Physiotherapeutin und Autorin Mirjam Beijer-Studer: «Es ist keine Geschichte für ein Happy End.» Bild Hans-Ruedi Rüegsegger
Physiotherapeutin und Autorin Mirjam Beijer-Studer: «Es ist keine Geschichte für ein Happy End.» Bild Hans-Ruedi Rüegsegger

Literatur

Liebesdrama mit Lokalkolorit

Der Fantasie freien Lauf lassen, und die Gedanken zu Papier bringen. Für Mirjam Beijer-Studer ist das Ausgleich zum Beruf. Kürzlich hat die Physiotherapeutin ihren ersten Roman veröffentlicht.

Maya König, eine Physiotherapeutin mit eigener Praxis in Altendorf, loggt sich im Internet unter dem Namen @LovingDragon in einem Social-Network ein. Ein Versuch, der Trübsal nach einer verunglückten Beziehung zu entgehen und «Freunde» zu finden. Sie trifft im Netz auf Randy, einen Lichttechniker beim Film, verliebt sich in diesen virtuellen Typen, von dem sie nicht mal weiss, wie er aussieht, und folgt seiner Einladung nach Los Angeles. Dort die Überraschung: Randy ist nicht Lichttechniker, sondern der in der Damenwelt zurzeit wohl beliebteste Schauspieler. Wie ihre Protagonistin Maya König arbeitet Mirjam Beijer als Physiotherapeutin in Altendorf, fährt das gleiche Auto. Ihr Roman sei aber nicht autobiografisch, betont die Autorin, auch wenn Maya ein paar Züge von ihr habe. «Wer mich gut kennt, kann in Maya gewisse Eigenschaften von mir entdecken. Gewisse Dinge sind so passiert, aber vieles ist meiner Fantasie entsprungen oder sind Wünsche von mir.» Zum Beispiel, mal nach Los Angeles zu gehen. Oder sich in einen berühmten Schauspieler zu verlieben? «Nein, das wäre nicht ihr Ding: Ich könnte mit dem Rummel nicht umgehen.»

Keine Geschichte mit Happy End

Maya geniesst ein paar schöne, verliebte Tage, dann folgen Intrigen, die Flucht aus LA und eine Meute von Pressefotografen vor der Physio-Praxis in Altendorf. Die Versöhnung mit dem Filmstar, die Heirat und der Umzug nach Los Angeles tönen nach Liebesgeschichte. Aber Maya kann letztlich mit der Tatsache nicht umgehen, die Frau eines Filmstars zu sein und im goldenen Käfig zu leben. Nur kann sie sich das nicht eingestehen. «‹@LovingDragon› ist keine Lovestory, es ist ein Drama vor der Kulisse einer Liebesgeschichte», sagt Mirjam Beijer. So lag es für sie auf der Hand, ein dramatisches Ende zu schreiben. «‹Das kannst du nicht machen, das ist zu hart›, sagte mein Mann, als ich ihm den Schluss zum Lesen gab. Und eine gute Freundin doppelte nach.» Also schrieb Mirjam Beijer ein weniger hartes Ende – und fügte schliesslich das ursprüngliche als alternativen Schluss an. «Es ist keine Geschichte für ein Happy End», ist sie überzeugt.

Notizheft immer dabei

Ursprünglich hätte Maya nicht so eine tragische Figur werden sollen. «Während des Schreibprozesses sind aber immer mehr Aspekte hineingeflossen, die Figuren haben in meinem Kopf ein Eigenleben entwickelt», sagt die Autorin. Ihr Roman ist denn mit über 500 Seiten für einen Erstling sehr umfangreich geworden. «Es ist doch wenigstens ein Buch und nicht nur ein Büchlein», lacht Mirjam Beijer. Und schon sind die nächsten zwei Bücher in Arbeit. Die Schweizerin mit Liechtensteiner Wurzeln, die mit ihrem Mann in Schübelbach wohnt, geht nie ohne ihren Notizblock aus dem Haus. Sie schreibt ihre Manuskripte von Hand. «Dies sei altmodisch, sagen meine Freunde. Aber wenn ich eine Idee habe, muss ich sie aufschreiben.» Am Wochenende tippt Mirjam Beijer dann die handschriftlichen Entwürfe in den Computer. «So kann ich den Text bereits ein erstes Mal überarbeiten.» Die Suche nach einem Verlag gestaltet sich oft schwierig. Nicht so bei Mirjam Beijer.

Einfache Verlagssuche

Schon beim ersten Versuch hat es geklappt und sie kam beim Zuschussverlag R.G. Fischer unter. «Ich habe Glück gehabt», meint die Autorin. Für ihre nächsten beiden Romane – sie sind im Fantasy-Bereich angesiedelt –, die sie in Arbeit hat, muss sie wohl einen neuen Verlag suchen, denn Fantasy passt eher nicht ins Verlagskonzept von R.G. Fischer. Demnächst erscheint «@Loving- Dragon» auch als E-Book. «Das soll der letzte Schrei sein», sagt die Schnellleserin, die aber lieber ein richtiges Buch in den Händen hält.

«@LovingDragon»

R.G. Fischer Verlag
ISBN 978-3-8301-1398-0

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

27.05.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/nWKCHx