane verguckt. Sie ist aber genau die junge Frau, welche sein Sohn heiraten möchte. Der Verlobte der Nichte hat sich als Diener im Haushalt anstellen lassen, damit er stets in der Nähe seiner Liebsten sein kann. Plötzlich verschwindet der wohlbehütete Geldschatz des Geizkragens, und jeder wird als Dieb beschuldigt. Es kommt zu verschiedenen Verwirrungen, bis Harpagon endlich dem Sohn und der Nichte die gewünschten Vermählungen erlaubt und dafür wieder sein Vermögen in Händen halten kann.

Grossartige Leistung

Die Akteure der Seniorenbühne Zürich erbringen jedes Jahr auf der Bühne grossartige Leistungen. Über Monate werden Texte auswendig gelernt, unzählige Proben finden statt, bis die Gruppe für die durchschnittlich 70 Aufführungen und mehr pro Saison bereit ist. Zweck der Seniorenbühne Zürich ist, die Produktion und Aufführung von Theaterstücken für Alters-, Gemeinde-, Firmen- und Vereinsanlässe. Und sie bietet den Aktivmitgliedern Gelegenheit zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung. Durch das Theaterspielen werden mitmenschliche Beziehungen gepflegt. Gleichzeitig soll älteren Menschen Abwechslung und gute Unterhaltung im Kreise Gleichgesinnter geboten werden. Die Theaterstücke werden mit einem Berufsregisseur einstudiert. Jede Rolle ist doppelt besetzt. So kann die Seniorenbühne abwechslungsweise mit zwei gleichwertigen Spielgruppen auftreten. Diese bieten Gewähr dafür, dass keine Vorstellung ausfallen muss. Das wichtigste Anliegen der Seniorenbühne Zürich liegt aber darin, gutes und unterhaltsames Volkstheater zu bieten.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

29.04.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/4dF7uZ