Flavia Columberg (links) und Ruth Rey lesen «In Teufels Küche» von Johanna Mächler.
Flavia Columberg (links) und Ruth Rey lesen «In Teufels Küche» von Johanna Mächler.
Gebannt lauschen die Zuhörer Horst Warasch bei «Gewitter über der Ruchweid» von Stefan Grüter.
Gebannt lauschen die Zuhörer Horst Warasch bei «Gewitter über der Ruchweid» von Stefan Grüter.
Christian Winter liest «Linthebene als Tatort» von Bruno Füchslin. Bilder Bruno Füchslin, Stefan Grüter und Hans-Ruedi Rüegsegger
Christian Winter liest «Linthebene als Tatort» von Bruno Füchslin. Bilder Bruno Füchslin, Stefan Grüter und Hans-Ruedi Rüegsegger

Literatur

Gänsehaut in der Festung Grynau

Am Sonntag lasen Mitglieder der Theatergruppe Altendorf in der Festung Grynau Krimis. Redaktorinnen und Redaktoren hatten anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums von «March-Anzeiger» und «Höfner Volksblatt» Kriminalgeschichten mit Lokalbezug verfasst.

Menschenhändler im Wägital, eine Suche nach einem Vermissten in der Linthebene oder Mord in einer Suite im «Seedamm Plaza», für einmal verwandelten sich die Räume in der Festung Grynau in Tuggen in den Schauplatz – oder doch eher «Hörplatz» – für Kriminalgeschichten. Rund 120 Personen fanden sich am Sonntagnachmittag vor dem Infanteriewerk ein, um den fünf Kriminalgeschichten aus der Feder von Redaktorinnen und Redaktoren des «March-Anzeigers» und «Höfner Volksblatts» zu lauschen. Das Labyrinth von Gängen und Nischen der Festung Grynau zu besichtigen, ist an sich schon ein Erlebnis.

Passende Atmosphäre

Wenn dann in den Nischen und Gängen Kriminalgeschichten erzählt werden, wird die düstere, gar unheimliche Atmosphäre noch gesteigert, und der eine oder andere bekam etwas Gänsehaut. Etwas Wärme verliehen den Erzählorten Kerzen und Windlichter. In Schwarz gekleidet, las in einer Nische Horst Warasch «Gewitter über der Ruchweid» von Stefan Grüter. Ein in der Region bekannter Blitz-Fotograf wird darin verdächtigt, auf der Ruchweid einen Bauern umgebracht zu haben. Skurril der Krimi von Bruno Füchslin: Unten an einer langen Treppe las Christian Winter, wie ein Vermisster sich an der Suche nach sich selbst beteiligt hat. Fast etwas feierlich gings bei «Unterirdisch » von Heidi Peruzzo zu: Windlichter auf beiden Seiten deuteten die Treppe an, die in die Höhe führt. Oben – im Dunkeln – las Petra Hiestand die Geschichte über den religiösen Fanatiker, der glaubte, übernatürliche Kräfte zu besitzen, um seine Schwester von einer Behinderung zu heilen.

Polenta zum Aufwärmen

Flavia Columberg und Ruth Rey teilten sich den Part in «In Teufels Küche» von Johanna Mächler. Einem Ausserschwyzer Geschäftsmann wachsen seine Seitensprünge über den Kopf – bis zum bitteren Ende im «Seedamm Plaza». Schliesslich las an einem Tischchen in einer Nische Petra Keller «Parfum in der Alphütte» von Hans-Ruedi Rüegsegger. Der Unfall eines rumänischen Lastwagenfahrers entpuppt sich als Mord im Milieu eines Menschenhändlerrings. Nach den fünf Krimis hatten Zuhörerinnen und Zuhörer die Gelegenheit, sich in der spartanisch eingerichteten Kaverne aufzuwärmen. Christian Bruhin und sein Linthmais- Team servierten «Chrütli-Polenta» und Getränke. Derweil diskutierten die Anwesenden über die Kriminalgeschichten oder begutachteten das militärische Inventar der Festung aus dem Zweiten Weltkrieg. Eine Herausforderung für die Organisatoren war es, die Besucherinnen und Besucher in den schmalen Gängen der Festung zu den entsprechenden Nischen zu lotsen. Ab und zu mussten die Ohren gespitzt werden, wenn Nebengeräusche zum Vorleseplatz gelangten. Nicht zuletzt Dank grosszügiger Mitarbeit von Mitgliedern der Stiftung Schwyzer Festungswerke konnte dieser letzte Jubiläumsanlass durchgeführt werden, und alle Besucherinnen und Besucher fanden wieder den Ausgang ans Tageslicht.

Die fünf Krimis werden in loser Folge in unserer Zeitung abgedruckt.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

22.11.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/HmVHLJ