Musiklehrerin, Flötistin und Solistin: Katharina Egli. Bild zvg
Musiklehrerin, Flötistin und Solistin: Katharina Egli. Bild zvg

Musik

Aus «Unbegabter» wurde Berufsmusikerin

Obwohl ihr erster Musiklehrer empfohlen hatte, mit dem Musizieren aufzuhören, hat Katharina Egli weiter gemacht. Zu Recht, wie sich nun zeigt: Die Altendörflerin spielte bei «Die schwarzen Brüder» im Orchester mit und ist bei einem auf Filmmusik spezialisierten Orchester Soloflötistin.

Im Alter von zehn Jahren wollte Katharina Egli mit dem Querflötenspielen beginnen. «Doch mein Lehrer hat mir wegen Nichtübens und Unbegabtheit empfohlen, die Flöte an den Nagel zu hängen», lacht die gebürtige Altendörflerin. Mit 14 Jahren habe sie dann bei Heidi Pfister-Spieser an der Musikschule Lachen Unterricht genommen. Nach der Matura hat Egli in Luzern bei Anna-Katharina Graf das Lehr- und Konzertreifediplom gemacht. Nach dem Solistendiplom bei Mario Ancillotti und einer lehrerlosen Zeit schloss die Flötistin in Zürich mit dem Reifediplom in Musikpädagogik ihre Ausbildung ab. «Während meiner ganzen Studienzeit habe ich unterrichtet und versucht, so viele Konzerte wie möglich zu spielen», erklärt Katharina Egli.

Auftritt in der Radio City Music Hall

Im Verlauf der Jahre konnte die Märchlerin in zahlreichen Orchestern und Ensembles mitwirken. Am meisten Zeit beansprucht momentan das 21st Century Orchestra in Luzern (siehe Box). «Seit elf Jahren spiele ich dort die Soloflöte. Das ist immer sehr herausfordernd», so Egli. Zurzeit weilt die Flötistin in New York. In der bekannten Radio City Music Hall führt das 21st Century Orchestra heute und morgen live die Original-Filmmusik zum zweiten Teil der Trilogie «Lord of the Rings» auf. Ausserdem spielt das Orchester diese Saison «The Circus» von Charlie Chaplin im Tourneetheater «Das Zelt» – ein Stummfilm auf Grossleinwand mit live Originalmusik. Durch das Orchester konnte die Ausserschwyzerin bei der Uraufführung des Musicals «Die schwarzen Brüder» in Schaffhausen mitwirken. «Als eine Neuauflage des Musicals in Walenstadt geplant war, sah sich der musikalische Direktor Andreas Felber die Liste der ehemaligen Mitwirkenden an und engagierte mich», erklärt Egli. Sie wechselte sich mit einer anderen Flötistin ab und spielte bei 13 Aufführungen mit.

Auch Auftritte als Solistin

Nebst dem Engagement im Luzerner Orchester gehört das Unterrichten zu Eglis Alltag. «Die Förderung von jungen Menschen finde ich je länger je wichtiger», sagt sie. Ihren Schülern hätte sie eine unglaubliche Vielfalt an eigenen Lernerfahrungen zu verdanken. «Viele Werke sind mir durch das Erklären selbst bewusster geworden», führt die 38-Jährige aus. Denn Technik und musikalische Zusammenhänge zu erklären, erfordere einen ganz anderen Zugang als selbst zu spielen. Katharina Egli tritt auch als Solistin auf. Zu Beginn dieses Jahres spielte sie mit der Camerata Schweiz das «G-Dur Flötenkonzert» von Wolfgang Amadeus Mozart. «Das hat unglaublich viel Freude gemacht», resümiert die Musikerin. Auch wenn sie im Vorfeld oft sehr nervös sei, geniesse sie diese Auftritte. «Ich schätze die Herausforderung, nebst Familie, Schülern und Orchestern auch auf der Flöte richtig fit sein zu müssen.»

Katharina Egli ...

... ist in Altendorf aufgewachsen und hat die Matura in Nuolen erlangt. Sie unterrichtet in Siebnen/ Wangen und in Schindellegi/ Feusisberg und spielt im Sinfonie Orchester Ausserschwyz mit. Katharina Egli ist 38 Jahre alt, hat eine Tochter und wohnt in Tann.

21st Century Orchestra

Das 21st Century Orchestra (21co) wurde 1999 gegründet. Dirigent und künstlerischer Leiter ist seit der Gründung Ludwig Wicki. Das 21co zählt rund 90 Musiker und hat sich auf Filmmusik spezialisiert. Jährlich führt das Orchester rund zehn Konzerte im KKL Luzern auf und setzt seit 2004 mit dem Silvesterkonzert den Schlusspunkt im jährlichen Programm des KKL. Das 21st Century Orchestra arbeitet seit 2007 mit Howard Shore zusammen, dem Komponisten des «Herr der Ringe»-Soundtracks.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

08.10.2010

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schwyzkultur.ch/fM5G5D